Sterling-Rice Group culinary director Cathyn Olchowy, and associate culinary director Kazia Jankowski, prepared an Annie's organic frozen pizza as they show how they utilize their Boulder office kitch ...
Pizza ist eines der beliebtesten Nahrungsmittel in Deutschland. Bild: getty images / Cyrus McCrimmon
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Tiefgekühlte Pizza: Hersteller ruft zum Boykott des eigenen Produkts auf

11.06.2020, 14:53

"Esst weniger Tiefkühlpizza!" Okay, klingt erstmal nicht besonders überraschend. Schließlich weiß fast jeder, dass einer frischen Pizza nur in den seltensten Fällen ernsthafte Konkurrenz von ihrem tiefgefrorenen Verwandten droht.

Das Besondere aber in diesem Fall: Der Aufruf stammt von Franco Fresco, einem bayerischen Hersteller von, genau, Tiefkühlpizza. Wie passt das zusammen?

Nun das Unternehmen, das die selbsternannte Edelmarke "Gustavo Gusto" herstellt, ist offenbar am Wohl der Gastronomie interessiert. Daher fordert es seine Kunden in einem Werbespot dazu auf, weniger Tiefkühlpizza zu essen, "zumindest in der nächsten Zeit".

"Denn jetzt brauchen eure Lieblingspizzeria, das Wirtshaus, der Burgerschuppen, die Sushi-Bar, die Frittenschmiede oder die Buddha-Bulgur-Bowl-Bude erstmal eure vollmundige Unterstützung."

Zwar sei das eigene Produkt in "Restaurant-Qualität", aber die vielen kleinen Läden wolle und könne man niemals ersetzen. Daher appelliert man an die Zuschauer: "Helft eurem Lieblingslokal!" Wenn es allerdings doch mal eine Tiefkühlpizza sein solle, dann, naja, könne man ja... "Ihr wisst schon."

Das steckt hinter der Pizza-Spot-Idee

Michael Götz, der Marketing-Chef von Franco Fresco, erklärte gegenüber watson die Idee hinter dem Video: "Ich finde, dass es als Marke wichtig ist, Haltung zu zeigen. Wir sehen, wie die Gastronomie-Szene durch Corona leidet."

Er berichtete weiter: "Wir hatten selbst jahrelang eine Pizzerien-Kette. Daher können wir gut nachvollziehen, wie es den Lokalen vielerorts gehen muss. Wir fanden, dass das Video ein schönes Zeichen ist. Wenn ein Tiefkühlpizzahersteller sagt: 'Esst lieber draußen', dann ist das schon eine Botschaft."

Die Anzeige sei wirklich so gemeint, versicherte Götz, es sei eine Geste der Solidarität. "Aber wir glauben schon, dass das einen positiven Effekt auf die Marke haben kann. Wenn es eben glaubwürdig und ehrlich ist", betonte er. "Das ist bei uns der Fall. Uns ist es generell wichtig, nachhaltig eine Marke zu schaffen, die für etwas steht."

Während der Corona-Pandemie sei die Nachfrage nach "Gustavo Gusto"-Pizzen spürbar nach oben gegangen. "Die Menschen sind eben nicht mehr essen gegangen, das haben wir spürbar gemerkt." Die Nachfrage sei aber bei der Firma ohnehin am Limit. "Wir kommen eh schon kaum nach. Wir konnten von der gestiegenen Nachfrage also nicht so profitieren. Aber wir haben die Schallmauer durchbrochen und produzieren mittlerweile 100.000 handgeformte Pizzen pro Tag."

Mit ihrem kurzen Boykott-Video ist der Firma jedenfalls eine Anzeige gelungen, die auffällt.

(om)

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