Viele Freiwillige, wie diese jungen Frauen in der West-Ukraine, sortieren Sachspenden, die für Geflüchtete abgegeben wurden.
Viele Freiwillige, wie diese jungen Frauen in der West-Ukraine, sortieren Sachspenden, die für Geflüchtete abgegeben wurden. Bild: picture alliance / Photoshot

Freie Zimmer oder Sachspenden: Wie du Menschen in der Ukraine jetzt helfen kannst

03.03.2022, 09:32

Die Welt hält den Atem an. Es ist Krieg mitten in Europa. Seit dem ersten Angriff von Putins Truppen am frühen Donnerstagmorgen sind zahlreiche Menschen aus der Ukraine auf der Flucht. Die Politik versucht Russland mit Sanktionen zu belasten, während die Zivilbevölkerung die Geschehnisse auf den Bildschirmen verfolgt. Doch niemand muss tatenlos zusehen. Aktuell kann jeder helfen, auch wenn man nichts zum Spenden hat. Was Einzelpersonen jetzt tun können...

Informiert bleiben

Russland führt den Krieg nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Internet. In den letzten Tagen tauchten in den sozialen Medien vermehrt Falschmeldungen und nicht verifizierte Videos auf, die in ukrainischen Kontext gesetzt werden. Deshalb ist es wichtig, sich bei seriösen Quellen zu informieren und Beiträge bei Twitter, Instagram und Co. nicht unüberlegt zu teilen. Eine verlässliche Anlaufstelle ist ukraineverstehen.de. Außerdem sollte man seine Informationen am besten immer anhand verschiedener Quellen überprüfen.

Die Katapult-Redaktion unterstützt Journalistinnen und Journalisten aus der Ukraine.instagram/katapultmagazin

Unabhängiger Journalismus aus dem Krisengebiet ist aktuell besonders wertvoll. Deshalb hat Katapult ein Spendenkonto eingerichtet, um frei arbeitende Medien in der Ukraine zu unterstützen. Reporter ohne Grenzen setzen sich ebenfalls weiterhin für die Pressefreiheit in der Ukraine und in Russland ein.

Geflüchtete aufnehmen

Eine genaue Zahl kann aktuell niemand festmachen, aber klar ist, dass sich hunderttausende Menschen in die Nachbarländer der Ukraine flüchten. Vor allem Polen verzeichnet gerade viele Einreisende und auch Deutschland stellt sich auf Geflüchtete ein. Deshalb werden temporäre und langfristige Unterkünfte für diese Menschen gesucht. Wer ein Zimmer, eine Wohnung oder sonstige Bleibe anbieten möchte, kann die Eckdaten und Kontaktmöglichkeiten auf der #unterkunft-Webseite melden oder in diese Liste eintragen.

Demonstrieren

Durch die Teilnahme an einer Demonstration trägst du gleich mehrere Signale nach außen: Du zeigst Putin, dass du den Krieg nicht tatenlos hinnimmst und drückst gleichzeitig deine Anteilnahme und Unterstützung für Betroffene in der Ukraine aus. Bisher unbeteiligte oder nicht interessierte Menschen sehen außerdem, dass das Thema offenbar so wichtig ist, dass viele dafür auf die Straße gehen.

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Bei der Demonstration in Berlin am Sonntag kamen über 100.000 Menschen.watson

Hinzu kommt, dass Demonstrieren eine intensive Erfahrung sein kann. Du kannst dich mit anderen Menschen austauschen und den Zusammenhalt spüren. So gab es bei der Demo am Sonntag in Berlin eine Schweigeminute, bei der über 100.000 Menschen zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor der Ukrainer gedachten. Die Veranstalter sprechen sogar von 500.000 Menschen.

Ehrenamtlich arbeiten

Die humanitären Hilfsorganisationen wie Caritas, Malteser oder das Rote Kreuz brauchen jetzt jede helfende Hand. Die Arbeit reicht von der Betreuung der Geflüchteten an der Grenze über das Sammeln und Sortieren von Sachspenden bis hin zur Organisation von Transportrouten. Wer also mit Zeit und Kraft helfen möchte, kann lokale Hilfsorganisationen kontaktieren.

Geld- und Sachspenden

Viele Ukrainer und Ukrainerinnen konnten bei ihrer überstürzten Flucht nur wenige Habseligkeiten mitnehmen. Ihnen fehlen jetzt die notwendigsten Dinge, gerade Decken sind in der kalten Jahreszeit zum Beispiel sehr wichtig. Nachstehend findest du eine Auflistung der Hilfsorganisationen, die die Ukraine gerade besonders unterstützen:

Rotes Kreuz der Ukraine
Voices of Children
UNICEF
Come Back Alive
UNO-Flüchtlingshilfe
Nova Ukraine
Malteser
Deutsches Rotes Kreuz
Diakonie Katastrophenhilfe
Ukraine-Hilfe Berlin e. V.
Mission Lifeline
Ärzte Ohne Grenzen
Caritas

Aufklären und den Dialog suchen

Nicht nur in den sozialen Netzwerken tummeln sich putinnahe Trolle, am Kaffeetisch mit den Verwandten erklären Menschen ebenfalls ihr Verständnis für den Krieg, geben der Ukraine eine Teilschuld an der aktuellen Lage – oder verteufeln ihre russischstämmigen Mitbürger. Auch wenn es schwer fällt, sollte man in dieser Situation das Gespräch suchen, aufklären und auf seriöse Informationsquellen verweisen.

Sicherlich ist die komplexe Situation nicht während eines Cappuccinos abgehandelt, aber da sich viele Menschen immer noch ausschließlich bei den von Putin beeinflussten Medien informieren, ist das Aufzeigen anderer Quellen und ein Blick in die Historie extrem wichtig und notwendig.

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