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 People walk and doing bike in the streets following the nationwide lockdown put into place on March 17, to stop the spread of the novel corona virus COVID-19 pandemic, in Paris on May 30, 2020. PUBLICATIONxNOTxINxFRA Copyright: xChristophexMorinx

Innerhalb eines Jahres ist der Radverkehr in Paris um 67 Prozent gestiegen. Bild: www.imago-images.de / Christophe Morin

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Paris: Pop-up-Radwege sollen dauerhaft bleiben

Die Corona-Pandemie hat das Verkehrsaufkommen in vielen europäischen Großstädten verändert. Zur Freude der Fahrradfahrer wurden vielerorts Pop-up-Radwege installiert, die dem Radverkehr mehr Platz und Sicherheit garantieren sollen. Was mit den provisorisch errichteten Radwegen nach der Pandemie passiert, war bisher noch unklar. Während es in Berlin danach aussah, dass die meisten Corona-Radwege zurückgebaut werden müssen, weil ein Verwaltungsgericht sie für rechtswidrig erklärte, prescht Paris vor und kündigt an, an den Pop-up-Radwegen festzuhalten.

Bürgermeisterin Anne Hidalgo sagte am Mittwoch dem Sender Europe 1, rund 50 Kilometer Straße würden dauerhaft umgewidmet. "Das Fahrrad ist in Paris ein Verkehrsmittel für die Fahrt zur Arbeit geworden", sagte Hildalgo. "Außerdem trägt es dazu bei, die Umweltverschmutzung zu senken."

FRANCE - RIVOLI STREET IS NOW CLOSED TO CARS The street of Rivoli is now forbidden to cars. Paris, France - 30 May 2020. Photograph by Julie Limont / Hans Lucas. PARIS ILE DE FRANCE FRANCE PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xJuliexLimontx HLJLIMONT1138374

Die Rue de Rivoli wurde während der Corona-Pandemie für den Autoverkehr gesperrt. Bild: www.imago-images.de / Julie Limont

Unter anderem die zentrale Verkehrsachse Rue de Rivoli am Louvre wurde zur Fahrrad-Schnellstraße umgewandelt. Wegen der Streiks im öffentlichen Nahverkehr zu Jahresbeginn und der Corona-Krise stieg der Radverkehr in Paris nach Verbandsangaben binnen eines Jahres um 67 Prozent, in ganz Frankreich waren es 29 Prozent.

Die kürzlich mit Hilfe der Grünen im Amt bestätigte Sozialistin Hidalgo und ihr Vorgänger hatten zuvor bereits beide Uferstraßen an der Seine für Autos gesperrt und für Fußgänger und Radfahrer geöffnet.

Die französische Regierung sieht in ihrem Corona-Hilfspaket rund 200 Millionen Euro für den Ausbau von Radwegen und Fahrrad-Parkplätzen an Bahnhöfen vor. Zudem können Franzosen derzeit staatliche Prämien von 50 Euro zur Reparatur und von 200 Euro zum Kauf eines Elektrorads in Anspruch nehmen. In der Region Paris liegt der Zuschuss für ein E-Bike sogar bei 500 Euro.

Berliner Senat legt Beschwerde gegen Beschluss des Verwaltungsgerichts ein

In Berlin geht die Diskussion um den Verbleib der Corona-Radspuren dagegen weiter. Nun hat die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr am Mittwoch Beschwerde gegen den Eil-Beschluss des Verwaltungsgerichts eingelegt. Damit wird zugleich ein "Antrag auf Aussetzung der Vollziehung" des Beschlusses gestellt, damit die Radfahrstreifen nicht zurückgebaut werden müssen, wie die Senatsverwaltung am Mittwoch mitteilte.

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Darf er bleiben oder nicht? Der Pop-up-Radweg am Kottbusser Damm in Berlin-Kreuzberg. Bild: www.imago-images.de / Henning Angerer

Das Gericht hatte am Montag vor einer Woche entschieden, acht temporäre Radwege, die Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) und einige Bezirke während der Corona-Pandemie einrichten ließen, seien rechtswidrig. Der Berliner AfD-Abgeordnete Frank Scholtysek hatte im Juni gegen die Fahrradwege geklagt.

(lau/dpa)

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