Nicht jeder, der einen Instagram-Account hat, ist ein Influencer. Hier ein typisches Bild eines Influencers.
Nicht jeder, der einen Instagram-Account hat, ist ein Influencer. Hier ein typisches Bild eines Influencers.
Bild: E+ / EXTREME-PHOTOGRAPHER

Influencer wollen Gratis-Urlaub: Hotelier zeigt dreiste Anfragen

28.08.2020, 08:4128.08.2020, 13:06

Das Coronavirus hat den Tourismus wochenlang fast völlig lahmgelegt. Seit Mai aber reisen wieder deutlich mehr Menschen, zumindest innerhalb Europas. Und einige Hoteliers haben wieder stärker mit einem Phänomen zu tun, das sie kaum vermisst haben: mit den Anfragen von Influencern, die bei ihnen gratis unterkommen wollen.

Das Problem ist seit Jahren bekannt.

Ein Hotelbesitzer aus der Steiermark hat eine kreative Art gefunden, mit Influencer-Anfragen umzugehen. Fast zwei- bis dreimal pro Woche erhalte er Anfragen selbsternannter Influencer, die sich einen Aufenthalt bei ihm erschnorren wollten und im Gegenzug Posts und Stories auf dem eigenen Instagram-Account anböten, sagt der österreichische Hotelier dem "Standard". Er veröffentlicht die aus seiner Sicht dreistesten dieser Anfragen auf Twitter – unter dem Hashtag #influencerderwoche. Die Accounts der Anfragenden sind bei den Tweets anonymisiert.

Ein Beispiel:

Oder hier:

Oder diese Anfrage, mit einer besonders ausschweifenden Begründung:

Lohnt sich nicht

In seinen Tweets des Hoteliers und in seinen Aussagen gegenüber dem "Standard" macht er deutlich, dass sich solche Kooperationen mit Influencern schlichtweg nicht bezahlt machen, vor allem, wenn die Instagram-Accounts der selbsternannten Influencer nur etwa 12.000 oder 15.000 Follower hätten. Er habe aber auch schon Anfragen von Influencern mit deutlich mehr Gefolgschaft abgelehnt.

Grundsätzlich kann die Zusammenarbeit mit Influencern für Hotels interessant sein, das sagen Hotelmarketing-Experten immer wieder. Das gelte insbesondere mit Reisebloggern, die Beiträge mit einer vergleichsweise hohen journalistischen Qualität schreiben oder mit Influencern mit einer treuen Fangemeinde.

Für diesen Hotelier ist es dagegen einfach nur ein Ärgernis.

Ärger mit Influencern

Von Ärgernissen mit Influencern kann auch ein bayrischer Nationalpark berichten. Die Influencerin Yvonne Pferrer posierte an zwei gefährlichen Orten, der Park leitete daraufhin Ermittlungen gegen sie ein – zwei Menschen sind an dem Ort bereits ums Leben gekommen. Gelöscht hat Pferrer ihre Posts aber nicht. (Lest hier dazu mehr).

(se)

"Kein Teufelswerk" – So werden katholische Priester zu Influencern ausgebildet

Priester müssen sich künftig auch mit Instagram, Youtube und Bloggen auskennen, meint das Erzbistum Köln – und hat deshalb eine Influencer-Ausbildung gestartet.

"Was ist ein Shitstorm?", fragt der Mann im dunklen Jackett. Die Seminarleiterin schaut in die Runde: "Weiß das jemand?" Ja, antwortet ein anderer Teilnehmer, das sei "wenn alle gegen einen schreiben". Es könnte ein ganz normaler Workshop zu sozialen Netzwerken sein – wären da nicht das große Kruzifix und das barocke Heiligengemälde an der Wand. Schauplatz der Fortbildung ist das Erzbischöfliche Priesterseminar in Köln.

Das größte katholische Bistum in Deutschland lässt hier erstmals …

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