Matteo Salvini, Chefpöbler Italiens.
Matteo Salvini, Chefpöbler Italiens.
bild: Imago images/unsplash/screenshot twitter/watson montage

Salvini ärgert sich über Italien-Klischees in Deutschland – doch er übersieht ein Detail

22.07.2019, 17:40

Matteo Salvini hat viele Vorurteile. Vor allem gegen Ausländer. Jetzt hat der italienische Innenminister selbst Klischees über sein eigenes Heimatland bemängelt, und den Deutschen damit schlechten Stil vorgeworfen. Wegen einer McDonald's-Werbung in Österreich.

Hä? Ja, es ist ein wenig kompliziert...

"Italiener alle Mafiosi? Wie traurig...", schrieb er am Montagnachmittag bei Twitter und postete dazu ein Bild einer McDonald's-Werbekampagne für einen mediterranen Burger, der aktuell im Angebot ist.

Der Claim der Burger-Kette lautet: "Für echte Mampfiosi."

Okay, der Spruch ist genauso wenig cool wie Salvinis Stereotype gegenüber Migranten; italienische Mafia-Klischees sind ausgelutscht. Da hat man im Mäcces-Marketing sicher nicht lange genug nachgedacht... Fair enough.

Aber, bleiben wir bei Italiens Innenminister, für den das Plakat natürlich gefundenes Fressen ist, – quasi Empörungsfastfood. Salvini gibt sich in seinem Tweet sehr viel Mühe, das "Mampfiosi"-Wortspiel zu erklären und poltert in Richtung Deutschland:

"Sandwich "Italienischer Sommer" in Deutschland: "Für echte MAFIOSI" (Wortspiel mit "mampfen" – sbafare...). Italiener alle Mafiosi? Wie traurig... Wir haben Stolz und Würde zurückgewonnen, es gibt kein Zurück mehr!"
Salvini on fire.

Dabei schrieb Salvini allerdings fälschlicherweise, dass die Kampagne bei McDonald's in Deutschland laufe – und nicht in Österreich. Fast möchte man dem Innenminister vorwerfen, sich nicht genug mit den Ländern beschäftigt zu haben und, weil es ihm grad in dem Kram passt, einen billigen Schlag gegen die Deutschen getan zu haben.

Aber wir wollen ihm mal nichts unterstellen.

Die Moral von der Geschicht: Mit Steinen im Glashaus wirft man nicht...

McDonald's hat sich in Österreich mittlerweile entschuldigt
Der Fastfood-Konzern hat sich in Österreich für die Kampagne mit den Mafia-Anspielungen entschuldigt: "Wir wollten mit dem Plakat unsere aktuellen Burger mit Augenzwinkern bewerben. Natürlich war es nicht unsere Absicht, Italienerinnen oder Italiener in irgendeiner Weise zu beleidigen, und wir entschuldigen uns aufrichtig bei allen, die sich beleidigt fühlen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Montag in Österreich.

(as/mit Material von dpa)

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