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Screenshot/Getty Images/Montage: watson

"Geh sterben, Schlampe!": Frau will Handy verkaufen und erhält entsetzliche Nachrichten

Wenn du schon einmal etwas im Internet – sei es auf Ebay, Facebook oder sonstwo – verkaufen wolltest, dann weißt du vermutlich, dass Käufer dort ziemlich geizig, sehr unhöflich und oft auch beleidigend sein können (siehe auch: 19 Verhandlungen auf Ebay-Kleinanzeigen, die dich in den Wahnsinn treiben).

Wenn du nun aber eine Frau bist, die schon einmal etwas im Internet verkaufen wollte und du dabei an einen männlichen Käufer geraten bist, dann weißt du möglicherweise: Es geht noch wesentlich schlimmer. Wie schlimm – das zeigt nun ein Fall aus den USA, der gerade viral geht.

Es geht um diese Unterhaltung auf Facebook (hier in Original-Screenshots zum Nachlesen):

Das ist die Übersetzung der schrecklichen Unterhaltung:

Er: "Verkaufst du das iPhone immer noch?"

Sie: "Ja."

Er: "Wann kann ich es abholen?"

Sie: "Wir können uns morgen irgendwo treffen. In welchem Teil der Stadt bist du?"

Er: "Im Süden. Am Southport gibt es einen Starbucks. Oder kann ich zu dir nach Hause kommen?"

Sie: "Starbucks wäre gut! Ich gebe meine Adresse normalerweise nicht heraus."

Dann geht es los....

Er: "lol, weil du eine Frau bist?? lol"

Sie: "Ich möchte einfach nicht, dass Fremde zu mir nach Hause kommen."

Er: "Bescheuert"

Sie: "Also wann beim Starbucks?"

Er: "Um ehrlich zu sein: Es ist so bescheuert, wie ihr Frauen zu Männern seid. Es gibt keinen Grund, vor Männern Angst zu haben und ihnen die Adresse nicht zu geben. Du kannst mir vertrauen, ich bin ein netter Mann."

Sie versucht, sachlich zu bleiben – er nicht.

Sie: "Es ist nichts Persönliches. Ich möchte nicht, dass irgendjemand, den ich nicht kenne – egal, ob Mann oder Frau – meine Adresse hat. Also, welche Uhrzeit wäre gut für dich?"

Er: "Es ist so lächerlich. Die komplette feministische Bewegung hat Männer zu 'bösen' Menschen gemacht, dabei haben die Frauen gar nichts zu befürchten. Ihr seid sicher und Frauen erleben gar nicht die Belästigung, die sie immer ansprechen. Das ist alles Bullshit, der mich schlecht aussehen lässt."

Sie: "Dude. Willst du nun das iPhone oder nicht? Ich weiß nicht, was du bezwecken willst. Du mansplainst Frauen, dass es keinen Grund für sie gibt, Angst zu haben? Was?"

Er: "Ich nutze nur die Möglichkeit, um Frauen über die Realität aufzuklären. Die Angst ist in deren Kopf. Ich bin ein netter Typ. Es gibt nichts, wovor du Angst haben musst."

Sie: "Ok. Ich gehe davon aus, dass du das [Handy] nicht willst. Warum hörst du nicht auf?"

Er: "Hast du einen Freund? Das würde beweisen, dass nicht alle Männer schlecht sind. Du bist übrigens süß. Du kannst mir echt vertrauen. Es gibt nichts zu fürchten. Hallo? Wohin bist du verschwunden? Siehst du, das ist das Problem. Ich bin ein perfekter, netter Typ, der dir einfach nur die Realität des Lebens erklären will. Einer, der dir zeigen will, dass deine Angst dich und andere Frauen nur hindert. Hört auf, vor 'Vergewaltigung' und solchen Sachen Angst zu haben und ihr werdet die negative Energie nicht mehr anziehen. Lass mich vorbeikommen und du wirst sehen, dass ich dich nicht vergewaltigen werde. Dann kannst du Männern vertrauen."

Sie: "Trollst du mich? Ist das echt?"

Dann eskaliert der Mann völlig und spricht von Vergewaltigung.

Er: "Nein. Ich hab Frauen satt, die sagen, dass sie 'vergewaltigt' werden oder was auch immer. Das ist nicht der Fall. Das passiert sehr selten, aber Frauen lügen sehr viel. Ich wette, dass wenn ich dir den dicken Schwanz in meiner Hose zeige, dann würdest du deine Meinung ändern und vergewaltigt werden wollen. Wie ihr ganzen Schlampen. Stirb einfach. Hör auf mich zu ignorieren. Ihr Frauen ignoriert nette Männer, wenn sie euch über den Weg laufen. Du hättest das Handy auch einfach verkaufen können und eine netten Mann kennenlernen können, aber nein. Du bleibst in deinem Fahrwasser. Ich kann nicht warten, bis dieser Fem-Nazi-Scheiß vorbei ist. Geh sterben, Schlampe! Ich liebe es, wenn sich die Schlampen selbst abschießen – das macht es einfacher für uns. Gummibärchen. Sorry, dass wollte ich nicht schicken. Schlaf gut, du Müll."

Klar ist: Das Schicksal, dieser Frau ist kein Einzelfall, viele Frauen teilen ähnliche Erlebnisse. Der dazugehörige Thread auf Twitter hat inzwischen über 41.000 Retweets, fast 140.000 Likes, und fast 4000 Kommentare. Und was der Fall auch zeigt: Deeskalation hilft bei systematischem Hass gegen Frauen im Internet kaum bis gar nicht.

(hd)

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