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Notre-Dame in Flammen
quelle: ap / thibault camus
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Brand in Notre-Dame – Pariser Feuerwehr hat den Kampf gegen die Flammen gewonnen

16.04.2019, 00:1616.04.2019, 08:23

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame ist am Montagabend ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Videos und Fotos zeigten riesige Rauchsäulen, Flammen schlugen lichterloh aus dem Dachstuhl.

Der Brand sei auf dem Dachboden der Kathedrale ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden, hieß es. Eine Stunde später breitete sich das Feuer immer noch weiter aus. Nach Angaben des Innenministeriums rückten rund 400 Feuerwehrleute aus, die versuchten, den Brand einzudämmen.

Feuerwehr vorsichtig optimistisch: Brand werde Notre-Dame nicht total zerstören

Um 23 Uhr dann die Meldung: Die Nordttürme sind offenbar gerettet. Das teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Die Struktur der Kathedrale sei vor der "totalen Zerstörung" gerettet worden. Die gotische Kirche könne "in ihrer Gesamtheit erhalten" werden, sagte der Leiter der Einsatzkräfte, Jean-Claude Gallet, am Montagabend in Paris.

"Die Intensität des Feuers hat nachgelassen", sagte der französische Innenstaatsekretär Laurent Nuñez. Die Gefahr eines Einsturzes des nördlichen Glockenturms ist nach seinen Angaben vorerst gebannt.

Erst am frühen Dienstagmorgen kam die Entwarnung von der Feuerwehr: Der Brand in der Pariser Kathedrale sei nun "vollkommen unter Kontrolle" und "teilweise gelöscht". Es gebe aber noch einige Brandherde, die gelöscht werden müssten.

Schlimme Bilder vom Inneren der Kathedrale

Miliadär verspricht Millionen für Wiederaufbau

Die französische Milliardärsfamilie Pinault hat derweil 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau der von Flammen verwüsteten Kathedrale versprochen. Das gab in der Nacht auf Dienstag François-Henri Pinault bekannt, der Chef des Luxusmodekonzerns Kering (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga). Er und sein Vater François Pinault hätten beschlossen, 100 Millionen Euro aus der Familien-Finanzholding Artemis für den Wiederaufbau der weltberühmten Kathedrale bereitzustellen.

Macron: "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen"

"Das Schlimmste konnte verhindert werden", sagte auch Emmanuel Macron bei einem Besuch der teilweise zerstörten Kirche. Die Fassade der gotischen Kathedrale und die beiden Glockentürme seien dank des beherzten Einsatzes der Feuerwehr nicht eingestürzt."Der Kampf ist aber noch nicht vollständig gewonnen", sagte der sichtlich bewegte Staatschef weiter. Die kommenden Stunden in der Nacht würden noch schwierig. "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen", versprach er.

  • Der gesamte Dachstuhl stehe in Flammen, hatte der Sprecher der Kathedrale, André Finot, der französischen Nachrichtenagentur AFP gesagt. Vom Dachstuhl werde nichts mehr übrigbleiben. Man müsse nun schauen, ob das Gewölbe der Kathedrale zu retten sei.
  • "Ein schreckliches Feuer wütet in der Kathedrale Notre-Dame in Paris", teilte Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter mit. Ihr Sprecher erklärte, das Gelände sei geräumt worden. Berichte über Verletzte gibt es bislang nicht.
  • Die Einsatzkräfte versuchten, Kunst und andere wertvolle Gegenstände in Sicherheit zu bringen. Teilweise kann man auch von Glück im Unglück sprechen: Mehrere wertvolle Kupferstatuen etwa sind offenbar verschont geblieben, weil sie wegen der derzeitigen Renovierung demontiert worden waren.
Bild: X04130

Mittlerweile sind das Dach sowie der kleine Spitzturm der Notre-Dame eingestürzt.

Was ist zur Brandursache in Notre-Dame bekannt?

  • Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Dabei wird die Spur eines Unfalls verfolgt. Wie die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am frühen Dienstagmorgen in Paris bestätigte, drehen sich die Ermittlungen um eine «unbewusste Zerstörung» durch Feuer. Von möglicher Brandstiftung war keine Rede.
  • Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP könnte der Brand mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen. Auf dem Dach der Kathedrale war ein Baugerüst angebracht. Die Kathedrale wird zurzeit aufwendig restauriert.
  • Angeblich hat ein Holzgerüst Feuer gefangen. Der Fernsehsender France 2 berichtete, die Polizei gehe von einem Unglück aus.
  • Bei dem Brand geht die Polizei zunächst nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.
Bild: AP

Die Rauchwolken über Notre-Dame:

Emmanuel Macron sagte eine Rede ab, eilte zum Ort des Geschehens.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat betroffen auf den Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame reagiert. "Notre-Dame von Paris den Flammen ausgeliefert. Emotion einer ganzen Nation", schrieb der Präsident am Montagabend auf Twitter. Er sei in Gedanken bei allen Katholiken und allen Franzosen. "Wie alle unsere Landsleute bin ich an diesem Abend traurig, diesen Teil von uns brennen zu sehen."

Das sind die Reaktionen aus dem Ausland

  • Auch außerhalb von Frankreich sorgte der Brand für Entsetzen und Bestürzung. "Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa", schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter. "Wir sind heute alle bei Paris."
  • Auch die Bundesregierung zeigte sich bestürzt. Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte im Namen von Kanzlerin Angela Merkel: "Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre-Dame zu sehen." Er fügte hinzu: "Notre-Dame ist ein Symbol Frankreichs und unserer europäischen Kultur. Mit unseren Gedanken sind wir bei den französischen Freunden."
  • Von Bord des Regierungsfliegers Air Force One - auf dem Weg zu einem Besuch im US-Bundesstaat Minnesota - meldete sich Donald Trump zu Wort. Es sei furchtbar, das gewaltige Feuer in der Kathedrale zu sehen. Vielleicht könnten Löschflugzeuge eingesetzt werden, um den Brand zu bekämpfen, empfahl er. Dazu der mahnende Hinweis: "Es muss schnell gehandelt werden!"Die Reaktion der französischen Fachleute ließ nicht lange auf sich warten: Von einem Flugzeug Wasser auf ein solches Gebäude abzuwerfen, könne zum Einsturz des gesamten Gebäudes führen, schrieb der französische Zivilschutz auf Twitter.

Notre-Dame ist eine der Top-Touristenattraktionen in Paris.

Jedes Jahr besuchen rund 13 Millionen Menschen die Kathedrale. Sie steht im Herzen der Stadt auf der Île de la Cité. Ihre Geschichte reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Fast 200 Jahre vergingen bis zur Fertigstellung. Die Dimensionen der im gotischen Stil konstruierten und der Jungfrau Maria geweihten Kirche mit ihren beiden majestätischen Türmen sind gewaltig: 127 Meter lang, 40 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch.

(hau/rtr/dpa/afp)

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