Lijana Kaggwa meldet sich am Donnerstag mit einem zweiten Video auf YouTube über die zeit bei "Germany's Next Topmodel" zurück.
Lijana Kaggwa meldet sich am Donnerstag mit einem zweiten Video auf YouTube über die zeit bei "Germany's Next Topmodel" zurück.Bild: Screenshot/YouTube / Lijana Risen

"Ihr habt mich so manipuliert" – Ex-"GNTM"-Kandidatin Lijana erhebt erneut schwere Vorwürfe

30.05.2022, 07:46

Rund eine Woche ist es her, dass die Ex-"GNTM"-Kandidatin Lijana Kaggwa (Staffel 2020) ein Video auf YouTube veröffentlichte, das hohe Wellen schlagen sollte. Sie erhob schwere Vorwürfe gegen die Produktionsfirma der Casting-Show. Sie erzählte von manipulierten Interviews, psychischer Gewalt und künstlich provoziertem Stress. Am Donnerstag, eine Woche später, ein paar Stunden vor dem großen "GNTM"-Finale veröffentlichte sie ein weiteres Video.

Triggerwarnung: Im folgenden Text geht es um das Thema Suizidgedanken und emotionale Erpressung. Das kann belastend und retraumatisierend sein. Bei der Telefonseelsorge findest du 24 Stunden am Tag Hilfe: 0800 1110111

Lijana erhob schwere Vorwürfe gegen "GNTM" und die Produktionsfirm in ihrem ersten Video

Es sind schwere Vorwürfe, die Lijana Kaggwa schon in ihrem ersten Video erhob. Sie sei in der Sendung als Zicke dargestellt worden, um so die Zuschauer-Quoten in die Höhe zu treiben. Sie erzählte von bewusst herbeigeführten Stresssituationen, so hätten die Kandidatinnen zum Beispiel die Unterkunft drei Monate nicht verlassen dürfen. Interviews seien manipuliert und Aussagen in den Mund gelegt worden.

Lijana war 2020 Kandidatin bei "GNTM".
Lijana war 2020 Kandidatin bei "GNTM".Bild: www.imago-images.de / Eventpress Radke

Im Anschluss an die Sendung ging es der 25-Jährigen sehr schlecht. Sie sei Cyber-Mobbing ausgesetzt gewesen, hätte Depressionen und sogar Suizidgedanken entwickelt. Sie hätte sogar unter Polizeischutz gestanden.

Lijana postet weiteres Enthüllungs-Video

Jetzt richtet sie sich erneut gegen "GNTM" und die Produktionsfirma. "Germany's Next Topmodel Enthüllung: Was passiert sonst noch so hinter den Kulissen?" – so heißt das zweite YouTube-Video der "GNTM"-Kandidatin Lijana Kaggwa aus der Staffel 2020. Über eine halbe Stunde hat sich die 25-Jährige vor ihre Kamera gesetzt, um der Welt einen weiteren Einblick in die Praktiken der ProSieben-Show zu geben.

Lijana richtet sich noch einmal mit Vorwürfen über "GNTM" an die Öffentlichkeit.Video: YouTube/Lijana Risen

Auch dieses Mal beginnt sie damit, dass sie für das Video verklagt werden könnte. Denn eigentlich unterliegen die Teilnehmenden einer Schweigepflicht. "Teile meiner Schweigepflicht umgehe ich heute", gibt sie zu Verstehen. "Aber nur die Teile, die maßgeblich verantwortlich für mein Cyber-Mobbing, mein Polizeischutz und meine Suizidgedanken waren."

Außerdem wolle sie noch einmal klarstellen, dass sie die Schweigepflicht nicht umgehe, um "GNTM" zu diffamieren. "Ich umgehe die Schweigepflicht, um Menschen dafür zu sensibilisieren, dass Reality-TV nicht die Wahrheit zeigt."

"Wir dürfen uns nicht mal negativ bezüglich der Show oder Heidi Klum äußern"
Lijana Kaggwa

Und nach Lijanas Beschreibungen ist die Schweigepflicht sehr streng. "Wir dürfen absolut nichts, absolut gar nichts davon preisgeben, was hinter den Kulissen passiert. Und wir dürfen uns nicht mal negativ bezüglich der Show oder Heidi Klum äußern", erzählt sie im Video.

Sollte man die Schweigepflicht brechen, könne "GNTM", beziehungsweise die Produktionsfirma eine Geldsumme festlegen, die man zahlen müsse. Wie viel Geld das genau sei, das wüsste man nicht.

Zahlreiche Kandidatinnen äußerten sich nach erstem Video: Lijana greift Statements auf

Nach ihrem ersten Video haben zahlreiche andere Kandidatinnen sich zu den fragwürdigen Praktiken der Sendung und der Produktionsfirma geäußert.

Einige Reaktionen der Ex-Teilnehmerinnen, die diese zuvor auf verschiedenen Social-Media-Plattformen hochgeladen haben, hat Lijana in ihr Video reingeschnitten.

Das erste Enthüllungs-Video über "GNTM" schlug hohe Wellen.Video: YouTube/Lijana Risen

In ihrem ersten Enthüllungs-Video warf Lijana Stylisten vor, bei der ersten Fashion-Show gezielt einzelnen Models die Füße eingecremt zu haben. Eine Ex-Kandidatin, Magda, postete dazu ein TikTok-Video, in dem sie erzählt, dass bei ihr die Füße zwar nicht eingecremt worden seien. Ihr hätte man aber Schuhe gegeben, die drei Nummern zu klein gewesen wären. Auch sie stürzte.

"Ich finde es erschreckend, dass gerade die Schuh-Manipulation und diese Streitigkeiten-Manipulation in jeder Staffel Verwendung findet."
Lijana Kaggwa

Auch die Reaktion von Nathalie Volk, mittlerweile bekannt unter dem Künstlerinnennamen Miranda DiGrande, schnitt Lijana in ihr zweites Video hinein.

Neele Bronst (Staffel 2017) äußerte sich im Anschluss an Lijanas erstes Video ebenfalls ausführlich auf Instagram. Dort schilderte sie, dass auch sie – wie Lijana – erfolgreich als Quotenzicke dargestellt wurde. Auch Neele erzählt von manipulativem Verhalten seitens der Produktion. Zum Beispiel sei einfach einer anderen Kandidatin erzählt worden, dass Neele über sie gelästert habe. Neele stellt klar: Das stimmte nicht.

Neele Bronst hat 2017 bei "GNTM" teilgenommen.
Neele Bronst hat 2017 bei "GNTM" teilgenommen.Bild: imago stock&people / Revierfoto

"An dieser Stelle möchte ich nochmal festhalten, wie unglaublich erschreckend und schockierend ich teilweise die Geschichten von den anderen Kandidatinnen finde", erzählt Lijana über die verschiedenen Statements.

"Gerade, wenn man Neeles Statement hört, in Verbindung mit meinem ersten Video, wird ganz schön klar, was für ein abgekartetes Spiel es ist, weil sie die Maschen Jahr für Jahr wiederholen", sagt sie. "Ich finde es erschreckend, dass gerade die Schuh-Manipulation und diese Streitigkeiten-Manipulation in jeder Staffel Verwendung findet."

Lijana wirft erneut manipulatives Verhalten vor

Lijana erhebt erneut schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit Manipulationen bei der Produktion. Es würden völlig medienunerfahrenen Menschen in eine Reality-Sendung geworfen und auf der anderen Seite stünden Menschen, die teils seit Jahren in der Medienbranche unterwegs seien. Diese wüssten genau wissen, wie Fernsehen, Hass und Shitstorm funktionieren würde – und wie so einer ausgelöst werden könne. Das fände sie am verwerflichsten. Sie sagt:

"Ich wusste es vorher nicht, dass da Redakteurinnen sind, die dich so heftig verarschen, ins Gesicht lügen und menschlich mit dir spielen und dich manipulieren, dir sagen, etwas kommt gut an, was im Endeffekt nur dazu führt, dass du Morddrohungen bekommst und unter Polizeischutz gestellt wirst, weil der Cyber-Mobbing so schlimm ist."

Situationen seien gezielt herbeigeführt worden. Sie richtet sich an die Produktion: "Ihr habt mich so manipuliert."

(and)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Oliver Pocher gegen Boris Becker: Neues Detail zum Rechtsstreit bekannt

Aktuell sitzt Boris Becker im Huntercombe-Gefängnis bei London in Haft, nachdem er im April wegen Insolvenzverschleppung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden war. Bald steht für den ehemaligen Tennis-Profi ein weiterer Gerichtstermin an, denn nun steht fest, wann sein Zivilprozess gegen Comedian Oliver Pocher losgeht.

Zur Story