ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN BIS SAMSTAG, 14.01.2023, 00.00 UHR !!! Tag 2 im Camp. Jana URKRAFT Pallaske kommen im Dschungeltelefon die Tränen. "Dass da so ein großes Unbewusstsein für die ...
Jana "Urkraft" Pallaske vergangene Woche während ihres aufwühlenden Geständnisses im Camp: Mit 19 Jahren war sie schwer magersüchtig.Bild: RTL
Dschungelcamp

Dschungelcamp: Nach Janas Magersucht-Geständnis – Experte mit alarmierender Prognose

28.01.2023, 22:00

"Ich bin mit 19 fast an Magersucht gestorben, und ich will meinen Körper nicht auf die Art triggern", gestand Jana "Urkraft" Pallaske in der RTL-Show "Dschungelcamp" unter Tränen ihrem Mitbewohner und Dschungel-Chefkoch Papis Loveday.

Das war an Tag sieben im Camp, heißt: Sieben Tage kaum etwas zu essen, sieben Tage Hunger. Das Ergebnis: schlechte Laune, Zickereien und psychischer Stress. Doch für Jana Pallaske als Ex-Magersucht-Patientin war das wohl besonders hart, denn sie fühlte sie sich damit an eine schwierige Zeit in ihrem Leben erinnert: "Ich habe das damals selbst erkannt, ich wollte da raus und hatte dieses krasse Erlebnis und den Switch: 'Ich will leben!'".

ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN BIS MITTWOCH, 18.01.2023, 23.45 UHR !!! Tag 6 im Camp. Die neue Teamchefin Jana URKRAFT Pallaske hat andere Prioritäten, was das Camp angeht: das Wohlbefinden der P ...
Der Hunger macht allen Stars im Camp zu schaffen. Für Jana "Urkraft" Pallaske ist das besonders schwer.bild: RTL

Aus diesem Grund, sagte sie in die Dschungeltelefon-Kamera, falle ihr das Hungern im Camp wahnsinnig schwer. Seit dem einschneidenden Erlebnis ihrer Magersucht kümmere sie sich gut um ihren Körper, dieses "kostbare Vehikel". Sie habe schon einmal mit wenig Essen im Dschungel gelebt, doch dass es so schlimm sei, hätte sie nicht erwartet. Ihren Körper im Camp mit dem Essensentzug nun so zu quälen, "da gehen die Alarmglocken wieder an, wenn er merkt, es geht wieder in die Richtung", erzählt Jana.

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Jana spricht im Dschungeltelefon über ihre Erfahrungen mit der Magersucht.bild: rtl

Sollte eine ehemalige Magersucht-Patientin wie Jana Pallaske eine Hungertortur wie im Dschungelcamp nicht lieber sein lassen, wenn das ihrem Körper und ihrer Psyche nicht guttut? Oder kann das sogar positiv sein, mit seinem Trauma konfrontiert zu werden?

"Durch den starken psychischen Druck vor der Kamera, aber auch durch die Aufgaben besteht ein großes Risiko einer Verschlechterung."
Hannes Horter über Ex-Magersucht-Patienten im Camp

watson hat Dr. Hannes Horter gefragt. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in zwei Oberberg-Kliniken und behandelt dort auch schwerpunktmäßig Patient:innen mit Essstörungen.

Dr. Hannes Horter
Hannes Horter ist Chefarzt der psychotherapeutischen Oberberg-Kliniken in Hannover und Weserbergland.bild: Oberberg Kliniken

watson: Was genau ist eine Magersucht und wie verbreitet ist diese Krankheit?

Hannes Horter: Essstörungen im weiteren Sinne sind häufig. Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen. Etwa 20 Prozent aller Jugendlichen zeigen Anzeichen eines gestörten Essverhaltens. Vollständige Essstörungen sind zwar seltener, aber circa 2,8 Prozent der Frauen haben im Laufe ihres Lebens eine Binge-Eating-Störung (Esssucht), 2,6 Prozent eine Bulimia Nervosa, auch Bulimie oder Ess-Brechsucht genannt, und zwei bis drei Prozent eine Anorexia Nervosa, man sagt auch Anorexie oder Magersucht. Trotz gewisser Gemeinsamkeiten gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Essstörungen, sodass eine Verallgemeinerung schwierig ist.

Wie riskant ist es für Betroffene, an einer TV-Show wie dem Dschungelcamp teilzunehmen, in der man zwei Wochen lang kaum etwas und nur sehr einseitig isst?

Personen, die aktuell unter einer schweren psychischen Erkrankung leiden, wozu eine Anorexia Nervosa zählt, sollten nicht an einer solchen TV-Show teilnehmen. Durch den starken psychischen Druck vor der Kamera, aber auch durch die Aufgaben besteht ein großes Risiko einer Verschlechterung. Komplexer ist die Beantwortung der Frage für jemanden mit einer behandelten und abgeklungenen Essstörung. Ziel der Behandlung ist schließlich eine Genesung und das Erreichen eines normalen Lebens. Da sind pauschale Verbote oft nicht hilfreich. Man sollte dazu den aktuellen psychischen und physischen Gesundheitszustand betrachten.

ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN BIS MONTAG, 16.01.2023, 23.45 UHR !!! Tag 4 im Camp. Nach dem Bohnenstreit stärken Cecilia Asoro (l.) und Gigi Birofio Jana URKRAFT Pallaske mit gleicher Meinung.

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Streit und Zickereien ums Essen gab es im Dschungelcamp schon nach wenigen Tagen.Bild: RTL

Viele Betroffene zeigen auch nach der Behandlung einer Anorexie weiter bestimmte Anzeichen der Erkrankung, beziehungsweise eine Anfälligkeit für einen Rückfall. Insbesondere wenn die Personen weiterhin recht schlank sind, rutschen sie bei unzureichender Ernährung schnell in ein Untergewicht. Dies kann auch einen Rückfall in die Magersucht auslösen, die am Ende durch Wechselwirkungen zwischen der Psyche und dem abgemagerten Körper aufrechterhalten wird.

Wie verhält es sich mit Dschungelprüfungen, in welchen man mit ekligen Dingen konfrontiert wird, die man essen muss?

Da sich magersüchtige Menschen viel mit ihrer Ernährung beschäftigen, ist das Essen ekliger Dinge sicher ein besonderer "Stressor". Die Teilnahme an einer solchen TV-Show ist folglich für Menschen nach einer solchen Erkrankung riskanter als für andere.

ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN BIS SAMSTAG, 21.01.2023, 24.00 UHR !!! Tag 9: Dschungelprüfung "Ohne Fleisch kein Preis". Während Markus Mörl bereits aufgegeben hat, kämpft Jolina Mennen ...
Ekel-Essen wie Kuhnase bei der Dschungelprüfung für Camp-Insassen Jolina und Markus. Bild: RTL / Stefan Thoyah

Kann die Teilnahme an der Show also zu einem Rückfall in die Magersucht führen?

Durch erneutes Hungern, ob freiwillig oder unfreiwillig, kann ein Rückfall ausgelöst werden. Der Stress, den die Teilnahme an einer solchen TV-Show erzeugt, kann zusätzlich dazu beitragen.

"Die 'unkontrollierte' Konfrontation durch aufgezwungenes Hungern ist hier sicher keine hilfreiche Maßnahme."
Hannes Hortergegenüber watson

Kann es unter Umständen auch gut sein, als ehemals essgestörter Mensch mit dem Essens-Thema konfrontiert zu werden?

Auch nach dem Abklingen einer Krankheitsepisode ist es sinnvoll, sich in einem angemessenen Ausmaß weiter mit der Erkrankung auseinander zu setzen. Neben einer fortgesetzten psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung sind hier auch Selbsthilfegruppen sinnvoll. Die "unkontrollierte" Konfrontation durch aufgezwungenes Hungern ist hier sicher keine hilfreiche Maßnahme. Ich würde auch keinem "trockenen" alkoholabhängigen Menschen zu Experimenten mit Alkohol raten.

"Essen bleibt ein Thema, auch leiden viele noch Jahre später an psychischen oder körperlichen Beschwerden."

Wird man so eine überstandene Essstörung je wieder ganz los oder wird Essen immer ein Thema bleiben?

Für viele Betroffene bleibt es ein Thema, auch leiden viele noch Jahre später an psychischen oder körperlichen Beschwerden. In einer schwedischen Studie wurden 15-jährige Mädchen mit Anorexia Nervosa 30 Jahre lang nachverfolgt. Nach 30 Jahren hatten 64 Prozent von ihnen eine komplette Remission – sie waren also mindestens sechs Monate beschwerdefrei. 36 Prozent – mehr als ein Drittel – waren es aber nicht! Im Mittel litten die untersuchten Frauen zehn der 30 Jahre unter den Symptomen einer Essstörung.

Wie geht man am besten mit einer überstandenen Magersucht um? Spricht man darüber oder lieber nicht?

Ob und unter welchen Umständen man sich mit einer Erkrankung outen möchte, ist eine sehr persönliche Entscheidung – ob da das Dschungelcamp der richtige Rahmen ist? Ich wäre da eher zurückhaltend … Denn eine Essstörung ist etwas sehr Intimes. Es betrifft die Wahrnehmung des eigenen Körpers und das eigene Selbstwertgefühl. Insgesamt lasten psychischen Erkrankungen immer noch ein Stigma an und viele begegnen dem Thema mit Unverständnis.

ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN BIS DONNERSTAG, 19.01.2023, 23.45 UHR !!! Tag 7 im Camp. Der Hunger macht allen Stars im Camp zu schaffen. Für Jana URKRAFT Pallaske ist das aus einem ganz bestimmt ...
Jana öffnete sich ihrem Camp-Mitbewohner Papis und erzählte unter Tränen von ihrer Esstörung. Ob das gut war?Bild: rtl

Gleichzeitig braucht man gerade in Krisenzeiten Menschen, die einen unterstützen. Ich empfehle daher, gut zu überlegen: Wem möchte ich davon erzählen und was möchte ich erzählen? Wer weiß vielleicht schon Bescheid oder kann es sich zumindest denken? Was ist der richtige Rahmen, um mich zu öffnen? Wem muss ich davon erzählen, um größeren Schaden zu vermeiden oder um notwendige Hilfe zu erhalten?

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