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Saarland: Saarretter-App rettet erstmals nachweislich ein Leben

ARCHIV - 19.05.2019, Sachsen-Anhalt, Leuna: Ein Rettungswagen der Malteser f
Bis ein Rettungswagen eintrifft, kann es im Notfall einige Minuten dauern.Bild: dpa / dpa-Zentralbild / Jan Woitas
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Saarretter-App rettet erstmals nachweislich ein Leben

20.03.2024, 14:47
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Ein medizinischer Notfall in den eigenen vier Wänden ist ein Schock, sowohl für die betroffene Person als auch für Angehörige. Besonders dann, wenn die dringend benötigte Hilfe nicht rechtzeitig eintreffen konnte. Wenn jemand einen Herzstillstand oder einen Schlaganfall erleidet, muss es schließlich schnell gehen. Jede Sekunde zählt. Doch es vergehen im Normalfall mindestens mehrere Minuten, bis nach dem Notruf ein Rettungswagen eintrifft.

Um diesem Problem vorzubeugen, gibt es eine App: die Saarretter-App. Damit soll es schon vor Eintreffen des Rettungswagens Hilfe geben. Dass das Konzept funktionieren kann, zeigt jetzt der Fall des 61-jährigen Alexander Schreider aus Klarenthal. Er überlebte einen Herzinfarkt dank der Saarretter-App.

Dank App: Ersthelfer treffen nach 53 Sekunden bei Notfall ein

Es war der Abend des 25. Februar, als die Frau von Alexander Schreider einen lauten Knall aus dem Badezimmer hörte, berichtet der "Saarländische Rundfunk (SR)". Schreider war zusammengebrochen. Herzinfarkt. Sie wählte sofort den Notruf. Bei der Rettungsleitstelle wurde dann nicht nur der reguläre Dienst aktiviert, sondern auch die Saarretter-App.

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Erst im Januar war sie eingeführt worden. Beim Fall Schneider zeigte sich, dass die App Leben retten kann: Nur 53 Sekunden dauerte es, bis Ersthelfende bei Alexander Schreider eintrafen.

Sie konnten so schnell reagieren, weil im Notfall die App registrierte Ersthelfende alarmiert, die sich in der Nähe befinden. Drei Personen waren es bei Schreider, einer davon ist sein Nachbar Mathias Kasper. "Ich wollte gerade Fußball schauen und saß auf der Couch", berichtet er der dem "SR": "Als der Alarm losging, habe ich die Schuhe angezogen und bin sofort los."

Nach den 53 Sekunden war er bei Schreider und konnte mit der Herzdruckmassage beginnen. Kurz darauf kamen auch weitere Helfende und gemeinsam konnten sie den 61-Jährigen stabilisieren, bis der Rettungswagen eintraf.

Saarretter-App kann Leben retten

"Nach insgesamt 25 Minuten und viermaliger Defibrillation konnte ein ROSC erreicht werden", so steht es später in dem Arztbrief. "ROSC" steht für "Return of Spontaneous Circulation". Das bedeutet, dass nach einem Herzstillstand der spontane Kreislauf wieder einsetzt.

Schreider kam auf die Intensivstation. Fünf Tage lang lag er im Koma. Was passiert ist, erfuhr er später durch seine Familie. "Mir wurde am 25. Februar ein zweites Leben geschenkt", sagt er dem "SR".

Nicht nur bei Alexander Schreider hat die App schon einen positiven Beitrag geleistet. Zwischen dem 1. Januar und dem 13. März gab es allein 108 Alarme. Mindestens ein über die App registrierter Ersthelfender war in 56 Fällen vor Ort. Auf der App können sich alle volljährigen Personen mit medizinischem Vorwissen registrieren, zum Beispiel Polizist:innen oder medizinische Fachangestellte. 1623 Ersthelfende sind bereits registriert.

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