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Immer mehr Menschen sind von Armut bedroht (Symbolbild). Bild: picture alliance

Trotz steigender Beschäftigung: Immer mehr Menschen droht ein Leben in Armut

Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sinkt, die Beschäftigung am Arbeitsmarkt steigt, die Wirtschaft erlebt einen Aufschwung: Deutschland geht es gut. Eigentlich.

In einer Untersuchung hat die Bertelsmann-Stiftung allerdings festgestellt: Trotz aller positiven Faktoren ist das Armutsrisiko hierzulande seit der Finanzkrise 2008 bis 2018 gestiegen. "Für uns ist das überraschend, weil wir vermutet hätten, dass ein Anstieg der Beschäftigung mit einem geringeren Armutsrisiko einhergeht", sagt Thorsten Hellmann, Leiter der Untersuchung gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Mehr Armut trotz steigender Beschäftigung

Untersucht hat die Bertelsmann-Stiftung 41 Ländern der EU und OECD. In 25 Staaten stagniere das Armutsrisiko oder sei bis 2018 sogar noch gewachsen. Als von Armut bedroht gilt laut der Studie, wer weniger als 50 Prozent des mittleren Einkommens verdient.

Das Missverhältnis zwischen Arbeitsmarkt-Entwicklung und Armutsdaten sei auffallend, betont die Analyse. Mögliche Faktoren dafür sehen die Macher der Studie im Anstieg befristeter und (unfreiwilliger) Teilzeit-Jobs sein oder auch dem größeren Anteil von Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Nach wie vor verdienen auch etwa 1,8 Menschen in Deutschland weniger als der Mindestlohn es vorgibt.

Vor allem Kinder und ältere Menschen sind von Armut bedroht

In sechs Kategorien bewertete die Bertelsmann-Stiftung Anstrengungen zur Armutsvermeidung, Beschäftigung/Arbeitsmarkt, gerechte Bildungschancen, Generationen-Gerechtigkeit, Gesundheit sowie Politik gegen Diskriminierung. Die nordischen Länder Island, Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden belegen dabei die Spitzenpositionen. Die USA gehören mit Platz 36 zu den Schlusslichtern, am schlechtesten schneiden die Türkei und Mexiko ab.

Deutschland belegt in dem Ranking Platz 10, was vor allem mit der hohen Beschäftigungsrate zusammenhängt. Dennoch sind hierzulande viele Menschen von Armut bedroht, allen voran Kinder und ältere Menschen.

(dpa / ak)

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