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Ob heißen Dampf inhalieren wohl bei Coronavirus hilft? Virologe Alexander Kekulé antwortet. Bild: E+ / ljubaphoto

Dampfbad oder Knoblauch: Virologe erklärt, wie sinnvoll Hausmittel gegen Corona sind

Erst hieß es, das Coronavirus sei lediglich eine Grippe – nun befürchten selbst Experten, dass die Pandemie das deutsche Gesundheitssystem stark belasten könnte. Angesichts der steigenden Zahl von Ansteckungen ist die Lage ernst. Es wird dementsprechend dringend angeraten, Maßnahmen zu befolgen, wie Menschengruppen zu meiden und sich häufig sowie gründlich die Hände zu waschen.

Auch in Anbetracht der bedrohlichen Auswirkungen von Covid-19 verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen "milde bis moderat", wie das Robert-Koch-Institut informiert. Häufigste Symptome sind Husten und Fieber, ähnlich anderer Erkältungskrankheiten.

Coronavirus ist dennoch eine Bedrohung!

Wichtig: Nur, weil die Krankheit oft milde verläuft, heißt das nicht, dass sie nicht allgemein gefährlich ist. Wenn sich viele Menschen gleichzeitig anstecken und im schlimmsten Fall ins Krankenhaus müssen, könnte tatsächlich das Gesundheitssystem kollabieren. Befolge deswegen dringend die bisher getroffenen Maßnahmen!

Wer nun allerdings lediglich Erkältungssymptome feststellt – ohne Atemnot oder starkem Fieber – kann die Krankheit selbst zu Hause behandeln und sollte nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus marschieren, um andere bei der Gelegenheit nicht anzustecken.

Kekulé meint, Hausmittel können helfen – bei milden Symptomen

In einer Spezial-Folge des MDR-Podcasts "Kekulés Corona-Kompass" vom Samstag spricht der Virologe Alexander Kekulé von der Uniklinik Halle über die Möglichkeit, Hausmittel zur Behandlung von Coronaviren anzuwenden. Ein Hörer fragt, was der Experte von Maßnahmen wie Inhalation, Saunagängen oder mit Zwiebeln den Rachen zu reinigen hielte.

Kekulés Antwort im Podcast lautet:

"Grundsätzlich kann man sagen, alle Hausmittel – da werden Sie jetzt überrascht sein – sind gut gegen diese Erkrankung, weil es ist ja zunächst mal eine Erkältung."

Das Problem bei der Erkrankung an Covid-19 ist, dass die Erkältung eben schlimmer werden könnte, erklärt der Experte weiter. Damit meint Kekulé die Lungenentzündung, die entstehen kann, wenn das Virus sich vom Rachen ausgehend in der Lunge ausbreitet.

So lange das aber nicht der Fall ist und man lediglich übliche Erkältungssymptome verspürt, rät Kekulé: "Da sollte man am Anfang ganz normal rangehen mit Dingen, die man sonst gegen eine Erkältung auch macht."

Sich warm halten ist zum Beispiel gut. Vom Saunagang rät der Virologe eher ab, vor allem wenn noch andere Menschen dabei sind, die man anstecken kann, "das wäre ganz fürchterlich".

Vorsicht bei ungewöhnlichen Ratschlägen aus dem Netz

Von ungewöhnlichen Mitteln rät der Virologe ab. Bevor man sich selbst Schaden zufügt mit unwirksamen Methoden, sollte man lieber zu Maßnahmen greifen, die man kennt und die gut wirken. Kekulé nennt da keine expliziten Mittel, die Klassiker wie viel Ruhe, viel trinken und leichte Kost kennt und befolgt wahrscheinlich jeder bei Erkältung.

Mit Zwiebel den Rachen zu reinigen ist natürlich Unsinn, meint Kekulé im Podcast. Einen Witz über die Maßnahme, viel Knoblauch zu essen, kann er sich trotz aller Ernsthaftigkeit nicht verkneifen:

"Das ist eins meiner Lieblingsmittel gegen Coronaviren. Am besten essen Sie den roh in großer Menge, weil dann halten die anderen nämlich Abstand von Ihnen."

Schön, dass selbst der Virologe bei der Coronavirus-Thematik nicht den Humor verliert. Lachen hilft immerhin auch dabei, Stress abzubauen – und den werden wir während der Pandemie wohl noch eine Zeitlang verspüren.

Bitte melde dich beim Arzt oder im Krankenhaus, wenn...

... wenn deine Symptome nicht weggehen oder schlimmer werden. Kontaktiere am besten zunächst deinen Hausarzt.
... du hohes Fieber hast oder Atemnot. Bitte wende dich umgehend an den Notruf (112) oder eine Rettungsstelle.

Unter der 030 346 465 100 erreichst du das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums.

Weitere wichtige Nummern:
116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
115: Einheitliche Behördennummer
0800 011 77 22: Unabhängige Patientenberatung Deutschland

Wenn du lediglich leichte Symptome beobachtest, geh bitte eigenständig in Heimquarantäne! Das heißt: zu Hause bleiben, dich möglichst nicht besuchen lassen und Menschen nicht näher als zwei Meter heranlassen.


https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

(ak)

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