Leben
Supermarkt

Supermarkt: Lidl enttäuscht mit Bonusprogramm – Kunden wenden sich ab

ARCHIV - 28.03.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Passantin geht an der Außenwerbung einer Lidl-Filiale vorbei. (zu dpa: «Rückruf bei Lidl - Bakterien in Wurst») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa- ...
Lidl hat mit seinen jüngsten Rabattaktionen viele Kund:innen enttäuscht.Bild: dpa / Marijan Murat
Supermarkt

Supermarkt: Lidl-Kunden regen sich über neuen Kurs bei Bonusprogramm auf

Alle großen Supermarktketten setzen inzwischen auf eigene Bonusprogramme. Viele Kund:innen sind sich einig: Das von Lidl hat seine besten Tage hinter sich.
15.07.2025, 13:1815.07.2025, 13:18
Mehr «Leben»

Ob Netto Plus, Rewe Bonus oder Lidl Plus – die Bonusprogramme der Supermärkte funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Kund:innen können sich über die jeweilige App Rabatte und andere Vergünstigungen sichern, im Gegenzug bekommen die Märkte genaue Einblicke ins Kaufverhalten, zudem versprechen sie sich von den Bonusprogrammen mehr Kund:innenbindung.

Bei Lidl scheint die Rechnung derzeit jedoch nicht aufzugehen – das verrät ein Blick in die Kommentarspalten der App-Stores von Google und Apple, wo es aktuell schlechte Bewertungen hagelt. Auch im Forum von mydealz.de finden sich viele unzufriedene Lidl-Kund:innen. Ihr Urteil: Lidl Plus war mal gut, inzwischen ist es das nicht mehr.

Schuld ist das Juli-Update der Lidl Plus App. Denn damit ist der sogenannte Rabattsammler gestrichen worden, mit dem Kund:innen durch regelmäßige Einkäufe Stufen erklimmen und dafür Gratisartikel oder hochprozentige Coupons erhalten konnten. Zudem gibt es jetzt weniger Gutscheine und kaum noch Gratisprodukte.

Ein Zustand, den viele Kund:innen nicht hinnehmen wollen.

Supermarkt: Lidl-Kunden lassen Frust über App ab

"Anfangs war es eine richtig gute App. Aber neuerdings gibt es keine Gratis-Produkte mehr, sondern nur noch 50 Prozent Rabatt auf Produkte, die niemand braucht", lautet ein Kommentar im App-Store von Apple. "50 Prozent Rabatt auf Bier oder Kondensmilch. Die App wird zusehends uninteressant", heißt es in einem anderen.

"Schlechte Rabatte, aber dafür 100 Prozent Daten abgreifen. Erst locken, dann downgraden", urteilt eine andere Person. "Lidl lohnt sich (nicht mehr)", kommentiert jemand in Anlehnung an Lidls Werbeslogan. Viele schreiben, dass sie die App deinstallieren werden, um dem Discounter eine Lektion zu erteilen.

Vereinzelt geht Lidl in der Kommentarspalte auf die unzufriedenen User:innen ein. "Unser Team arbeitet kontinuierlich daran, neue und spannende Aktionen zu entwickeln, um auch in Zukunft besondere Lidl Plus Angebote und Gewinnmöglichkeiten sowie reichlich Abwechslung bieten zu können", heißt es dort.

Supermarkt: Bonusprogramme stehen in der Kritik

Verbraucherschützer:innen warnen schon länger davor, dass die Versprechungen der Supermärkte irreführend sein können. "Der Sparvorteil ist oft geringer als gedacht und Verbraucher:innen zahlen für die Rabatte mit der Preisgabe umfangreicher persönlicher Daten", erklärt Christine Steffen, Datenschutzexpertin von der Verbraucherzentrale NRW in einer Mitteilung.

Nicht immer lasse sich mit den Rabattaktionen tatsächlich Geld sparen. Vergleichbare Produkte von No-Name-Marken können ohne Rabatt zum Beispiel günstiger sein als Markenprodukte, doch das wird in den Apps nicht transparent gemacht. Außerdem weisen die Verbraucherschützer:innen darauf hin, dass sich Mengenrabatte nur dann zum Sparen eignen, wenn wirklich so viel gebraucht wird. Wer mehr kauft, dann aber Produkte wegschmeißen muss, zahlt am Ende mehr.

Hinzukommt: Nicht alle Anbieter halten sich daran, dass sie prozentuale Rabatte immer in Bezug auf den günstigsten Preis der vorigen 30 Tage errechnen und darauf in ihren Angeboten hinweisen müssen. Gegen Rewe gingen die Verbraucherschützer:innen bereits mit einer Klage vor, weil in den Angeboten die eigentlichen Preise nicht deutlich genug gemacht wurden.

Wie deutsche Spielplätze Kinder mit Behinderungen ausschließen
Sandboden, Holzleitern und Teller-Seilbahnen – so sehen Spielplätze in Deutschland aus. Sie sind Alltagsorte vieler Familien, aber nicht aller, denn: Für Kinder mit Behinderungen sind klassische Spielplätze oft unnutzbar. Sie werden damit von öffentlichen Räumen ausgeschlossen. Ein Problem, das vielen nicht einmal bewusst ist.
Wie viele inklusive Spielplätze in Deutschland überhaupt existieren, ist unklar. "Aktion Mensch" hat 2023 mit dem FIBS (Deutsche Sporthochschule Köln) eine Studie erstellt, laut der rund 80 Prozent der 1000 begutachteten öffentlichen Spielplätze so gestaltet waren, dass Kinder mit Behinderung sie NICHT nutzen können.
Zur Story