Bill Gates hat sein Buch "Wie wir die Klimakatastrophe verhindern" veröffentlicht.
Bill Gates hat sein Buch "Wie wir die Klimakatastrophe verhindern" veröffentlicht.
Bild: IMAGO / Xinhua

Bill Gates will Milliarden in Klimaschutz investieren

15.02.2021, 10:5615.02.2021, 10:57

Aus Sicht des Microsoft-Gründers Bill Gates braucht der Kampf gegen den Klimawandel einen kräftigen Innovations- und Investitionsschub. Nötig sei eine Verfünffachung der globalen staatlichen Forschungsausgaben in saubere Energien und andere Klimainnovation innerhalb des nächsten Jahrzehnts, sagte Gates dem Düsseldorfer "Handelsblatt". Deutschlands Autoindustrie mahnte er zu mehr Tempo bei der Entwicklung von E-Autos.

Bill Gates lobt Deutschland für Fortschritt in der Automobilindustrie

Deutschland habe der Welt mit der Subvention des Solarpanels "einen großen Gefallen getan", sagte Gates. Allerdings reichten Solar- und Windenergie wegen ihrer Unzuverlässigkeit bei der Stromerzeugung bei weitem nicht aus. Die von Umweltschützern abgelehnte Kernkraft sei deshalb unerlässlich, schlussfolgerte Gates.

Einen Mangel an Innovation attestierte Gates der Welt im Bereich Elektromobilität. Mit Ausnahme von Ländern wie Norwegen schreite die Verbreitung von E-Autos nur langsam voran. Eine Warnung richtete der Microsoft-Gründer auch an die deutschen Autobauer. Deutschland habe "wahrscheinlich mehr als jedes andere Land für die Autobranche getan", betonte Gates. Doch: "Wenn Deutschland sich nicht bei elektrischen Autos durchsetzen kann, wäre das eine riesige Tragödie."

Gates will mit Milliarden-Spende "die Klimakatastrophe verhindern"

Gates äußerte sich anlässlich seines neuen Buchs "Wie wir die Klimakatastrophe verhindern". Darin fordert er das Absinken der CO2-Emissionen bis 2050 auf null, um riesige Umwelt- und Wirtschaftsschäden zu vermeiden. Nötig seien unter anderem CO2-Steuern, Zertifikatehandel und die Förderung alternativer Energien.

Bill Gates will dazu in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Dollar in entsprechende Start-Ups und andere Projekte investieren. "Es ist nicht unmöglich, aber es ist sehr schwierig", führte der Milliardär aus und forderte zugleich eine Verfünffachung staatlicher Forschungsinvestitionen weltweit in saubere Energien und andere Klimainnovation innerhalb des nächsten Jahrzehnts - nach seiner Schätzung jährlich mindestens 110 Milliarden Dollar.

(vdv/afp)

Exklusiv

"Durch und durch weiß": Was an Rassismus-Vorwürfen gegen Fridays for Future dran ist

Die Diskussion um Rassismus in der Gesellschaft berührt in Deutschland auch Fridays for Future. Der Klimaschutzbewegung wird in diesen Wochen vorgeworfen, sie habe ein Rassismusproblem. Wir haben mit allen Beteiligten gesprochen und analysieren, was dahinter steckt, wie berechtigt die Vorwürfe sind – und was die Klimaschützer jetzt tun wollen.

Es war ein Foto, schon wieder. 20. Mai 2020: Vor dem Steinkohlekraftwerk Datteln IV, das wenige Tage später in Betrieb gehen wird, protestieren …

Artikel lesen
Link zum Artikel