"Ich stehe krass unter Druck": Shirin David schlägt sich in der ProSieben-Show souverän, hadert jedoch mit dem Ergebnis.
"Ich stehe krass unter Druck": Shirin David schlägt sich in der ProSieben-Show souverän, hadert jedoch mit dem Ergebnis.
Bild: ProSieben / Max Beutler

"Ich dachte, ich liefer' ab": Shirin David fliegt wieder vorm "WSMDS"-Finale raus – und Pastewka triumphiert über Joko

In der dritten Ausgabe von "Wer stiehlt mir die Show?" lagen die Nerven komplett blank. Und das nicht nur, weil Teddy Teclebrhan beim Ausscheiden pöbelte und Star-Rapperin Shirin David wieder vor dem Endkampf gehen musste. Bastian Pastewka zockt nun im Finale eiskalt – und durfte endlich jubeln.
30.07.2021, 15:47
Rupert Sommer

Spätestens als auf dem großen Würfel-Moderator, der hoch über den Köpfen der Spielteilnehmer der aktuell irrsten Show im deutschen Fernsehen schwebt, die Bildschirmansicht durchdrehte, stand das für Joko Winterscheidt demütigende Ergebnis endlich fest. Wie nach einem erfolgreichen Hacker-Angriff poppten immer mehr Warnnachrichten-Fenster auf, es war eine Sensation, die sogar die Technik aus dem Konzept brachte: Wie schon in der ersten Staffel entwickelte sich auch in den neuen Folgen die dritte Ausgabe der ProSieben-Quizreihe zum Waterloo für den sonst gerne so lässig-siegessicheren Moderator.

Beim ersten Mal war's zunächst Thomas Gottschalk, der überragend siegte. Nun nahm Bastian Pastewka, bekanntlich ein gleichermaßen kluger wie charmanter und bescheidener Kopf, Joko seine Show ab. Und zur Belohnung darf Pastewka von nun an moderieren. Und Winterscheidt muss sich wie ein abgestrafter Schuljunge ab nächster Woche erst einmal unter die Kandidaten einreihen. Es wird kein leichter Kampf werden, Pastewka die Show wieder abzunehmen. Oh weh, Joko!

Im Nerd-Fachwissen ist Pastewka nicht zu schlagen

Dabei war abzusehen, dass alles genau so kommen würde. "Mein Gefühl ist nicht gut", stöhnte Joko schon vor dem Final-Duell gegen den Quizkandidaten mit dem wirklich beeindruckend enzyklopädischen Nerd-Fachwissen auf. Zur Erinnerung: Zuvor hatte Pastewka etwa ohne mit der Wimper zu zucken in der wie üblich höchst originellen "Wer nichts wird, wird Nerd"-Spielrunde zunächst über 26 Charaktere aus "Star Trek"-Serien und im Anschluss noch mal über 22 Rollennamen von "Tatort"-Kommissaren aufgezählt.

Überlegener Gewinner: Bastian Pastewka nutzte die Chance, Joko in der dritten Ausgabe seine Sendung abzunehmen.
Überlegener Gewinner: Bastian Pastewka nutzte die Chance, Joko in der dritten Ausgabe seine Sendung abzunehmen.
Bild: ProSieben / Max Beutler

Und das Verrückte daran: Er ließ sich fast gar nicht mehr stoppen und hätte sicher noch eine ganze Menge Namen mehr gewusst. Ins Finale selbst zog Pastewka dann mit einem sagenhaften Vorsprung von 23 Punkten. Die zweitplatzierte Kandidatin, die selbst äußerst souveräne Shirin David, musste sich da mit elf Punkten zufriedengeben.

Plötzlich klappte im Finale auch das Bluffen und Zocken

Im Endkampf war Pastewka, der alle drei Gewinnstufen zuvor für sich entschieden hatte, bestens gerüstet: Er trat mit drei der schweren Bronze-Spielmünzen an, die – der Spiellogik zufolge, die man auch als wohlwollender, treuer Fan nach diversen "WSMDS"-Ausgaben noch immer nicht auf Anhieb kapieren muss – dem Besitzer wichtige strategische Vorteile beim Wett-Raten und Wett-Bluffen gegen Joko verschaffen würden.

Selbst die Münzen brauchte Pastewka nicht wirklich. Als nach fast drei Stunden Spielzeit sein totaler Triumph feststand, befand er sich noch im Besitz aller drei Spiel-Coins. "Aber ich habe doch noch drei Münzen", fragte er sich und schaute gespielt ratlos in die Kamera. Doch nur kurz. Dann riss ihn der Siegestaumel fort.

Teddy eskaliert – und Joko muss sich beinahe übergeben

Und Joko hätte – das ist leider fast wörtlich zu nehmen – am liebsten gekotzt vor Angst und Ärger. "Wenn ich mich übergebe", stammelte der Noch-Spielleiter kurz vor seiner Niederlage, "könnt ihr mir versprechen, dass ihr das rausschneidet?" Und tatsächlich: Joko sah wirklich blass aus. Zum peinlichen Wischmopp-Einsatz musste es dann aber doch nicht kommen. Zumindest war ein Erbrechen – dankenswerterweise – für die Zuschauer nicht zu sehen.

Efta (ganz rechts) war eine sympathische Wildcard-Kandidatin. Doch sie hatte Pech: Weil die 27-Jährige nach der ersten Runde punktemäßig gleichauf mit Shirin und Teddy lag, zogen alle drei Spieler in eine Rate-Runde zum Stechen. Dort verließ Efta ihr Glück...
Efta (ganz rechts) war eine sympathische Wildcard-Kandidatin. Doch sie hatte Pech: Weil die 27-Jährige nach der ersten Runde punktemäßig gleichauf mit Shirin und Teddy lag, zogen alle drei Spieler in eine Rate-Runde zum Stechen. Dort verließ Efta ihr Glück...
Bild: ProSieben / Max Beutler

Vorher hätte es ebenfalls fast einen Gänsehaut-Zwischenfall gegeben. Dann nämlich, als der sonst eigentlich so aufreizend lethargische Comedian Teddy Teclebrhan plötzlich wutentbrannt fast die Studioeinrichtung zerlegt hätte. Er kam mit dem tatsächlich denkbar kniffligen "30 Seconds to Spaß"-Spiel, bei dem es nicht nur um richtige Antworten, sondern vor allem um ein perfektes Zeitgefühl ankam, überhaupt nicht zurecht. "Ich hasse dieses Spiel", wütete Teddy. Und er wollte die Buzzer-Einrichtung zerstören. "Ich baue das Ding hier ab", klagte er. Und das klang dann nicht mehr nur nach Spaß.

Tatsächlich musste Teddy Teclebrhan schon wieder als erster der drei Promi-Kandidaten den gefürchteten "Walk of Shame"-Abgang antreten. Und das diesmal mit einer sichtbaren Wut im Bauch. "Mein Plan war, dich heute zu zerlegen", fauchte er beim Rausgehen noch einmal Joko Winterscheidt an. "Ich hasse dich." Einmal in Fahrt wurde Teddy – gespielt – immer maßloser: "Ich hasse alles hier", sagte er und hinderte Joko sogar daran, ihn höflich zu verabschieden. "Hör' auf, mich zu begleiten", keifte er. "Ich kenne den Weg. Den bin ich schon mal gelaufen." Stimmt! Bleibt abzuwarten, wie Teddys Rache in der nächsten Woche aussieht.

Shirin David setzte sich vielleicht zu stark selbst unter Druck

Und Shirin David? Die Rapperin und frühere "DSDS"-Jurorin schlängelte sich lange routiniert und erfolgreich durch die Sendung, die ihr sichtlich Spaß zu machen beginnt. Schade nur, dass sie mit ihrem Siegeswillen diesmal trotzdem wieder nicht bis in die Endrunde kam. Und das, obwohl sie im bereits erwähnten "Nerd"-Spiel fast schon ähnlich aufregendes Detail-Wissen wie Bastian Pastewka an den Tag legen konnte.

"Boah, ist das hart": Shirin David hatte es wieder unter die Runde der letzten zwei Quiz-Kandidaten geschafft. Trotzdem: Ihre Stunde dürfte noch kommen.
"Boah, ist das hart": Shirin David hatte es wieder unter die Runde der letzten zwei Quiz-Kandidaten geschafft. Trotzdem: Ihre Stunde dürfte noch kommen.
Bild: ProSieben / Max Beutler

Beeindruckende 28, meist ja ziemlich komplizierte Vor- und Zunamen von "Harry Potter"-Charakteren konnte sie herunterbeten. Kein Wunder, als Teenager hatte Shirin die Sommerferien über immer durchgelesen, wie sie erzählte. "Wir mussten zur Großmutter nach Litauen", sagte sie. "Alles, was wir mitnehmen durften, waren unsere Instrumente und 'Harry Potter'."

Wer nimmt Pastewka die Show ab?

Bei ihr wirkte das wie echte Leidenschaft, bei Bastian Pastewka ein wenig krasser. "Ich habe 'Raumschiff Enterprise' und 'Tatort' geschaut", erinnerte sich der Schauspieler mit dem offenbar unschlagbaren TV-Fachwissen an seine Teenager-Zeit. "Deswegen habe ich keine Freunde." Schnüff!

Shirin Davin hatte sich diesmal vielleicht selbst ein wenig zu sehr gewünscht, dass endlich alles gut geht mit dem Projekt Joko-Besiegen. "Ich dachte, ich liefer' ab", sagte sie zwischendurch selbst – und war dann wieder ein wenig enttäuscht. "Ich stehe krass unter Druck." Allerdings: Es ist ein Spiel. Und gegen Joko als Mit-Kandidaten dürfte es für Shirin in der nächsten Woche sogar ein leichtes werden.

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