Leben
Close up of hands of person holding coffee filter, Oakland, California, USA

Melitta macht nicht nur Kaffeefilte. Sondern bald auch Atemschutzmasken. Bild: getty images / Clay McLachlan

Luftfilter statt Kaffeefilter: Melitta stellt Atemmasken in Corona-Krise her

Zwei Dinge, die man vor kurzem noch nicht in Zusammenhang gebracht hätte? Kaffeefilter von Melitta und der Schutz vor einem grassierenden Virus. Doch genau diese Dinge haben jetzt zusammen gefunden.

Die Melitta Group, als Hersteller von Kaffee bekannt, stellt Teile ihrer Produktion um, um Schutzmasken bereitstellen zu können, die in der Corona-Krise dringend gebraucht werden.

Viele hatten erwartet, dass mit den Lockerungen der Ausgangssperren auch eine Maskenpflicht kommen würde. Die Bundesregierung sah davon ab. Stattdessen sprach sie eine allgemeine Empfehlung aus, diese in der Öffentlichkeit zu tragen.

Mehrere Bundesländer haben sich jedoch mittlerweile für eine Pflicht ausgesprochen. In Zukunft wird man also deutlich mehr Masken brauchen als bisher. Um seinen Beitrag zu leisten, stellt Melitta jetzt also Masken her, und muss bei der Produktion gar nicht so viel ändern.

Kaffeefilter schützen vor Corona?

Die Melitta Group produziert seine Kaffeefilter in millionenfacher Stückzahl in seiner Fabrik in Minden. Jetzt werden dort auch Atemschutzmasken hergestellt, die aussehen wie die klassischen Kaffeefilter. Sie bestehen aus einem dreilagigen Vlies, welches eine Meltblownlage enthält, die dem OP-Masken-Standard entspreche, teilte Melitta mit.

"Mit unseren Produktionskapazitäten sind wir in der Lage, in kürzester Zeit sehr hohe Mengen an Atemmasken herzustellen", sagt Jero Bentz, Mitglied der Unternehmensleitung und persönlich haftender Gesellschafter der Melitta Group.

"Unser Unternehmen ist seit Jahrzehnten darauf spezialisiert, neben unseren weltweit bekannten Filtertüten auch andere Filtermaterialien wie beispielsweise Staubsaugerbeutel und andere industrielle Spezialpapiere wie Tapetenvliese, Vormaterialien für Luftfilter – auch für den medizinischen Sektor – zu entwickeln und zu produzieren."

Jero Bentz

Bild

Diese Maske soll in Zukunft Menschen vor einer Ansteckung mit Covid-19 helfen. bild: melitta

Masken nicht nur für Deutschland

Mit den aktuellen Kapazitäten könne man bis zu eine Million Masken am Tag herstellen, heißt es. Bereits jetzt habe Melitta eine Million Masken hergestellt. Das Unternehmen plant außerdem, die Produktionskapazitäten in den USA und Brasilien ebenfalls für Atemschutzmasken zu nutzen, um auch Nord- und Südamerika zu helfen.

"Wir sind davon überzeugt, in Sachen Qualität und Menge und in Verbindung mit der kurzfristigen Verfügbarkeit, einen signifikanten Beitrag zur Gesundheit der Menschen und zur Milderung der Einschränkungen aufgrund der Corona-Epidemie liefern zu können", so Jero Bentz.

(vdv)

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