14 May 2019, berlin, Germany - residential district in Berlin. Blooming trees in morning

Ein Baum vor dem Fenster kann die Stimmung ganz schön heben. Bild: iStock Editorial / mi-viri

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Studie: Bäume in der Stadt können Risiko von Depressionen senken

Wer aus dem Fenster hinaus und auf grüne Bäume blickt, fühlt sich besser als derjenige, der nur graue Häuserwände sieht, das ist klar. Straßenbäume in der Stadt können neuen Erkenntnissen zufolge aber sogar die seelische Gesundheit stärken und das Risiko von Depressionen senken. Das zeigt eine Studie von Forschern aus Leipzig und Jena. Die Experten untersuchten den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Bäume sowie ihrer Nähe zu einem Wohnort und der Anzahl verschriebener Antidepressiva.

Grundlage waren Daten von fast zehntausend Einwohnern der Stadt Leipzig. Weitere für Depressionen bekannte Faktoren wie etwa Beschäftigungsstatus, Geschlecht, Alter und Körpergewicht wurden aus den Ergebnissen herausgerechnet.

Dabei zeigte sich, dass Straßenbäume im Umkreis von unter hundert Metern das Risiko, an einer Depression zu erkranken, verringern könnten. Mehr Bäume in unmittelbarer Umgebung des Hauses gingen demnach häufig mit einer geringeren Zahl von Antidepressiva-Verschreibungen einher. Dieser Zusammenhang sei besonders klar für sozial schwache Gruppen, die in Deutschland am gefährdetsten gelten, an Depressionen zu erkranken, schrieben die Experten.

An der Studie waren Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung, der Universität Leipzig und der Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Scientific Reports".

Erkenntnisse wichtig für Lockdown

"Unser Ergebnis deutet darauf hin, dass Straßenbäume dazu beitragen können, die Lücke der gesundheitlichen Ungleichheit zu schließen", schreibt die Hauptautorin der Studie, die Umweltpsychologin Melissa Marselle. "Das ist eine gute Nachricht, da Straßenbäume relativ leicht zugänglich sind und ihre Zahl ohne großen planerischen Aufwand erhöht werden kann."

Die Erkenntnisse seien insbesondere in Zeiten des Corona-Lockdowns von großer Bedeutung, so die Datenanalystin Diana Bowler. "Die meisten Planungsrichtlinien für städtische Grünflächen beschränken sich auf Erholungsräume, die extra aufgesucht werden müssen, wie etwa Parks. Unsere Studie zeigt aber, dass die alltägliche Natur in der Nähe des Hauses – die Artenvielfalt, die man beim Blick aus dem Fenster sieht oder wenn man zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen geht – genauso wichtig für die psychische Gesundheit ist."

Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass Grünflächen sich positiv auf das seelische Wohlbefinden auswirken. Allerdings stützen sich die meisten dieser Studien den Angaben zufolge auf Selbsteinschätzungen von Befragten.

(ftk/afp)

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