Edmund Stoiber redet sich in Rage.
Edmund Stoiber redet sich in Rage.
bild: screenshot zdf

Markus Lanz zu Edmund Stoiber: "Ich mache mir Sorgen um Ihren Blutdruck"

17.09.2021, 06:2517.09.2021, 06:49
Dirk krampitz

TV-Talker Markus Lanz hat am Abend in Köln den Deutschen Fernsehpreis für die beste Informationssendung bekommen. Er setzte sich dabei gegen die beiden Magazine "Frontal" (ZDF) und "Panorama" (ARD/NDR) durch. Bevor er zur Verleihung nach Köln geeilt ist, hat er in Hamburg noch schnell seine Sendung für den Abend mit folgenden Gästen aufgezeichnet:

  • Edmund Stoiber, CSU-Ehrenvorsitzender
  • Anna Mayr, "Zeit"-Redakteurin
  • Julius van de Laar, Strategieberater
  • Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber und Markus Lanz kennen sich von diversen Treffen im Talk-Studio. Diesmal ist Stoiber eingeladen, um über die Lage in der Union zu sprechen. Natürlich will Lanz aus ihm herauskitzeln, ob er nicht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für den besseren Kanzlerkandidaten der Union hält. "Das ist heute nicht mein Thema", sagt Stoiber. "Aber meins", kontert Lanz vergnügt. Nach ein bisschen Geplänkel lässt sich Stoiber zu einer Aussage hinreißen. "Er wäre ein guter Kandidat. Er hat alle Voraussetzungen." Und dann nach einer kleinen Pause: "Wie Armin Laschet auch."

Lieber als über die Kandidaten-Konkurrenz will Stoiber über mögliche Folgen eines Wahlsiegs der SPD sprechen. "Rot-Rot wäre ein Quantensprung, der späte Erfolg des Oskar Lafontaine", sagt Stoiber. Und auch, wenn das Wort "Quantensprung" eigentlich eher positiv belegt ist, meint Stoiber das absolut negativ. Denn in der Folge zeichnet er ein Schreckensbild vom wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands und dem damit einhergehenden Einflussverlust in Europa bei einer Regierungsbeteiligung der Linken. "Einigen wir uns darauf, dass Sie den Teufel ein bisschen an die Wand malen und er hat dunkelrote Hörner", sagt Lanz spöttisch nach Stoibers aufgeregt vorgetragenem Szenario. Dann legt er sogar noch einmal nach: "Herr Stoiber, ich mache mir Sorgen um ihren Blutdruck." Stoiber trocken: "Das sagen Sie immer."

Julius van de Laar sagt, wie Armin Laschet besser dastehen könnte.
Julius van de Laar sagt, wie Armin Laschet besser dastehen könnte.
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Der Polit-Strategieberater Julius van de Laar findet, dass Stoiber und die CDU eine gewisse "Ideenlosigkeit" an den Tag legen, weil sie die alte Rote-Socken-Kampagne aus der Nachwendezeit wieder aufwärmen.

Alles eine Folge von verpassten Chancen, seiner Meinung nach. Er glaubt, dass Armin Laschet im Hochwassergebiet alles hätte klarmachen können. "Es war der Moment, wo er hätte zum Kanzler werden können." Wenn er dort symbolisch den Wahlkampf ausgesetzt und seine Konkurrenten Annalena Baerbock (Grüne) als Umweltexpertin und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) als "Mann, der sagt, wie wir das bezahlen" eingeladen hätte. Hat er aber nicht. Stattdessen wurde er beim Lachen im denkbar unpassendsten Moment gefilmt.

Anna Mayr glaubt, dass die Flut Laschets Schicksal als Kanzlerkandidat besiegelt hat.
Anna Mayr glaubt, dass die Flut Laschets Schicksal als Kanzlerkandidat besiegelt hat.
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"Ich denke, dass dieses Lachen viel verändert hat. Und auch nicht ganz aus den falschen Gründen."
Anna Mayr

Die Journalistin Anna Mayr glaubt, dass Armin Laschet im Zuge der Flutkatastrophe gescheitert ist, weil sich die Leute aufgrund seiner anscheinenden Unbedachtsamkeit fragen: "Dieser Mann soll unser Land führen – kann er das?" Und das gelte auch für die Ungenauigkeiten in Annalena Baerbocks Lebenslauf und ihrem Buch.

Ökonom Marcel Fratzscher sieht die Steuerpläne von CDU und FDP sehr kritisch.
Ökonom Marcel Fratzscher sieht die Steuerpläne von CDU und FDP sehr kritisch.
bild: screenshot zdf

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, hat die Steuersenkungspläne der Parteien mal durchgerechnet: die CDU würde auf 30 Milliarden Euro verzichten, die FDP auf 80 Millionen. Allerdings brächten diese Steuersenkungen nicht den Wirtschaftsaufschwung, mit dem immer argumentiert wird. "Es gibt viele Studien dazu und die sagen eigentlich immer: Das funktioniert nicht. 70 Prozent der Steuersenkungen sind für die oberen 10 Prozent. Die werden das Geld auf die hohe Kante legen, das geht nicht in den Konsum und auch nicht in die Wirtschaftsinvestition." Außerdem seien nicht hohe Steuern das Problem für die Wirtschaft, sondern eher Regulierung und Bürokratie. Zur Entlastung von Unternehmen seien die Möglichkeit für Direktabschreibungen sehr viel sinnvoller.

Entlastungsbedarf sieht Fratzscher aber vor allem bei mittleren und unteren Einkommensklassen: Deutschland habe trotz guten Wirtschaftszahlen mit 10 Millionen Menschen "einen der größten Niedriglohnsektoren Europas" und die Armutsquote sei gestiegen.

Auch die die bestehende Rentenregelung sei eine "Verteilung von arm zu reich". Denn die Lebenserwartung von Menschen mit schlechter bezahlten, oft körperlich anstrengenden Berufen, liege 5-6 Jahre niedriger und damit auch die Rentenbezugsdauer. "Sie zahlen mehr ein als sie herausbekommen." In keinem anderen Land der Welt werde Arbeit höher besteuert und Vermögen weniger. Sein Fazit:

"Aus ökonomischer Sicht würde es extrem viel Sinn machen, Menschen mit geringen Einkommen zu entlasten und Menschen mit hohem Einkommen zu belasten."
Marcel Fratzscher
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