Leben
Bild

Bild: Sat. 1

"Plötzlich arm, plötzlich reich": Alleinerziehende erklärt, was für sie Luxus ist

Eine 350-Quadratmeter-Villa in Nizza, ein Wochenbudget von 3700 Euro: Yvonne scheint ihr Glück nicht fassen zu können. Die alleinerziehende zweifache Mutter, die normalerweise mit 2000 Euro monatlich auskommen muss, ist Teilnehmerin der Sat1-Show "Plötzlich arm, plötzlich reich".

In der Sendung tauschen je eine arme und eine reiche Familie eine Woche lang ihre Leben miteinander – also ihre Wohnungen, Budgets sowie anstehende Aufgaben. Dieses Mal darf Yvonne mit ihrer Familie eine Woche lang dem Luxus frönen – während die Schauspielerin und Unternehmerin Jessica Stockmann und ihre beiden Töchter sich mit knapp 80 Euro in Berlin-Marzahn durchschlagen müssen.

Bei "Plötzlich arm, plötzlich reich" nähern sich die Familien nicht einander an

Wirklich einander annähern werden sich die Familien im Laufe der Folge allerdings nicht. Eher werden, teils belustigt, teils gehässig, die Entscheidungen der jeweils anderen kommentieren: Zum Beispiel wundert sich Jessica, warum Yvonne so ungesunde und teuere Lebensmittel kauft wie Fischstäbchen und Bratwurst. Und Yvonne ärgert sich, dass Jessica nicht einmal nach kostenlosem Trödel sucht, der am Wochenende auf dem Flohmarkt verkauft werden kann, wie es doch auf dem Aufgabenplan steht.

In einer alltäglichen Situation wird besonders deutlich, wie weit Yvonnes und Jessicas Welten auseinander liegen – nämlich beim Einkauf von Lebensmitteln.

In einer Szene wird gezeigt, was für die alleinerziehende Yvonne Luxus ist

Jessica und ihre Töchter legen viel Wert auf eine gesunde und frische Ernährung – und das geht nun mal ins Geld, vor allem in Frankreich, wo die Lebensmittel teurer sind. Bis zu 100 Euro wöchentlich gibt Familie Stockmann laut eigenen Angaben in Nizza für frisches Obst aus.

Für Yvonne wäre es nicht denkbar, so einzukaufen. Während sie in einem Supermarkt in Nizza Obst für Smoothies zusammensucht – dass sie das tun soll, steht auf dem Wochenplan – sagt sie:

"Natürlich gibt’s auch Leute, die sich Kaviar leisten oder Hummer oder so was. Für mich ist das schon allein wirklich Luxus – einfach nur Obst und Gemüse, und darüber freue ich mich schon total."

Am Ende zahlt Yvonne für den Einkauf stolze 47 Euro – so viel wie noch nie zuvor für Obst und Gemüse. Damit muss die Tierarzthelferin normalerweise eine Woche lang sich und die Kinder ernähren.

Das zeigt wieder einmal, wie weit die Welten von Arm und Reich auseinanderliegen. Mehr Verständnis für die Situation der jeweils anderen Familie haben Yvonne und Jessica durch den Budget-Tausch wahrscheinlich nicht entwickelt. Dafür konnte Yvonne sorgenfrei einkaufen gehen. Zumindest eine Woche lang, so lange das Fernseh-Experiment eben dauerte.

(ak)

Hartz 4 oder Arbeitslosengeld: Was nach dem Jobverlust kommt

Play Icon

Mehr zum Thema Armut in Deutschland:

Diese Szenen zeigen: Nicht mal die Experten sind von der Hartz-IV-Show "Zahltag" überzeugt

Link zum Artikel

Hartz-IV-Show "Zahltag": Wie die Sendung falsche Hoffnungen schürt

Link zum Artikel

Alleinerziehend mit Hartz IV: Achtjährige sammelt Flaschen, um Taschengeld zu bekommen

Link zum Artikel

Diese Sätze der "Zahltag"-Experten lassen erahnen, wie sie über Hartz-IV-Empfänger denken

Link zum Artikel

"Zahltag": Buschkowsky erklärt, warum ein Geldkoffer Hartz-IV-Empfängern nicht hilft

Link zum Artikel

Intime Infos von Hartz-IV-Empfängern: Jobcenter muss Fehler zugeben

Link zum Artikel

"In meinen Kühlschrank geschaut": So dreist kontrolliert das Jobcenter Hartz-IV-Empfänger

Link zum Artikel

Millionen sahen Hartz-IV-Empfänger bei "Armes Deutschland" – jetzt rechnet er mit RTL 2 ab

Link zum Artikel

Wir haben mit Hartz-IV-Empfängern kein Mitleid – das muss sich ändern

Link zum Artikel

In ihrer Sendung macht Vera Int-Veen vor allem eins: Hartz-IV-Empfänger beschimpfen

Link zum Artikel

Hartz-IV-Empfänger als Schmarotzer? "Armes Deutschland" zeigt nur einen Teil der Wahrheit

Link zum Artikel

Hartz 4: Wie RTL 2 mit "Armes Deutschland" die Zuschauer manipuliert

Link zum Artikel

"Bezahlter Urlaub? Von wegen!" Hartz-IV-Empfängerin schildert ihren täglichen Kampf

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Ich hatte mein Leben nicht so geplant": Sandra hat Krebs und lebt von Hartz IV

Link zum Artikel

Lea musste wegen Krankheit ihren Job aufgeben – wie die Studentin in Armut lebt

Link zum Artikel

Hartz IV: Jobcenter verhängten weniger Sanktionen als im Vorjahr

Link zum Artikel

Arzt für Arme erzählt: Wer zu ihm kommt, hat oft einen sozialen Abstieg hinter sich

Link zum Artikel

Winzer Arne: "Betriebe müssen sich überlegen, was ihnen Azubis wert sind!"

Link zum Artikel

Über Armut und Hartz IV redet man nicht. Der Hashtag #unten soll das ändern

Link zum Artikel

Jana bezieht bewusst Hartz IV: "Ich habe kein Kind bekommen, um es abzugeben"

Link zum Artikel

"An der Uni so: 90 Prozent haben sofort nen Job" – Daniel schafft das seit 4 Jahren nicht

Link zum Artikel

Schornsteinfeger Tim verdient 386 Euro – und zahlt noch das Zimmer für die Berufsschule 🤔

Link zum Artikel

"Ich konnte nur gründen, weil meine Eltern mich unterstützt haben" – Gründer Philip 

Link zum Artikel

"Ich möchte gar nicht Vollzeit arbeiten" – Musiker Hannes in unserer Armutsserie 

Link zum Artikel

"Menschen sehen Blumen als Billigprodukt": Floristin Stefanie in unserer Armutsserie 

Link zum Artikel

"Manchmal arbeite ich ohne Bezahlung" – Wie Tänzerin Larissa mit Armut zurechtkommt

Link zum Artikel

"Ich schalte im Winter den Kühlschrank ab" – Rentnerin Gertrud in unserer Armutsserie

Link zum Artikel

"Ich habe oft Schmerzmittel gespritzt" – Friseur Julian arbeitet, obwohl er krank ist

Link zum Artikel

Kai ist alleinerziehend und lebt vom Geld seiner Kinder

Link zum Artikel

Warum Katharina mit 24 Schulden aufnehmen muss

Link zum Artikel

Unsere Armutsserie startet: So lebt Jan mit 800 Euro im Monat

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nazi-Familie Ritter mit weiteren Eskapaden – jetzt fährt die Stadt einen harten Kurs

Es ist mittlerweile ganze 25 Jahre her, dass RTL erstmals über die Nazi-Familie Ritter aus Köthen berichtete. Die Familie war in dieser Zeit aufgefallen, weil die drei Brüder Norman, Christopher und Andy bereits im Grundschulalter gewalttätig wurden und Einwohner der Stadt terrorisierten.

Schon damals war der Alltag von Mutter Karin Ritter und ihren Söhnen durch Verwahrlosung geprägt, durch Gewalt – und vor allem durch ausländerfeindliches Denken. Wie unverhohlen schon kleine Kinder …

Artikel lesen
Link zum Artikel