Leben
 gruppe lachender junger leute am strand im sommer urlaub freizeit lifestyle model released Symbolfoto PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xnilsweyx Panthermedia13264638

Urlaub in Europa ist wieder möglich. Bild: imago images / nilswey

Exklusiv

Reisen in Corona-Zeiten: Was wieder geht – und welche Regeln gelten

Am Montag ist das erste Flugzeug seit Wochen mit deutschen Touristen wieder nach Mallorca abgehoben. Die Reisebranche kommt langsam wieder in Fahrt. Doch wie sieht die neue Normalität aus? Wie viele Menschen sind inzwischen wieder unterwegs? Und an welche Regeln muss man sich unterwegs halten? Watson hat unter anderem bei der Bahn und Flixbus, bei den größten Flughäfen und Buchungsportalen nachgefragt.

So heftig war der Einbruch

Die Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus haben für die Wochen von Mitte März bis Ende Mai einen krassen Einschnitt für den Reiseverkehr bedeutet. Wie heftig der Einbruch war, zeigen die Passagierzahlen an einzelnen großen deutschen Flughäfen, die watson angefragt hat: In Frankfurt gingen die Passagierzahlen demnach etwa im April um 96 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, in München sogar um 99,4 Prozent. Auch die Flughäfen in Düsseldorf und Berlin meldeten drastisch gesunkene Passagierzahlen während der Kontaktbeschränkungen.

Bei der Bahn waren während der stärksten Kontaktbeschränkungen 90 Prozent weniger Menschen als im Vorjahr in den Zügen unterwegs.

Das Reisebuchungsportal weg.de spricht für März und April von einem Einbruch um 95 Prozent bei den Buchungen, wie das Unternehmen gegenüber watson mitteilte.

So viele Menschen sind an den größten Flughäfen unterwegs

Mittlerweile lassen sich auch wieder mehr Menschen an den Flughäfen blicken. Das zeigen Zahlen, die watson angefragt hat:

Es geht also langsam wieder bergauf – aber das Niveau liegt noch deutlich unter dem von vor der Corona-Krise.

Bahn, Flixbus, Flughäfen, Airbnb: Welche Reise-Regeln jetzt wo gelten

In Flugzeugen, Bahnen und Bussen und an den Flughäfen, Bahnhöfen und Busbahnhöfen gelten weitgehend dieselben Regeln zum Infektionsschutz wie in öffentlichen Gebäuden. Durch Markierungen und Begrenzungen soll ein Mindestabstand 1,5 Metern eingehalten werden, die Personenzahl an bestimmten Orten wird beschränkt. In Flugzeugen, Zügen und Bussen gilt eine Maskenpflicht, ebenso wie an Bahnhöfen.

Auch an den Flughäfen, die watson angefragt hat, müssen Fluggäste Mund und Nase bedecken – obwohl eine bundesweite Pflicht bisher noch nicht in Kraft getreten ist.

Die Bahn hat außerdem in der Navigator-App, die viele für Buchungen und Reiseinfos nutzen, eine Auslastungsanzeige eingeführt. Über die sehen Kunden, wenn ein Zug mindestens zur Hälfte ausgebucht ist. Trotzdem können Kunden aber weiterhin spontan in jeden Zug einsteigen – also auch in stark gebuchte. Um trotzdem möglichst viel Abstand zwischen den Fahrgästen zu ermöglichen, unterstützten Bahn-Mitarbeiter sie während der Reise dabei, "sich innerhalb der Züge bestmöglich zu verteilen", wie ein Bahnsprecher mitteilt.

Beim Fernbus-Unternehmen Flixbus wird in den Fahrzeugen laut einem Sprecher außerdem mehr gelüftet als früher. Der Einstieg ist nur noch durch die hintere Tür möglich, Desinfektionsmittel steht an Bord zur Verfügung. Und bei der Buchung der Busse können Kunden auf der Website – und, wie Flixbus gegenüber watson ankündigt, bald auch in der App – vorab die Auslastung der Busse überprüfen.

In den Unterkünften sollen höhere Hygiene-Standards gelten: Das Buchungsportal Booking.com verspricht gegenüber watson, online Reinigungs- und Hygieneinformationen zu Hotels und Ferienwohnungen zu veröffentlichen. Airbnb hat laut einer Sprecherin ein Schritt-für-Schritt-Reinigungshandbuch entwickelt, das Gastgebern künftig zur Verfügung stehen soll.

06.09.2019, Berlin, GER - Reisende auf einem Bahnsteig im Bahnhof Friedrichstrasse. Alltag, Bahn, Bahnhof, Bahnreise, Bahnreisende, Bahnstation, Bahnsteig, Bahnverkehr, befoerdern, Befoerderung, Berlin, Bundesbahn, DB, deutsch, Deutsche Bahn, Deutsche Bahn AG, Deutschland, Die Bahn, Doppelstock, Doppelstockwagen, Doppelstockwaggon, Eisenbahn, Europa, europaeisch, Fahrradabteil, Fernverkehr, Freizeit, Gesellschaft, Gleis, innen, Innenaufnahme, Kaukasier, kaukasisch, Menschen, Nahverkehr, Pendler, Personen, Personenbefoerderung, Personenfernverkehr, Personentransport, Friedrichstrasse, QF, Querformat, Regionalbahn, Regionalexpress, Regionalverkehr, Reise, Reisen, Reisende, Schiene, Schienenverkehr, Stadt, Transport, unterwegs, Urlaub, Urlauber, Verkehr, verreisen, Wirtschaft, Westeuropa, Zug 190906D824BERLIN.JPG  06 09 2019, Berlin, G

Bild: imago images / Foto

Wie die Lage für Zugreisen aussieht

Auch mit der Bahn sind wieder deutlich mehr Fahrgäste unterwegs. Inzwischen liege die Zahl der Buchungen wieder bei rund 50 Prozent der Vorjahreszahlen, sagt ein Bahnsprecher zu watson. ICE- und IC-Züge sind nach seinen Angaben zu 20 bis 30 Prozent ausgelastet.

Der internationale Bahnverkehr kommt auch ins Rollen: Ab Juni sind alle Nachbarländer Deutschlands von Dänemark bis Österreich wieder im Fernverkehr erreichbar.

Auch die Direktverbindungen nach Italien werden wieder aktiviert: Ab 25. Juni fahren die Eurocity-Züge aus München nach Innsbruck wieder nach Italien weiter. Und ab Ende Juni starten auch die Nachtzüge der Österreichischen Bahn zwischen München und Rom, Mailand und Venedig wieder. Auch eine Nachtzug-Verbindung von München nach Rijeka, an die kroatische Adriaküste, soll es dann wieder geben.

Wie man mit dem Fernbus vorankommt

Fernbus-Unternehmen hat die Corona-Krise besonders heftig getroffen: Die Busse von Flixbus standen von Mitte März bis in die zweite Maihälfte komplett still. Inzwischen fährt Flixbus wieder 80 Ziele innerhalb Deutschlands an, wie das Unternehmen gegenüber watson mitteilt.

Ab 18. Juni sind von Deutschland aus auch wieder internationale Flixbus-Reisen möglich – unter anderem nach Amsterdam, Prag, Wien und Zürich. Tickets dafür sind laut Flixbus schon jetzt buchbar. Welche Ziele in Zukunft dazukommen? "Das weitere Angebot wird sich an der Kundennachfrage orientieren", teilt Flixbus mit. Man sei "zuversichtlich, bald noch mehr internationale Verbindungen anbieten zu können".

Zahlen bei Urlaubsbuchungen steigen rasant: Wo die Deutschen jetzt hinwollen

Bei Portalen und Veranstaltern zeichnet sich in diesen Wochen ein Trend ab: Deutlich mehr Menschen als in den Vorjahren planen einen Urlaub im eigenen Land. Laut der Plattform Booking.com haben ihre Nutzer deutlich mehr inländische Unterkünfte auf ihren Wunschlisten vermerkt haben. Dahinter rangieren demnach europäische Länder: Österreich, Spanien und Italien.

Auch Airbnb bestätigt einen klaren Trend zu Inlandsreisen. Ende Mai habe die Mehrheit der Airbnb-Nutzer in Deutschland Reisen an Orte gebucht, die zwischen 80 und 320 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt sind – und die meisten sich für Unterkünfte im Inland entschieden.

Die Zahl der Buchungen geht inzwischen auch wieder deutlich nach oben: Laut Airbnb ist in der Woche zwischen Ende Mai und Anfang Juni die Zahl der gebuchten Nächte sogar schon wieder um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Vom Reiseportal Weg.de heißt es gegenüber watson: "Der Aufschwung ist im vollen Gange." Die Buchungen seien inzwischen wieder zehnmal höher als im April.

Die Tui Group spricht von einem "immens steigendem Interesse" bei den Kunden, vor allem für Reisen ans europäische Mittelmeer sowie nach Portugal und Österreich – und für Inlandsreisen. Den Trend zum Mittelmeer-Urlaub bestätigen auch das Portal Weg.de und . Interessant sei, dass auch die Suchanfragen für Ägypten und die Türkei stiegen – obwohl die Reisewarnungen für diese Länder noch bestehen.

(se, ak, lin)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Meinung

Kinder im Dauerstress: Warum die Kindheit mit dem Kita-Besuch aufhört

Ilona Böhnke ist Erzieherin in Dortmund. In ihrer 40-jährigen Laufbahn hat sie eine wichtige Beobachtung gemacht: Kinder verbringen immer mehr Zeit in Kitas, deren Alltag ist durchgetaktet. Dass Spielen nach Stundenplan und das ständige Zusammensein in der Gruppe auch Arbeit für die Kinder bedeutet, wissen viele Erwachsene nicht. Böhnke warnt nun vor möglichen Folgen.

Morgens Mathe, dann Bildungsbereich Natur bis mittags. Nach der Mittagspause Entspannung, vielleicht noch eine Runde Malen oder Singkreis und dann noch Turnen, bis es wieder nach Hause geht.

Was auf den ersten Blick wie der Alltag von mindestens einem Grundschüler wirkt, ist tatsächlich ein ganz normaler Tag für ein Klein- oder Vorschulkind in der Kita. Zeit für freies Spielen? Bleibt da eigentlich gar nicht.

Viele der Probleme, die in deutschen Kitas vorherrschen, sind zwar immer noch nicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel