Oliver Pocher äußert sich erneut über Gil-Ofarim-Eklat.
Oliver Pocher äußert sich erneut über Gil-Ofarim-Eklat.Bild: IMAGO/ Future Image

Oliver Pocher über Gil-Ofarim-Parodie: "Kann im Comedybereich machen, was ich will"

26.10.2021, 08:52

Das Video von Gil Ofarim, welches er Anfang Oktober auf Instagram hochlud, wird nach wie vor viel diskutiert. Darin sagte er, dass ein Mitarbeiter eines Leipziger Hotels ihn dazu aufgefordert habe, seine Kette mit einem Davidstern einzupacken, nachdem "irgendeiner aus der Ecke" ihn bereits zuvor darum gebeten haben soll. Erst dann dürfe er einchecken. Zuvor sei er beim Einchecken lange nicht berücksichtigt worden. Mittlerweile wird in dem Fall ermittelt. Ofarim erstattete zwei Anzeigen, nachdem auch er eine wegen Verleumdung bekommen hatte.

Am Sonntag veröffentlichte die "Bild" schließlich Aufnahmen einer Überwachungskamera, auf denen Gil Ofarim an jenem Tag im und vor dem Hotel gezeigt wurde. Die Davidstern-Kette, die er laut eigenen Angaben getragen haben soll, war darauf nicht zu sehen. Watson sagte er dazu: "Ich habe meine Kette angehabt – wie immer. Ich trage sie auch in den sozialen Netzwerken oder bei Auftritten, deshalb wurde ich angefeindet. Ich war zuvor an dem Tag bei einer Fernsehproduktion, bei der ich sie getragen habe. Diese Bilder/die Ausstrahlung werden auch noch kommen."

Der Sänger bestritt den Vorwurf, er habe sich die Kette erst umgehängt, als er sein Instagram-Video gedreht habe. Er könne nochmal zu 100 Prozent sagen, dass er die Kette die ganze Zeit um den Hals getragen habe. Seit der Veröffentlichung der Aufnahmen gibt es nun weitere Fragen zum geschilderten Hergang. Oliver Pocher nahm nach Erscheinen des Berichts in der Zeitung ein Parodie-Video zum Fall auf. Nun äußerte er sich in seiner neuesten Podcastfolge erneut zu dem Antisemitismus-Eklat.

Oliver Pocher erklärt, was er über Ofarim-Fall denkt

Oliver Pocher zeigte sich nach der Veröffentlichung des Videos von Gil Ofarim, den er auch persönlich kennt, zuerst solidarisch mit ihm. Er schrieb auf Instagram: "Irgendwo müssen ja die über 30 Prozent AfD in Sachsen hin!" Amira pflichtete bei: "Sprachlos! Schämen solltet ihr euch!" Beide ruderten auf ihre eigene Art und Weise zurück. Auf Instagram schrieb Pocher zu einem Video, das ihn sitzend auf einem Bordstein in Anlehnung an Ofarim zeigte, folgendes:

"Leute, ich lebe seit 43 Jahren in Deutschland und sowas Krasses ist mir noch nie passiert! Bitte teilt dieses Video und kommt zu mir auf Tour oder hört meinen Podcast. Ich bin einfach nur geschockt, weil ich diskriminiert, ausgeschlossen und nur auf meine Religion und meinen Status als Superheld reduziert werde! Ich bitte von Presseanfragen abzusehen (außer es wird gut gezahlt und ich habe an dem Tag frei)."

Amira meinte in ihrer Story nach dem "Bild"-Bericht über die Überwachungsaufnahmen: "Und das ist der Grund warum ich nie jemand bin, der schnell irgendwelche Videos teilt, die gerade viral gehen und ausnahmsweise mache ich es und dann passiert sowas?! Bin so enttäuscht! Wir sollten alle erstmal abwarten und hinterfragen, bevor wir unsere Reichweiten nutzen und auf einen Zug mit aufspringen! Ich mache es jetzt auch wieder so!" In jedem Fall sind die weiteren Entwicklungen noch unklar, da die Auswertung noch nicht abgeschlossen ist. Die Polizei könne zum Inhalt noch keine Angaben machen, hieß es bereits.

Im Podcast erklärte Pocher sein Video, welches er im Rahmen der Ofarim-Debatte drehte, so: "Ich habe das dafür genutzt, um das einfach mal wieder ad absurdum zu führen." Und weiter: "Ich finde es herrlich, wie sich dann natürlich wieder Leute auf Social Media, was mir total am Arsch vorbeigeht, darüber aufregen und meinen: 'Das kann man nicht sagen, das kann man nicht machen.' Da wollte ich den Leuten nur noch mal ganz kurz zurufen: Doch, ich kann das alles machen, ich kann im Comedybereich machen, was ich will. Ich kann mich lustig machen, über wen ich will."

Dies könne man eben gut, lustig oder nicht lustig finden. "Und wenn Gil Ofarim das gemacht hat, dann ist sich darüber lustig zu machen noch das Einfachste, was man machen kann. Und man muss sogar noch zwei Stufen weitergehen." Als Amira fragte, was Comedy schließlich dürfe und was nicht, meinte der Komiker zu ihr:

"Alles, es ist Comedy und Satire. Es ist einfach so: Das, was man sagt, ist nie so schlimm, wie die Tat, über die man sich lustig macht. Nur das Schlimme ist, Leute sind angepisst, aber man darf es trotzdem. Ich kann auf der Bühne sagen, machen, was ich will, wenn ich einen klaren Eindruck mache."

Man sollte versuchen, keine plumpe Nummer daraus zu machen, sagte der Vater von fünf Kindern. Der Ofarim-Fall wird laut Pocher noch weitergehen und es werde noch ein Finale geben. Die ganze Situation sei extrem komplex und in Fällen wie bei Gil Ofarim würden keine einfachen Ja-Nein-Antworten reichen. In jedem Fall sei es wichtig, dass es keinen Grund gebe, antisemitisch zu sein, stellte Pocher klar. Niemand dürfe wegen seiner Religion ausgegrenzt werden.

(iger)

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