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Eine Corona-Infektion führt Patienten mit schwerem Verlauf auf die Intensivstation. Doch selbst danach kann es noch spürbare Nachwirkungen geben. Bild: imago images / ANE Edition

Virologe überlebt Corona – und hat eine Warnung an uns alle

Die Krankheitsverläufe der mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten sind teilweise sehr unterschiedlich. Manche Menschen merken kaum etwas von der Infektion, andere erleiden einen sehr starken, gar tödlichen Krankheitsverlauf. Doch selbst, wenn man es überlebt, ist es noch nicht unbedingt überstanden.

Das berichtet ein belgischer Virologe. Er wurde mit dem Coronavirus infiziert und hat die schwere Krankheit überlebt. Die Folgen spürt er jedoch immer noch. Im Interview mit dem "SienceMag" richtet er eine Warnung an uns alle.

Folgen bis heute spürbar

Peter Piot ist Virologe, er hat seine Karriere dem Kampf gegen Epidemien gewidmet. Nachdem er bei der Eindämmung von HIV und Ebola aktiv dabei war, wurde er im Zuge der Corona-Krise Berater der Europäischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Doch Mitte März hat es auch ihn erwischt.

Bildnummer: 52496005  Datum: 27.09.2006  Copyright: imago/Christian Thiel
Peter Piot (Direktor UNAIDS), Personen; 2006, Berlin, , , UN, UNO, Vereinte Nationen; , quer, Kbdig, Porträt, Randbild, People o0 Politik

Peter Piot. bild: imago images / Christian Thiel

Nach etwa einer Woche im Krankenhaus habe er sich zu Hause erholt. Bis heute sei er nicht vollständig auskuriert und spüre die Nachwirkungen der Krankheit noch immer, erklärt er.

Das Gefährlichste waren die Nachwirkungen

Als Piot zum ersten Mal Symptome wahrnahm, begab er sich in Selbstisolation, um andere zu schützen. Doch sein Zustand verschlechterte sich. Erst Anfang April ging er auf den Rat eines Freundes ins Krankenhaus. Doch schlimmer als die akute Krankheit noch seien die Nachwirkungen gewesen, die er nach der überstandenen Infektion gespürt habe.

Virologe mahnt, das Virus ernstzunehmen: Auch, wer nicht stirbt, leidet an Covid

Peter Piot beschreibt einen starken Sauerstoffmangel und zunehmende Erschöpfung. "Ich war komplett erschöpft, dieses Gefühl werde ich niemals vergessen. Ich musste ins Krankenhaus, obwohl ich mittlerweile negativ auf das Coronavirus getestet wurde. Das ist auch typisch für Covid-19: Die Krankheit verschwindet, doch die Konsequenzen dauern wochenlang", sagt Piot.

Er habe eine Woche lang um sein Überleben gekämpft. Jetzt sei er zu folgender Erkenntnis gekommen: "Viele Menschen denken, dass COVID-19 1 Prozent der Patienten tötet, und der Rest kommt mit einigen grippeähnlichen Symptomen davon." Aber die Geschichte sei komplizierter. Viele Menschen würden mit chronischen Nieren- und Herzproblemen zurückbleiben. Sogar ihr neurales System sei gestört.

"Weltweit wird es Hunderttausende von Menschen geben, möglicherweise noch mehr, die für den Rest ihres Lebens Behandlungen wie eine Nierendialyse benötigen werden."

(vdv)

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    Alle Leser-Kommentare
  • stahlbau-grauerwolf 10.05.2020 17:01
    Highlight Highlight was sagt mir das wieder; wie gefährlich ist das Virus, es muß bekämpft werden.
    Alle die da von den Großkonzernen nach Geld schreien,
    sollen ersteimal ihre Boni streichen und Ihre Aktionäre
    zur Kasse bitten.
    Der Staat muß alle verfügbaren Finanzen in die Forschung stecken und nicht mit kleinklein arbeiten.
    Diese Forschung ist auch eine Weltaufgabe der Institutionen und Forschungslabore mit gegenseitigem
    Austausch der Ergebnisse.
    Die UNO sollte es richten und koordinieren.
    So wie das jetzt aussieht, entgegen allen Lobhudeleien,
    werden wir wieder mehr zu hause sitzen müssen.

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