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Bild: screenshot/imago/montage: watson

Philipp Amthor sollte die CDU gegen Rezo verteidigen – jetzt wurde sein Video abgesagt

Youtuber Rezo hat gnadenlos mit der CDU abgerechnet. Gar zerstören wollte er die Partei. Die will das nicht auf sich sitzen lassen und kündigte am Mittwoch ein Antwortvideo an. Nicht mit Merkel oder AKK, sondern mit dem Nachwuchs-Abgeordneten Philipp Amthor – der genauso alt ist wie Rezo. Erscheinen sollte das Video ursprünglich noch am Mittwochnachmittag. Einen Tag später ist klar: Das Amthor-Video ist zwar fertig gedreht, soll aber doch nicht erscheinen.

Was ist da los?

Der Clip des jungen CDU-Bundestagsabgeordneten wurde von Tausenden in den sozialen Medien sehnlichst erwartet. Doch dann: Funkstille. Der Nachmittag wurde zum Abend, die Sonne ging unter und wieder auf. Und immer noch kein Verteidigungsvideo mit Philipp Amthor.

Wir haben deshalb bei der CDU nachgefragt. Aus Amthors Büro hieß es am Donnerstagmorgen zunächst nur:

"Dazu kann ich Ihnen leider keine Aussage geben, da müssten Sie im Adenauer-Haus nachfragen, die könnten Ihnen vielleicht mehr dazu sagen."

Das Adenauer-Haus ist die Parteizentrale der CDU. Auch der Anruf dort brachte nicht mehr Erkenntnisse. Eine Mitarbeiterin der Bundesgeschäftsstelle sagte bloß:

"Dazu kann ich nichts sagen. Verfolgen Sie doch bitte die sozialen Kanäle der CDU."

Das Video wurde offenbar abgesagt

Die "Bild" meldete kurz später jedoch, die CDU habe vor Rezo kapituliert und das Amthor-Video gecancelt. Aus Parteikreisen habe die Zeitung erfahren, dass man sich entschieden habe, das Video nicht zu veröffentlichen. Dabei war der Clip längst abgedreht und lag am Mittwochnachmittag bereits im Schnitt. Anstelle des Videos wolle CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nun eine Erklärung abgeben.

Das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" erfuhr noch mehr: Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe sich das Video mit Amthor höchstpersönlich gewünscht. Nachdem es fertig produziert gewesen sei, habe der Parteivorstand jedoch Druck gemacht, das Video nicht zu veröffentlichen. CDU-Kreise berichteten dem "Redaktionsnetzwerk", es seien unter anderem Befürchtungen laut geworden, Paul Ziemiak könne politisch beschädigt werden, wenn "ein einfacher Bundestagsabgeordneter" antworte.

Die Bundesgeschäftsstelle der Partei wollte die Berichte auf erneute watson-Anfrage nicht bestätigen. Die Partei werde sich im Laufe des Tages äußern, hieß es nur. Diesmal immerhin ohne Hinweis auf die eigenen Social-Media-Kanäle.

(fh)

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