Unvergessen
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Magdalena Neuner zwei Monate nach ihrem Fauxpas: Hier schoss sie wieder auf die richtige Scheibe. bild: imago sportfotodienst

Als Biathlon-Göttin Neuner viermal auf die falsche Scheibe schoss

Alex Dutler / watson.ch

In unserer Serie "Unvergessen" blicken wir regelmäßig auf große Ereignisse der Sportgeschichte zurück. Heute: Der 15.01.2012. Es ist der Albtraum jedes Biathleten – Crossfire, der Schuss auf die falschen Scheiben. Dass dieses Unglück sogar den Besten passieren kann, muss Deutschlands Superstar Magdalena Neuner beim Weltcup in Nove Mesto am eigenen Leib erfahren.

Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob Magdalena Neuner eine Putzhilfe hat – doch davon ist stark auszugehen. Schließlich ist sie die erfolgreichste Sportlerin der Biathlon-Geschichte und zuhause im oberbayrischen Dörfchen Wallgau gibt es bereits 2012 jede Menge Edelmetall abzustauben.

Als Neuner am 15. Januar bei der Verfolgung im tschechischen Nove Mesto auf der Jagd nach ihrem 29. Weltcup-Triumph in Führung liegt, hat sie bereits 17 Medaillen an Großanlässen gehamstert. Darunter zwei Mal Olympia- und zehn Mal WM-Gold. Ganz nebenbei ist die Zollbeamtin dabei in Deutschland zum großen Werbestar avanciert.

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An diesem 15. Januar 2012 ziemlich unzufrieden: Magdalena Neuner bild: imago sportfotodienst

Vier saubere Treffer, leider auf der falschen Scheibe

Auf mangelnde Routine kann sich die damals 24-jährige Überfliegerin in diesem Rennen also nicht berufen. Darum lässt ihr Fauxpas beim dritten Schießen den deutschen Fans vor dem TV das Blut in den Adern gefrieren.

Denn Neuner bringt sich auf Bahn eins als Leader stehend in Position, legt ihr Gewehr an und feuert vier Mal schnell und sicher. Bloß fällt keine einzige ihrer Scheiben – dafür diejenigen auf der Bahn daneben. Crossfire, vier saubere Treffer, doch die zählen leider nicht. Neuner bemerkt das Malheur, korrigiert für den letzten Schuss und trifft wenigstens eine ihrer Scheiben. Trotzdem sind jetzt saftige vier Strafrunden fällig.

"Zwei Treffer, drei Treffer – sie schießt aber auf die falsche Scheibe!"

Live-Kommentar im ZDF

Der Frust ist groß, der Sieg ist futsch

Magdalena Neuner schüttelt verärgert den Kopf und bewältigt die 600 Extrameter. Doch der angestaute Frust macht ihr auch beim vierten Schießen einen Strich durch die Rechnung. Zwar zielt die Deutsche dieses Mal von Anfang an auf die richtigen Scheiben, doch wieder hagelt es drei Fehlversuche.

Besonders ärgerlich ist diese miserable Trefferquote, weil Neuner in der Saisonvorbereitung viel Zeit ins Schusstraining investiert hat. Denn vor allem das Stehendschießen gehörte nie zu ihren großen Stärken. Der Schlüssel zu ihren vielen Erfolgen lag lange hauptsächlich in Neuners überragenden läuferischen Fertigkeiten. Das Defizit am Schießstand hat sie über die Jahre mit viel Disziplin verringert.

"Das ist mir noch nie passiert"

Am Ende läuft Magdalena Neuner in diesem verpatzten Wettkampf nur auf Rang sieben. Es gewinnt die Norwegerin Tora Berger. Sie musste nur eine Strafrunde absolvieren, Neuner insgesamt deren acht.

"Ich musste erstmal kurz heulen, ich gebe es ehrlich zu."

Magdalena Neuner

Auch nach Rennschluss ist der Ärger beim Pechvogel des Tages nicht zu überhören: "Das ist mir noch nie passiert. Ich musste erstmal kurz heulen, ich gebe es ehrlich zu. Ich war so konzentriert, vielleicht zu konzentriert. Ich habe mich nur auf die Scheibe eingerichtet, den Blick stur nach vorne und einfach nicht geschaut, was für eine Zahl über der Scheibe drüber steht. Zum Glück reisen wir gleich nach Antholz weiter. Da freue ich mich auf hoffentlich gutes Wetter."

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Gewohntes Bild: Magdalena Neuner hat mal wieder Medaillen gesammelt – wie hier bei der WM 2012.  bild: imago sportfotodienst

Dort bucht Magdalena Neuner dann auch prompt ihren 29. Weltcupsieg im Einzel. Fünf weitere folgen bis zum Saisonende. Weil sie an den Weltmeisterschaften in Ruhpolding zudem noch zwei Mal Gold, einmal Silber und einmal Bronze erobert, wird ihre Abschiedssaison trotz des Crossfire-Unfalls zur erfolgreichsten aller Zeiten. Mit nur 25 Jahren tritt sie anschließend vom Spitzensport zurück, um mit ihrem Mann Josef eine Familie zu gründen.

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