FFP2-Maske auf: In Bayern reichen ab Montag keine Provisorien mehr.
FFP2-Maske auf: In Bayern reichen ab Montag keine Provisorien mehr.Bild: dpa / Friso Gentsch

Bayern beschließt FFP2-Maskenpflicht für Nahverkehr und Einzelhandel

12.01.2021, 13:2612.01.2021, 13:51

Schluss mit Schal oder selbst genähter Stoffmaske: In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, die "normalen Community-Masken" seien in der Corona-Pandemie zum Schutz der anderen. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. Ziel sei, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr und im Handel zu verbessern.

"Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2", betonte der Ministerpräsident. Die Masken seien zum Teil sogar "deutlich im Überfluss, zum Teil jedenfalls, vorhanden". Insgesamt sprach Söder angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer "verhalten positiven Tendenz". "Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken.

"Binnen 24 Stunden habe es in Bayern 1740 Neuinfektionen gegeben – fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Das sei nur ein Zwischenstand. Noch sei unklar, wie sich die Ferien auswirken. Dies werde man endgültig wohl gegen Ende dieser Woche sehen.

Söder betonte, jedenfalls sei weiterhin Konsequenz und Geduld notwendig. Insbesondere warnte der CSU-Vorsitzende vor einer verstärkten Ausbreitung des Coronavirus durch mutierte Virenformen aus Großbritannien. Er verglich die Maßnahmen gegen die Mutationen mit "einem Wettlauf gegen die Zeit". "Die Mutationen bereiten uns Sorge." Söder wiederholte in diesem Zusammenhang seinen Vorschlag, auch eine begrenzte Impfpflicht für Bedienstete in Alten- und Pflegeheimen zu debattieren.

(andi/dpa)

Themen
Was passiert jetzt mit Notfall-Patienten? In welchen Bundesländern die Intensivstationen schon voll sind, wo es noch Kapazitäten gibt – und wie Patienten verlegt werden können

Das deutsche Gesundheitssystem ist am Limit: Immer mehr Bundesländer warnen, keine weiteren Intensivpatienten mehr aufnehmen zu können. Die Kapazitäten der Intensivstationen sind erschöpft. Die bayerischen Krankenhäuser warnen angesichts der ungebremst steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer unmittelbar drohenden Überlastung: "Die aktuelle Lage ist so dramatisch, wie sie noch nie in der gesamten Pandemie-Zeit in Bayern war", sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen, der "Augsburger Allgemeinen" bereits am 19. November. "Wir haben schon jetzt kaum noch Kapazitäten." Er warnt, dass sie "bald keine Chance mehr für Verlegungen innerhalb des Freistaats haben".

Zur Story