Der Dezember hat sich in den letzten Jahren zum Monat der großen Jahresrückblicke gemausert. TV-Rückblicke zu wichtigen Ereignissen aus Politik und Weltgeschehen kennen wir schon lange. Auf Spotify Wrapped oder Apple Music Replay fiebern mittlerweile jedes Jahr unzählige Musikliebhaber:innen hin.
Auch Youtube und Instagram haben sich schon an einer individuellen Rückschau für ihre Nutzer:innen probiert. Dieses Jahr haben aber auch wieder einige Unternehmen Bilanz gezogen, die nichts mit Social Media am Hut haben – zum Beispiel die Verkaufsplattform Kleinanzeigen.
Dort werden jedes Jahr Millionen Anzeigen hochgeladen. Meistens verkaufen Nutzer:innen typische Alltags- und Gebrauchsgegenstände wie Haushaltsgeräte, Klamotten, Bücher oder Möbel. Es gibt aber auch immer wieder kuriose Angebote, mit denen man auf der Verkaufsplattform nicht unbedingt rechnet. Kleinanzeigen hat deshalb die neun skurrilsten Angebote des Jahres 2024 zusammengestellt.
Wer sich seine Küche neu einrichten will, wird auf Kleinanzeigen sicherlich fündig. Töpfe, Pfannen, Teller, Besteck, Reiskocher, Fritteusen und noch vieles mehr wird online angeboten. Essen bestellt man im Internet in der Regel an anderer Stelle.
Das hat einen Nutzer aber nicht davon abgehalten drei "perfekt runde" Chicken Nuggets in OVP, also Originalverpackung, anzubieten. "Ich bin immer noch extrem stolz auf diesen Fund", schreibt der Nugget-Verkäufer in seine Anzeige. Und das wollte er sich offenbar auch gut bezahlen lassen: Der Verkaufspreis war auf 100 Euro angesetzt – exklusive Versand.
Um eine wesentlich größere Summe und ein wesentlich größeres Produkt ging es in einer anderen Anzeige. Nach Ende der Fußball-Europameisterschaft der Herren inserierte ein Nutzer das angeblich größte Fußballtor der Welt. Es sei 23 Meter hoch, 64 Meter lang und wiege etwa 40 Tonnen.
Aktuell stünde es noch auf der EM2024-Fanmeile in Berlin vor dem Brandenburger Tor. Genau dort könne man es auch jederzeit besichtigen, schreibt der Nutzer. Preis auf Verhandlungsbasis: 180.000 Euro. Zustand in Ordnung, nur Abholung.
Preislich bewegt sich das nächste Angebot in einer ähnlichen Kategorie und auch zum Thema Fußball gibt es eine Verbindung. Am 18. März 2024 stellte ein Kleinanzeigen-Nutzer nämlich einen Campervan für 136.000 Euro online, der zuvor angeblich dem Fußball-Bundestrainer Julian Nagelsmann gehörte.
"Leider hat Herr Nagelsmann aktuell wenig Zeit und da es schade ist, so ein spannendes Fahrzeug rumstehen zu lassen, gibt es jetzt die Möglichkeit!", heißt es in der Anzeige. Wenn das nicht mal eine Story ist, um auf dem Camping-Platz von sich reden zu machen!
Ähnlich luxuriös war ein Inserat aus der Kategorie "Haus und Garten": Für 1.500 Euro konnte man ein Hundehaus in glamouröser Strandkorb-Optik erstehen. Das stammte laut der Anzeigenbeschreibung aus einer exklusiven Penthouse-Auflösung in Berlin-Mitte.
Es handele sich um ein Unikat der Firma Korbwerk, völlig unbenutzt, mit edlen Stickereien und in Handarbeit angefertigt. Der Clou: Offenbar wurde das Häuschen im Pompös-Style eines gewissen Promi-Designers "H ......." entworfen.
Und tatsächlich gab es Ende November einige Medienberichte über die Wohnungsauflösung von Harald Glööckler in Berlin. Wer also schnell genug war, konnte sich zumindest für seinen Hund ein Stück des pompösen Designer-Glanzes nach Hause holen. Manche Vierbeiner können ja auch ganz schön anspruchsvoll sein!
Pompös ist kein passendes Adjektiv, um das nächste Angebot zu beschreiben. Evi und Frank aus dem bayrischen Erding haben dieses Jahr nämlich eine lebensgroße Zombie-Figur bei Kleinanzeigen inseriert.
Insgesamt 1,80 Meter groß soll der "Zombiewalker" sein, mit handgefertigtem Kopf und Händen aus Silikon und Echthaar. Der Oberkörper stamme von einer handelsüblichen Schaufensterpuppe, die Kleidung sei Echtstoff. Der Preis war mit 3.300 Euro verhandelbar.
Als Alternative zum Halloween-Kürbis also vielleicht doch zu teuer. Aber: "Ideal für Geisterbahnen, Spukhäuser, Horrorfans", heißt es in der Anzeige. Die Figur sei zudem auch für Themenausstellungen und -parks geeignet.
Themenpark ist genau das richtige Stichwort für die nächste kuriose Anzeige. Darin bot eine Nutzerin nämlich einen neun Meter hohen Freefall-Tower an, den man eigentlich nur aus Freizeitparks oder von der Kirmes kennt.
Die Beschreibung ist kurz und pragmatisch gehalten: "Bieten einen Tower. Viele Teile erneuert. Funktioniert einwandfrei. Bei Fragen einfach melden." Man könne den Tower nach Absprache besichtigen, er sei noch aufgebaut.
Ob auch eine Probefahrt möglich war, ist nicht bekannt. Für 70.000 Euro konnte man das Fahrgeschäft jedenfalls mit nach Hause nehmen.
Wem ein Freefall-Tower nicht genug ist, der konnte in diesem Jahr auch einen kompletten Freizeitpark kaufen. Konkret ging es um das Gewerbeobjekt "Erlebniswelt SteinReich", das die sächsische Grundstückauktionen AG auf der Verkaufsplattform für 295.000 Euro inserierte.
In der Anzeige ist unter anderem die Rede von über 4000 Quadratmetern, einem Streichelgehege, einem Wasserspielplatz, einem Gastronomiekomplex und "schiefen Häuschen". Die Erlebniswelt sei 2014 für rund eine Million Euro errichtet worden; 2020 sei der Betrieb eingestellt worden.
Wer also schon immer davon geträumt hat, einen eigenen Freizeitpark zu eröffnen, muss also eigentlich nur im richtigen Moment auf Kleinanzeigen unterwegs sein. Und 300.000 Euro auf der hohen Kante haben.
Noch so ein überdimensioniertes Angebot wurde am 21. Juli dieses Jahres in der Kategorie "Handarbeit, Basteln und Kunsthandwerk" inseriert. Für 500.000 Euro (Verhandlungsbasis) konnte man die Festivalbühne "Bill's Factory" kaufen, die jahrelang die Mainstage beim Parookaville Festival war.
In der Anzeige ist die Rede von rund 19.000 Quadratmetern. Bekannte Musik-Stars wie Scooter, Martin Solveig oder Purple Disco Machine hätten schon auf der Bühne gespielt. Nun sei sie aber wegen Neuanschaffung abzugeben.
"Absolutes Liebhaberstück, nur in gute Hände abzugeben", schreibt der Verkäufer mit dem Nutzernamen Bill Parooka. Die Bühne hätte die üblich Gebrauchsspuren und das Angebot beziehe sich auf alle Deko-Elemente. Der wichtigste Hinweis steht ganz am Ende der Anzeige: "Nur an Selbstabholer".
Das letzte Kleinanzeigen-Kuriosum stammt aus der Kategorie "Weiteres Haus und Garten". Für 490 Euro bot die Peter Freitag GmbH ein Original Flugzeug-Bauteil an: Konkret ging es um eine Notausstiegstür von Airbus.
Die misst 110 Zentimeter in der Höhe, 57 Zentimeter in der Breite und 21 in der Tiefe. Wer mehrere Teile kauft, konnte sogar mit einem Mengenrabatt rechnen. "Viele weitere Ausstattungsteile für Flugzeuge (Airbus oder Boeing) finden Sie in unserem Shop", heißt es in der Anzeige.
Und tatsächlich scheint das Interesse an der Flugzeug-Notausgangstür groß zu sein. Insgesamt 802 Nutzer:innen haben sich die Anzeige gemäß des Kleinanzeigen-Screenshots angeschaut. Ob die Tür einen glücklichen Käufer gefunden hat, teilte die Verkaufsplattform nicht mit.