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Volle Einkaufsstraßen und keine Maskenpflicht: Wer jetzt Angst hat, sich anzustecken, muss sich selbst schützen.Bild: www.imago-images.de / imago images
Analyse

Die große Lockerung: Wie kann ich mich jetzt noch vor Corona schützen?

05.04.2022, 16:24

Endlich Schluss mit Covid: Gegen diesen offenbar starken Wunsch der Deutschen kommt selbst Gesundheitsminister Karl Lauterbach nicht mehr an. Trotz weiterhin hoher Inzidenzen sowie Warnungen vor überlasteten Krankenhäusern, Gesundheitspersonal und immer noch möglichen schweren Verläufen endeten am 2. April die meisten Corona-Regelungen in Deutschland.

"Immerhin haben 10 bis 15 Prozent aller Erkrankten mit Long Covid zu kämpfen."
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

Statt genereller Masken- und Testpflicht sowie Zugangsbeschränkungen sollen Kommunen künftig in Eigenregie bestimmen, ob sie ein Hotspot sind und die Corona-Regeln dann wieder anziehen. Trotz Phänomenen wie "Melancovid" oder einer bei so manchem notwendigen Resozialisierungsphase: Viele Menschen feiern ihre wiedergewonnene Freiheit, die mit dem Ende der Corona-Regeln einhergeht.

Nicht jeder begrüßt die neue Normalität

Was aber ist mit jenen vulnerablen Menschen, die eine Vorerkrankung haben oder sich nicht impfen lassen können? Nicht nur Risikopatienten und -patientinnen und Eltern von kleinen Kindern haben Angst. Manche Menschen fürchten eine Infektion wegen der Gefahr einer schweren Erkrankung oder Long Covid. Immerhin haben 10 bis 15 Prozent aller Erkrankten mit Long Covid zu kämpfen, wie die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in einem Paper schätzt.

Denn auch wenn Omikron bei Geimpften und fitten Menschen meist nur einen leichten Verlauf aufweist, bleiben die Infektionszahlen hoch und die Lage weiterhin angespannt. Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, sagte dem Nachrichtenportal t-online: "Täglich hunderte Tote in der Gruppe der vulnerablen Menschen dürfen keine Selbstverständlichkeit bleiben."

Auch in den Krankenhäusern sieht man die Gefahr: Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnte in einer Pressemitteilung, Einschränkungen bei der Patientenversorgung seien "nicht zu verhindern". Angesichts der hohen Zahl Corona-positiver Patienten und krankheitsbedingten Ausfällen beim Klinikpersonal geht er davon aus, dass mehr als die Hälfte der Krankenhäuser (53 Prozent) mit Einschränkungen rechnen müssen.

Aber wie kann man sich jetzt, mit all den Lockerungen, noch vor Corona schützen? Watson hat fünf Empfehlungen für dich.

Maske tragen

Das A und O des Infektionsschutzes ist immer noch das Tragen einer FF2-Maske. Wer das Risiko einer Corona-Erkrankung – oder anderer Viruserreger wie Grippe – also weiterhin minimieren möchte, sollte die Maske in Innenräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln trotz Aufhebung der Maskenpflicht weiterhin tragen.

Diese Studie der Max-Planck-Gesellschaft zeigt die Effektivität von FFP2-Masken: Wenn zwei Personen, einer davon infiziert, gut sitzende FFP2-Masken tragen, beträgt das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz kaum mehr als ein Promille, also ein Tausendstel.

Sitzen die Masken jedoch schlecht, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion auf etwa vier Prozent. Selbst OP-Masken, ebenso von infizierter und nicht-infizierter Person getragen, senken das Infektionsrisiko der Studie zufolge erheblich.

Generell gilt aber: Umso weniger Menschen eine Maske tragen, desto geringer ist auch der eigene Schutz trotz FFP2- Maske. Tragen viele Menschen eine Maske, werden auch Personen geschützt, welche einer Risikogruppe angehören. Dieser Effekt ist laut Robert Koch-Institut wissenschaftlich belegt.

Wo man weiterhin die Maske tragen muss und was Wissenschaftler zum Maskentragen empfehlen, verraten wir dir in diesem Artikel.

AHA und Hygieneregeln

Hygieneregeln wie Händewaschen und -desinfizieren, in die Armbeuge niesen und etwas Abstand halten sind sowieso einfache Standards, die auch nach der Pandemie vor der Ansteckungen mit Krankheiten helfen könnten. Wer diese simplen Regeln weiterhin befolgt, kann sein Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus immerhin minimieren.

Überfüllte Innenräume meiden

Es ist Frühling. Und so warm, wie es schon mal war, wird es nach dem kurzen Wintereinbruch auch hoffentlich wieder werden: deshalb Feiern und Zusammenkünfte lieber nach draußen verlegen. Also den Kaffee draußen schlürfen, mit einem Bier in der Hand spazieren gehen, Geburtstage im Park feiern oder gemeinsam draußen sporteln. Solche Maßnahmen sind im Sommer einfach durchzusetzen und wirkungsvoll, da die Übertragung des Virus über Aersole in der Luft nicht so leicht passieren kann.

Immunsystem stärken

Wer ein gutes Immunsystem hat, macht es Infektionen schwerer: Diese Faustregel lässt sich natürlich auch auf Corona anwenden. Wer also nicht krankheitsbedingt ein schwaches Immunsystem hat, kann es selbst stärken.

Zwar sind gute Abwehrkräfte keine Garantie, sich nicht anzustecken, aber sie können gegen schwere Verläufe helfen. So können wenig Schlaf, Übergewicht, Vitamin D-Mangel – der im Sommer allerdings selten ist – und ein schlecht eingestellter Blutzucker das persönliche Risiko beeinflussen.

Generell: Risiken gegen Nutzen abwägen

Die allgemeine Maxime: "Jeder bestimmt selbst, wie viel er sich schützt" beinhaltet angesichts der aktuellen Lage schon einen Funken Wahrheit. Dies hilft aber vulnerablen Gruppen oder solchen, die sich nicht impfen lassen können, leider nichts. Denn sie sind auf den Schutz durch andere angewiesen.

Egal was man davon halten mag, die Lockerungen sind jetzt erstmal da und nicht zu ändern. Für alle die den Luxus haben, nicht einer Risikogruppe anzugehören, gilt die Leitfrage für das künftige Sozialleben: Ist mir Event x oder Tätigkeit y es wert, eine Corona-Erkrankung zu riskieren oder nicht?

Beispielsweise: Ärgere ich mich, wenn ich bei einem Geburtstag mit 50 Leuten oder auf einem Konzert war und hinterher Corona habe? Welche Bereiche meines Lebens sind mir das Infektionsrisiko wert? Wenn jemand für sein Leben gern tanzt, wird er auch einen Besuch in einem Club wagen. Für andere wäre das ein vermeidbares Risiko, hier ist es vielleicht eher der Sportclub, der unverzichtbar ist.

Jeder muss selbst abwägen, was er riskiert. Denn eine hundertprozentige Sicherheit gab und gibt es bei Corona nie. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben und verantwortungsbewusst mit der Gefahr umzugehen.

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