Bayern München
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Laufen dem FC Bayern jetzt die Torhüter davon? Die Ersatzkeeper Ron-Thorben Hoffmann (l.) und Sven Ulreich. bild: imago images/overstreet

Nach Nübel-Transfer: FCB-Torwart spricht über Abschied und nicht eingehaltenes Versprechen

Nachwuchskeeper Ron-Thorben Hoffmann erwägt öffentlich einen Wechsel – und spricht dabei auch über ein angeblich nicht eingehaltenes Versprechen seitens des FC Bayern.

Schon ein halbes Jahr vor seinem Wechsel ist klar: Der Transfer von Schalke-Keeper Alexander Nübel zu Bayern München wird die Torwartsituation beim Rekordmeister im Sommer entscheidend verändern. Aktuell sieht die Situation wie folgt aus: Nationaltorwart Manuel Neuer, 33, ist die klare Nummer eins. Sein Ersatzmann ist der zwei Jahre jüngere Sven Ulreich. Dritter Keeper ist aktuell Christian Früchtl. Der 19-Jährige hütet regelmäßig das Tor von Bayern II in der 3. Liga. Torwart Nummer vier ist Ron-Thorben Hoffmann. Der 20-Jährige schiebt nun Frust.

Hoffmann, der im Sommer 2015 von RB Leipzig nach München gekommen war, schließt einen Abschied nicht mehr aus.

Hoffmann, der in München einen Vertrag bis 2021 hat, sagte der "Bild"-Zeitung: "Wenn mich der FC Bayern als dritter Torhüter sieht und wir in der kommenden Saison in der 3. Liga spielen, bleibt Bayern eine Option für mich. Ansonsten bin ich weg. Dann möchte ich die Freigabe."

Im Sommer lehnte Bayern einen Transferwunsch von Hoffmann ab

Der Nübel-Transfer ändere Hoffmanns Situation "durchaus entscheidend", wie er dem Blatt außerdem sagte. Der hochtalentierte Torwart hätte im Sommer gute Angebote gehabt, unter anderem von Aufsteiger Union Berlin und einem Klub aus der ersten schwedischen Liga. Auch die Drittligisten FC Magdeburg und KFC Uerdingen waren laut Hoffmann an einer Verpflichtung interessiert.

Doch Bayern lehnte seinen Transferwunsch im vergangenen Sommer ab, da der Klub "mit vier Torhütern in die Saison gehen wollte."

Zusage nicht eingehalten? Dieser Satz dürfte Nübel aufhorchen lassen

Ein weiterer Satz, den Hoffmann in diesem Zusammenhang der "Bild"-Zeitung sagte, dürfte indes die designierte Nummer zwei Alexander Nübel aufhorchen lassen: Es gab laut Hoffmann eine Zusage, dass die Spiele in der dritten Liga zwischen Früchtl und ihm wie in der Vergangenheit aufgeteilt würden. "Das ist bisher nicht passiert." Unterm Strich steht für Hoffmann aktuell nur ein Hinrunden-Einsatz in Liga drei.

Für alle, die in der bayerischen Torwartdebatte den Faden verloren haben und sich jetzt fragen, was das genau mit Nübel zu tun hat: Es war spekuliert worden, dass dem künftigen Bayern-Profi eine bestimmte Anzahl von Spielen zugesichert worden sei.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic bestritt dies. Auch Nübels Berater Stefan Backs hat sich mittlerweile zu einer möglichen Absprache über zugesagte Einsätze zwischen seinem Klienten und Bayern München geäußert, wollte eine entsprechende Vertragsklausel aber nicht bestätigen: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich zu Vertragsinhalten nicht äußern werde. Aber es dürfte jedem klar sein, dass Bayern München auch dazu ein schlüssiges Konzept vorgelegt hat, sonst hätte Alex nicht zugesagt", sagte Backs dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Entscheidend wird für Hoffmann sein, was aus Ulreich und Früchtl wird

Das Bundesligateam und die Drittligamannschaft von Bayern sind natürlich zwei paar Schuhe, aber aufgrund der Aussage von Hoffmann kann man nun spekulieren, ob man es beim Rekordmeister im Zweifel mit Einsatzzusagen doch nicht so ernst nimmt.

Entscheidend wird für Hoffmann sein, wie sich Ulreich und Früchtl orientieren – beziehungsweise was der Plan des Rekordmeisters ist, was die aktuellen Torhüter zwei und drei angeht.

Ulreich kommentierte die Verpflichtung von Nübel damals einigermaßen nüchtern: "Mein Vertrag läuft bis 2021. Das ist jetzt eine neue Situation." In Früchtls Fall steht eine Leihe im Raum. Der U20-Nationaltorwart verlängerte erst im November seinen Vertrag bis 2022.

Sicher ist: Nübel löst in München eine Art Torwartdomino aus. Manuel Neuer wird seinen Platz für den Neuen nicht freiwillig räumen. Nübels Entscheidung, nach München zu wechseln, kommentierte der Weltmeister von 2014 mit einer Spitze. Er wechselte als 25-Jähriger einst auch von Schalke zum FC Bayern. Aber da stand in München keine unantastbare Nummer eins wie Oliver Kahn mehr im Tor. "Ich kann mich nicht in Alex Nübel hineinversetzen. Ich bin als Manuel Neuer ein Spieler gewesen, der damals auch immer spielen wollte. Ich wollte immer die Nummer eins sein."

(as/mit Material von dpa)

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