Veronika Ilieva aus Heimerdingen versucht die Jury (v.l.) Michael Wendler, Mike Singer, Maite Kelly und Dieter Bohlen von sich zu überzeugen.

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Michael Wendler ist nicht mehr Teil von "DSDS". Die Jury hat reagiert. Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

RTL schneidet Michael Wendler aus "DSDS" raus – so reagiert Dieter Bohlen

RTL zieht die Reißleine. Am Dienstagabend strahlte der Sender noch die erste Folge der neuen Staffel "DSDS" aus und setzte dabei auf zahlreiche Gags auf Kosten von Michael Wendler. Doch damit ist jetzt Schluss. Nachdem der Wendler auf Telegram die aktuellen Corona-Maßnahmen mit einem KZ verglichen hat, hat der Sender entschieden, den Sänger komplett aus der Sendung zu schneiden. Künftig wird er also nicht mehr Teil von "DSDS" sein. Eine Entscheidung, die bei den anderen "DSDS"-Juroren offenbar für gute Stimmung sorgt.

Auf Instagram teilte Dieter Bohlen direkt die Schlagzeile "RTL schneidet den Wendler aus 'DSDS' raus". Dass er diese Nachricht begrüßt, ist sehr wahrscheinlich, auch wenn er es nicht weiter kommentiert. Immerhin hatte er sich bereits in der Vergangenheit nie als der größte Wendler-Fan gezeigt.

Maite Kelly signalisiert Zustimmung

Maite Kelly meldete sich ebenfalls zu Wort und wurde deutlicher. Sie teilte ebenfalls die Schlagzeile in ihrer Instagram-Story und versah dies mit einem "Daumen hoch"-Emoji.

DSDS: Maite Kelly

So reagierte Maite Kelly auf die Wendler-Nachricht. Bild: screenshot instagram.com/maite_kelly

Mike Singer mit deutlicher Botschaft

Jury-Kollege Mike Singer hingegen äußerte sich noch nicht zu der neuen Situation, postete allerdings auf Instagram ein Video von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und spricht sich klar für Corona-Impfungen aus. Mike Singer schreibt dazu: "Nachdem ich selber schon an Corona erkrankt war, finde ich die Möglichkeit einer Impfung unfassbar." Und der "DSDS"-Juror schiebt sogar noch einen wichtigen Zusatz mit Signalwirkung hinterher: "Lieber Herr Söder, wenn ich niemandem eine Impfung wegnehme, würde ich mich gerne impfen lassen... also wo soll ich hinkommen?"

Damit distanziert er sich umso deutlicher von Michael Wendler und dessen Anti-Impf-Haltung.

Wendler selbst übrigens hat sich mittlerweile auf Instagram verteidigt und postete dort eine Klarstellung zu seinem skandalösen Telegram-Post. Demnach habe er "KZ" als Abkürzung für "Krisen Zentrum" gemeint.

RTL reagiert spät auf Wendler-Wandlung

Dabei war es nicht der erste KZ-Vergleich auf seinem Telegram-Kanal. Einen Tag nach dem Vorfall hat Michael Wendler zwar jegliche Posts, in denen sich die Abkürzung "KZ" finden ließ, gelöscht, doch die Spuren lassen sich nicht ganz verwischen. Auf Twitter finden sich noch immer Screenshots verschiedener Posts, teils noch aus dem Herbst 2020. Dementsprechend dürften auch RTL die Entgleisungen des Wendlers schon zuvor aufgefallen sein. Doch auf Nachfrage von watson teilte RTL dazu lediglich mit:

"Während der Dreharbeiten zu 'DSDS' hat Michael Wendler keinerlei solcher Äußerungen getätigt."

Antisemitismus-Beauftragter lobt RTL-Entscheidung

Die Entscheidung des Senders, die "DSDS"-Folgen umzuschneiden und den Wendler zu entfernen, kommt zwar spät, ist aber begrüßenswert. Das findet auch der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein. Er sagte gegenüber watson:

"Ich begrüße die Entscheidung von RTL ausdrücklich. RTL zeigt damit Verantwortung für die Wahrung der demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft. Jemand, der Deutschland als Konzentrationslager bezeichnet und den Holocaust auf abscheuliche Art und Weise relativiert, ist nicht geeignet, in der herausgehobenen Position eines Jurors vor einem Millionenpublikum über die Qualifikation anderer Menschen zu urteilen – auch, wenn sich dabei um eine Unterhaltungssendung handelt."

Michael Blume, Religionswissenschaftler und Beauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg gegen Antisemitismus erklärte gegenüber watson, er habe schon lange vor Verschwörungsmythikern wie dem Wendler gewarnt: "Immer wieder habe ich davor gewarnt, dass sich Verschwörungsgläubige auch gegen die Parteien wenden, durch die sie hofiert wurden. Das Gleiche gilt leider auch für Medienunternehmen wie Facebook, FoxNews oder RTL: Verschwörungsgläubige wie der Trump-Unterstützer Michael Wendler oder Xavier Naidoo können für vergangene Unterstützung nicht dankbar sein, sondern beschuldigen auch frühere Partner der Verschwörung."

Blume könne deswegen nur allen Medienunternehmen raten, "es nicht mit Beschwichtigung zu versuchen, sondern gegenüber Verschwörungsmythen von sogenannten 'Stars' frühe und klare Grenzen zu ziehen".

(jei)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Thomas Keller 06.01.2021 20:37
    Highlight Highlight Warum berichtet man überhaupt noch über den? Der Wendler ist der größte Rohrkrepierer überhaupt. So Leute wie Gunther Gabriel, Matthias Reim, oder Bär Läsker haben Respekt verdient. Grund: die waren auch pleite, haben den Karren aber von selbst wieder aus dem Dreck geholt und sich saniert. Der Wendler haut einfach ab und lässt seine Gläubiger auf den Verbindlichkeiten sitzen. Und wenn der das in Amerika auch so macht, dann ist der schneller wieder hier als dem recht ist.

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