Bayern München
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Suchbild. Kleiner Tipp: Er ist #gierig und #griffig. bild: imago images/action pictures

Alte Anführer wackeln: FC Bayern hat wohl schneller als gedacht einen neuen Leader

Schon seit langem gibt sich Joshua Kimmich als neuer Wortführer beim FC Bayern, unterstreicht damit seine Chef-Ansprüche. Schon bald könnte er der neue Leader beim Rekordmeister sein. Nicht zuletzt, weil alte Anführer wackeln.

Beim Jonglieren muss man geschickt sein und voll konzentriert. Außerdem bedarf es viel Ehrgeiz, um in dieser Übung irgendwann Perfektion zu erlangen. Vielleicht benutzt Bayern Münchens Joshua Kimmich deshalb unter seinen Bildern auf Instagram stets sein Signature-Emoji, den Jongleur: 🤹🏽‍♂️.

Denn der ehrgeizige Kimmich jongliert, bildlich gesprochen, mit Führungsspielertugenden – und das fast fehlerfrei: Der Nationalspieler ist Sprachrohr nach innen und außen, redet öffentlich Klartext, legt gerne den Finger in sportliche und klubstrategische Wunden.

Vor der laufenden Saison forderte er beispielsweise von der Vereinsführung via "Sport1", dass man "noch den einen oder anderen" brauche, damit der Klub in der Champions League etwas reißen könne. Nach dem schmeichelhaften 3:2-Sieg gegen Aufsteiger Paderborn Ende Septmeber kritisierte er, dass sein Team "einfach zu viele Fehler" mache: "Auch schon in den Spielen, die wir hoch gewonnen haben. Keiner von uns ist mit der Art und Weise zufrieden".

Rummenigge: "Dann muss er auch große Leistung liefern" – und Kimmich liefert

Von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bekam er danach eine Ansage: "Wenn man kritisch ist, muss man die Flagge in die Hand nehmen und nach oben halten. Und dann müssen alle demjenigen hinterher rennen", sagte Karl-Heinz Rummenigge und nahm Kimmich in die Pflicht: "Dann muss er auch große Leistung liefern. Den Anspruch muss er jetzt auch an sich selbst haben."

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Joshua Kimmich (r.) im Zweikampf mit Werder Bremens Yuya Osako. bild: imago images/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Und Kimmich liefert. Sportlich ist er eine der Konstanten im Spiel des FC Bayern. Mit Ausnahme des Champions-League-Gruppenspiels bei Roter Stern Belgrad stand der 24-Jährige in allen Pflichtspielen in der Startelf, meistens spielte er durch. Gegen Belgrad wechselte Flick ihn ein, so dass er mit Manuel Neuer der einzige Bayern-Spieler ist, der in dieser Saison in allen Spielen auf dem Platz stand. Leistungsschwankungen? Kennt Kimmich nicht.

Beim FC Bayern brauchen sie mittelfristig einen neuen Anführer

All das macht einen Leader aus. Und beim FC Bayern brauchen sie mittelfristig einen neuen. Dringend sogar. Kimmich, den Trainer Pep Guardiola beim Rekordmeister vom Zweitliga- zum Weltklassespieler machte, ist in der Pole-Position für diese Rolle.

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King Kimmich: Einen Thron hat er schon. bild: imago iamegs/mis

Wenn man sich den aktuellen Kader des Rekordmeisters so ansieht, sollte man auf den ersten Blick meinen, dass das eine einfache Übung sei, haben die Bayern doch eine ganze Reihe an verdienten Führungsspielern, die für die Chefrolle in Frage kommen:

Müller bis Neuer haben gerade andere Baustellen

Doch alle vier haben aktuell mit ihren eigenen Problemchen zu kämpfen: Bei Thomas Müller, Manuel Neuer und Javi Martínez laufen 2021 jeweils die Verträge aus – Zukunft noch ungewiss. Neuer und Müller spielten in den vergangenen Wochen und Monaten schon mit Wechselgedanken. Martínez ist aktuell kein unangefochtener Stammspieler und zudem verletzt.

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Tragende Rolle: Kapitän Manuel Neuer und Joshua Kimmich. bild: imago images/ActionPictures/peter schatz

Neuer hat außerdem die "Baustelle Nübel": Der Weltmeister von 2014 wird im März 34 Jahre alt und weiß seit kurz vor Weihnachten, als der FCB den Sommertransfer des talentierten Schalker Torwarts bekanntgab, dass er perspektivisch abgelöst werden soll. Thiago spielt zwar oft, aber er taucht in großen Partien, zum Beispiel in der Champions League, oft unter. Außerdem ist er, wie im Martínez übrigens auch, kein Lautsprecher.

Es spricht viel für Kimmich

Auch Innenverteidiger Niklas Süle, 24, designierter Abwehr-Boss beim FCB und in der Nationalelf, ist ein potenzieller Boss – aber aktuell wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht, sodass er keine Führungsansprüche erheben kann. Es ist schon seine zweite Verletzung dieser Art innerhalb von rund fünf Jahren.

Wenn es ganz dumm läuft, was wir nicht hoffen, könnte ihn das gleiche Schicksal wie Holger Badstuber ereilen. Der Ex-Bayern-Profi galt vor der WM 2014 als einer der besten jungen Innenverteidiger der Welt, nach einem Kreuzbandriss fiel er über 500 Tage aus, verpasste in dieser Zeit 124 Spiele und das Turnier in Brasilien. Er fand nie wieder zu alter Stärke zurück und spielt aktuell in der zweiten Liga für den VfB Stuttgart.

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Holger Badstuber (l.) war eine Bank, bis er irgendwann nur noch auf der Bank saß. Bild: imago/Sven Simon

Es spricht also in der aktuellen Situation viel für Kimmich: Mittelfristig könnte er DER neue Bayern-Leader werden, die Spielführerbinde des amtierenden Kapitäns Manuel Neuer sowie eine zentrale Rolle übernehmen.

In der Nationalmannschaft übernimmt er diese zentrale Rolle bereits: Bundestrainer Joachim Löw beorderte Kimmich im Umbruchjahr 2019 von der Rechtsverteidiger-Position ins Mittelfeldzentrum. Auch Hansi Flick sieht Kimmich perspektivisch auf der "Sechs".

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2020 könnte sein Jahr werden: Kimmich ist #gierig, #griffig und er glaubt an sich selbst (#believeinyourself). bild: screenshot instagram.com/jok_32

Beim Länderspiel gegen Argentinien im Oktober vergangenen Jahres durfte Kimmich sogar schon mal die Kapitänsbinde von Manuel Neuer anprobieren. Auf die Frage, wie sich das Tragen der Binde angefühlt habe, sagte Kimmich damals: "Es hat sich schön angefühlt. Das war ein besonderer Moment, den ich nicht vergessen werde. Ich glaube, Manuel passt sie aber noch ein bisschen besser." Damit meinte Kimmich aber nicht die Führungsqualitäten seines Vereinskollegen, sondern seinen Bizeps, den er "noch aufpumpen muss".

Keine Sorge, lieber Joshua Kimmich: Es gibt Kapitänsbinden auch in XS. Einfach weiter fleißig und konzentriert Jonglieren üben, dann passt sie ohnehin bald wie angegossen.

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