Leben
Close up of woman's hand taking a glass of water

Frisch schmeckt Wasser am besten. Bild: Getty / iStockphoto / cyano66

Alltagsfrage

Ist abgestandenes Wasser ungesund?

Wo wir auch hinsehen, überall stehen Wasserflaschen. Im Konferenzraum, am Schreibtisch, selbst in Parks schleppen einige Besucher ihren Bierkasten gekrönt mit einer Flasche Sprudelwasser zum Stammplatz. Hydriert in jeder Lebenslage, wenn man so will.

So ein Glas kaltes, klares Wasser lässt sich schnell stürzen, solange es frisch ist. Steht es eine Weile herum, schmeckt es irgendwie sauer. Vor allem Mineralwasser. Gerade denjenigen, die sich ein Glas Wasser neben ihr Bett stellen, um am nächsten Tag etwas zu trinken parat zu haben, sollte das bereits unangenehm aufgefallen sein. Doch selbst wenn wir uns die Plörre runterzwängen, etwa weil Aufstehen und Nachfüllen zu mühselig ist: Gesundheitlich bedenklich ist diese Geschmacksveränderung nicht.

Wenn Luft auf den Geschmack schlägt

In einer geöffneten Wasserflasche oder einem Wasserglas können sich etwa Bakterien und Algen bilden, wodurch der Inhalt ungewohnt und für viele eklig schmeckt. Zudem reagiert Wasser mit der Luft, genauer mit dem Kohlenstoffdioxid. Dabei entstehen kleine Mengen an Kohlensäure, die wiederum den pH-Wert senken. Für alle, die in Chemie nie so richtig aufgepasst haben: Es wird saurer. Das passiert nach ein paar Stunden.

Nun muss man kein Wassersommelier sein, um die Geschmacksveränderungen zu bemerken. Ein paar funktionierende Geschmacksnerven sollten reichen. Und selbstverständlich kann ein ungewohnt saurer Geschmack alarmierend sein.

Klar, saure Milch ist bekanntlich nicht mehr gut, und wenn ein sonst würziger Eintopf plötzlich nach Essig schmeckt, ist das kein gutes Zeichen. Aber keine Sorge: Saures Wasser schlägt normalerweise nicht auf den Magen, nur auf die Geschmacksknospen.

Sorge ums Verfallsdatum

Findige Wasserenthusiasten werden trotzdem anmerken, dass Wasserflaschen auch ein Verfallsdatum haben. Das ist korrekt. Doch selbst darüber hinaus wird Wasser nicht schlecht. Damit es zu geschmacksverändernden Reaktionen kommt, muss die Flasche geöffnet sein.

PET-Flaschen sind davon ausgenommen. In ihnen kann der Stoff Acetaldehyd aus der Verpackung ins Wasser wandern. Dieser ist jedoch in geringen Mengen unbedenklich und sorgt für einen eher fruchtig, süßen Geschmack. Außerdem ist er natürlicherweise in Brot, Wein oder auch O-Saft enthalten. In einem Glas von letzterem steckt mehr Acetaldehyd, als jemals aus einer Flasche ins Wasser gelangen kann.

Geschlossen sei gerade kohlensäurehaltiges Wasser nahezu unendlich haltbar, sagt zumindest die Informationszentrale Deutsches Mineralwasser. Das Verfallsdatum steht auf den Flaschen, weil laut Verordnung für die Kennzeichnung von Lebensmitteln jedes abgepackte Lebensmittel ein solches Datum haben muss.

Übersäuerte Meere

Übrigens: Was im Kleinen gilt, lässt sich auch aufs Größere übertragen. Auch im Meer kann der pH-Wert bei einem erhöhten Kohlenstoffdioxid-Anteil sinken. Und dort ist ein niedriger pH-Wert problematisch. Vor allem für Lebewesen, die Kalkschalen bauen. Dazu zählen etwa Austern oder Flügelschnecken. Sie brauchen Karbonate, um ihre Schalen zu bauen.

Mit einem sinkenden pH-Wert fällt auch der Karbongehalt im Meerwasser. Laut Alfred-Wegener-Institut könnte das zur Folge haben, dass die Schalen der Tiere letztendlich dünner werden und weniger Schutz vor Fressfeinden bieten.

(tkr)

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