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Am liebsten täglich und mit viel Schaum: Auf die morgendliche Dusche wollen viele nicht verzichten. Bild: iStockphoto

Mythen aufgedeckt! Wie häufiges Duschen und Baden ist eigentlich gut für uns?

Die tägliche Dusche gehört zum Morgenritual vieler Menschen dazu. Vielleicht hast auch du Schwierigkeiten, morgens wach zu werden, ohne dich unter den kalten Wasserstrahl gestellt zu haben. Oder du fühlst dich, frisch aus den Laken geschält, immer ein bisschen schmutzig. Dagegen hilft gefühlt nur das Maracuja-Papaya-Limette-Duschgel, damit du wie ein frischer Obstsalat duftend das Haus verlassen kannst.

Die tägliche und ganzkörperliche Reinigung mit duftenden und schäumenden Seifen hast du möglicherweise noch nie infrage gestellt. Ob es allerdings gut für deine Haut ist, jeden Tag zu duschen oder zu baden – und unter welchen Umständen du nicht auf die Brause verzichten musst, darüber klärt dich watson auf.

Deine Haut schützt dich vor schlechten Erregern

Deine Haut ist nicht nur das größte Organ, das du besitzt: Etwa zwei Quadratmeter misst die Haut eines erwachsenen Menschen. Sie dient deinem Körper außerdem als Schutzschild, um fremde Einflüsse und Schadstoffe abwehren zu können.

Dieses Schutzschild besteht aus vielen Lagen: Ganz tief unten befindet sich die Lederhaut. Dann kommt die Epidermis, wie die Oberhaut heißt, auf der eine Schicht von toten Hornhautzellen liegt. Die werden zusammengehalten von einer Mischung aus Fett und Eiweiß – ähnlich eines Mauerwerks. Auf der Hornschicht wiederum liegt eine Fettschicht sowie der Säureschutzmantel, der gute Bakterien beinhaltet und vor Erregern schützt.

Täglich duschen und baden ist nicht unbedingt gesund

Die natürliche Schutzfunktion deiner Haut wird gestört, wenn du sie wäscht: Sowohl Wasser als auch aggressive Duschgels können deine Haut reizen und so anfälliger machen. Schuppige Stellen und Ekzeme könnten die Folge sein.

Deswegen meint Dermatologe Christoph Liebich aus München, zu viel Waschen ist ungesund. Gegenüber watson sagt er:

"Beim Waschen gelten die Regeln: Duschen ist immer besser als Baden und Duschen auch immer nur so selten wie möglich, aber so häufig wie nötig."

Natürlich sei der genaue Bedarf, wie viel jeder Mensch duschen sollte, unterschiedlich, räumt der Mediziner ein. Das leuchtet ein: Jemand, der einer stark körperlichen Arbeit nachgeht und mit viel Schmutz in Berührung kommt, wird wohl die tägliche Dusche brauchen. Wenn du allerdings nur am Schreibtisch sitzt, solltest du dir überlegen, ob du deiner Haut zwischendurch eine Wasch-Pause gönnst.

Auch Dermatologin und Bestseller-Autorin Yael Adler schreibt in ihrem Buch "Hautnah": "Wer zu viel seift, stinkt!" Denn dadurch, dass deine Haut nach dem Waschen – vor allem mit aggressiver Seife – besonders empfindlich ist, können sich unerwünschte Keime gut vermehren und für einen unangenehmen Körpergeruch sorgen.

Nicht den ganzen Körper einseifen

Wer dennoch nicht auf die tägliche Dusche verzichten kann, sollte hauptsächlich klares Wasser verwendet, rät die Ärztin. Es reicht, wenn du nur bestimmte Stellen, wie zum Beispiel unter den Achseln, mit einem milden Duschgel behandelst. Am meisten würde sich die Haut aber freuen, würde sie nur einmal wöchentlich geduscht oder gebadet werden.

Liebich rät außerdem, darauf zu achten, zum Duschen und Baden ölhaltige Produkte zu verwenden und sich hinterher sorgfältig einzucremen. "Vor allem im Winter wird die Haut sonst zusätzlich ausgetrocknet", sagt der Arzt.

Auch bei der Körperpflege gilt: Weniger ist manchmal mehr. Vielleicht kannst du auf den ein oder anderen Duschgang oder zumindest das stark parfümierte Duschgel verzichten – deiner Haut zuliebe.

Mythen aufgedeckt – die Reihe von watson

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(ak)

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