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Coronavirus - Infektionswelle bei Fleischverarbeiter T

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Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gibt es einen massiven Corona-Ausbruch mit mehr als 1550 positiv auf das Coronavirus getesteten Beschäftigten. Bild: imago images / Revierfoto

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Corona-Ausbruch in Fleischfabrik: Daran erkennt ihr Tönnies-Produkte

Der Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies hat offen gelegt, wie miserabel die Bedingungen sind, unter denen nicht nur die Tiere leben, die die Fleischfabrik Tönnies schlachtet. Der Ausbruch hat auch gezeigt, dass die Mitarbeiter unter teils miserablen Bedingungen arbeiten und leben. Vor allem Werkverträge über andere Firmen sind stark in die Kritik geraten. Die will das Unternehmen nun abschaffen.

Der Fleisch-Gigant Tönnies versorgt eine große Bandbreite an Kunden in Deutschland mit seiner Ware. Doch wie kann man erkennen, welche Produkte das Fleisch des Unternehmens enthalten? Und kann man sich über das Fleisch anstecken? Wir geben euch Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Bild: watson

Welche Supermärkte verkaufen Fleisch von Tönnies?

Tönnies schlachtet nicht nur, sondern verarbeitet auch Fleischprodukte weiter. Laut Unternehmenswebsite verlassen jeden Tag 750 Tonnen Frischfleisch und 100 Tonnen Tiefkühl-Convenience-Produkte Tönnies. Zu Tönnies' Kunden gehören Supermarkt-Ketten wie Aldi Nord/Süd, Edeka, Rewe, Kaufland oder Lidl.

Die Produkte von Tönnies sind bei Lidl und Aldi unter den Markennamen "Landjunker" und "Meine Metzgerei" zu finden. Auch in "Tillman's"-Waren findet sich Tönnies-Fleisch – stolz wirbt das Unternehmen etwa damit, dass sein Fleisch in "Tillman's Toasty" steckt, einem recht bekannten "Fleischsnack für den Toaster".

Laut dem Nachhaltigkeitsportal "utopia.de" essen Kunden auch dann Tönnies-Fabrikate, wenn sie zu Produkten der "Zur Mühle"-Gruppe greifen. Dazu gehören Wurstwaren von: Astro, Böklunder, Dölling, Gutfried, Hareico, Heine's, Jensen's, Könecke, Lutz, Marten, Naumburger, Plumrose, Redlefsen, Schulte, Vevia, Weimarer, Wilx, Zerbster Original und Zimbo.

Foto Manuel Geisser 16.6.2020 Waldshut GER : Fleischregal in einem deutschen Discounter *** tönnies corona rheda wiedenbrück mitarbeiter 2020 aktuelle welt kreis nrw kontakt

Im Supermarkt gibt es viele verschiedene Fleischmarken. Deshalb ist es schwer, nachzuvollziehen, welche Tönnies-Produkte enthalten. Bild: imago images / Geisser

Ein weiterer Weg, Tönnies-Produkte zu erkennen, sind Kennzeichnungen. Im deutschen Einzelhandel befindet sich auf allen Milch- und Fleischverpackungen ein ovaler Kreis. Dabei handelt es sich um ein Identifikationszeichen. Tönnies-Produkte sind anhand der Kennzeichnungen NW 20202 EG, NW 20028 EG und NW 20045 EG identifizierbar. NW steht hier für Nordrhein-Westfalen und EG steht für die Europäische Union.

Die Kennzeichnungen helfen allerdings nur bedingt weiter. Wie das Verbraucherportal "Chip365" schreibt, kann Tönnies-Fleisch auch in Produkten stecken, die andere als die genannten Kennzeichen tragen. Dann wurde Fleisch von Tönnies von einem anderen Unternehmen weiterverarbeitet (etwa paniert) und trägt entsprechend eine andere Kennziffer.

Begegnet man Tönnies-Produkten beim Metzger?

Ja. Für Kunden kann es sehr schwierig sein nachzuvollziehen, woher das Fleisch letztlich stammt, doch es ist möglich, dass Tönnies-Produkte verkauft werden. Gesetzlich ist ein Metzger nicht dazu verpflichtet, Kunden darüber zu informieren, woher das Fleisch stammt. Kann euer Metzger euch nicht genau sagen, woher sein Fleisch stammt, dann könnt ihr davon ausgehen, dass es Massenware ist – und damit auch von Tönnies stammen kann.

Kann ich mich über das Essen anstecken?

Bisher gebe es keine wissenschaftlichen Hinweise darüber, dass sich Menschen durch den Verzehr oder durch den Kontakt mit kontaminierten Lebensmitteln mit dem Coronavirus anstecken könnten, erklärt Bernhard Burdick, Ernährungsexperte der Verbraucherzentrale NRW. Auch die Übertragung der Krankheit über Oberflächen sei sehr unwahrscheinlich, da die Viren in der Umwelt nur eine geringe Stabilität haben.

Auf was kann ich achten, um die Qualität einzuschätzen?

Grundsätzlich gilt: Fleisch sollte nicht roh, sondern nur gut durcherhitzt gegessen werden – egal, von welchem Schlachthof es kommt. Weitere Tipps zur Auswahl von Fleisch:

Unverpacktes Fleisch vom Metzger sollte möglichst am selben Tag oder spätestens am Folgetag zubereitet werden. Soll das Fleisch erst später zubereitet werden, besser zwischenzeitlich einfrieren oder verpackte Ware kaufen.

(vdv/pcl/lin/mit Material der dpa)

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