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So sah es auf der "Schinkenstraße" vor Corona aus. Bild: imago images / MiS

Mallorca schließt Lokale nach Corona-Party – Wirt wütet gegen Behörden

Malle ist (2020) keinmal im Jahr: Das Verhalten deutscher und britischer Urlauber auf der spanischen Insel Mallorca hat in den vergangenen Tagen viel Kritik ausgelöst. Sogar Außenminister Heiko Maas (SPD) hat sich geäußert: "So ein Verhalten ist nicht nur gefährlich, sondern auch rücksichtslos gegenüber allen, die auch in Sicherheit ihren Urlaub verbringen möchten."

Er bezog sich dabei auf Fotos und Videoaufnahmen, die gezeigt hatten, wie Hunderte – größtenteils Touristen aus Deutschland und Großbritannien – am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten. Sie waren ohne Schutzmaske unterwegs, und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

Als Reaktion darauf hat Mallorca am Mittwoch die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten "Bierstraße" und "Schinkenstraße" beschlossen. Die Anordnung gilt zunächst für zwei Monate.

Bei einigen Wirten trifft die Schließung der Feierstraßen offenbar auf wenig Verständnis. So beschwert sich der Besitzer des "Deutschen Eck", Michael Bohrmann aus Düsseldorf, im Kölner "Express":

"Die hätten die Lokale räumen sollen, Bußgelder verhängen und gut ist. So stinkt die ganze Sache doch zum Himmel."

Deutsches Eck Restaurant - 03.08.2016 - Mallorca (Spanien). *** German Eck Restaurant 03 08 2016 Mallorca Spain

Das "Deutsche Eck" in Palma de Mallorca muss wieder schließen. Bild: imago stock&people / Lars Berg

Wirte wollen sich wehren

Die Wirte hätten seit dem Beginn der Lockerungen alles dafür getan, dass alles normal und gesittet abläuft. "Dann gibt es diese zwei, drei Stunden – und plötzlich geht hier eine Hetzjagd los." Es seien sehr viele TV-Teams vor Ort gewesen, die zudem teilweise auch ältere Bilder gezeigt hätten. Bohrmann äußert den Verdacht, dass die Ereignisse bewusst überspitzt dargestellt worden seien:

"Jetzt kommt es uns vor, als sei bewusst nach Fehlern gesucht worden."

Er selbst schildert die Ereignisse wie folgt: Am Freitagabend habe ein neuer, bisher unbekannter Laden eröffnet und plötzlich sei die "Bierstraße" voller Menschen gewesen. Polizisten seien dagegen nicht vor Ort gewesen. Das Ganze habe auch nur etwa zwei Stunden gedauert, danach sei die Lage wieder unter Kontrolle gewesen.

Gefallen lassen wollen sich die Wirte die Anordnung, die sie für überzogen halten, nicht. Am Freitag wollen sie sich treffen – und gegen das Vorgehen der Behörden klagen.

(om)

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    Alle Leser-Kommentare
  • kdirnbach 16.07.2020 18:08
    Highlight Highlight Was ich beim Statement der - überraschenderweise deutschen - Lokalbetreiber vermisse, ist deren Pflicht zur Eigenverantwortung. Wem der gesteigerte Umsatz der angeblich nur zwei Stunden wichtiger ist als die Einhaltung bekannter Regeln (die durch sofortige Anforderung von Ordnungskräften durchgesetzt hätten werden können) muss sich an der eigenen Nase fassen. Zu so einem Auswuchs an Grenzüberschreitung gehören immer mehrere Parteien - etliche Touristen und ein Teil der Wirte tragen die Verantwortung für eine kaputte Saison. Da gibt's aus meiner Sicht wenig zu klagen - die Chance war gegeben...
  • Cassie 16.07.2020 14:33
    Highlight Highlight Nie in meinen Leben ,weder vor ,während,nach Corona würde ich solch überlaufene Gegenden,voller peinlichen ,saufenden,von allen normalen Sinnen verlassenen Touristen belagerte Orte betreten.Vor allen die Deutschen meinen mit steigenden Saufkonsum gehöre ihnen Malle.Jeder will immer alles und schert sich um den Nächsten.Bei steigenden Saufpegel setzt dann auch noch der erbsengroße Verstand aus.
    • kdirnbach 16.07.2020 18:19
      Highlight Highlight Liebe Cassie, vergiss nicht unsere Freunde aus GB - außer dass sie üblicherweise weniger vertragen als die von Dir angesprochenen deutschen Malle-Touristen sind sie kräftig mit von der Partie. Und - Deine Abneigung gegen diese tierische Schauspiel teil ich mit Freuden!!!
    • Cassie 16.07.2020 20:42
      Highlight Highlight @kdirnbach,oh,da gibt es einige typische Saufnationen,die mit ihren aufgedunsenen Gesichtern in keinen normalen - 5 Liter -Kotz-Eimer-passen
  • Rolf 16.07.2020 13:10
    Highlight Highlight Da werden die Wirte wohl Recht haben . Sobald irgendwo etwas nach Corona ausschaut stürzt sich die Presse darauf und es kommen Eilmeldungen , Corona - News etc. .Hauptsache Schreckensmeldungen . Wie zum Beispiel der Bundeswehreinsatz seinerzeit in Heinsberg (Es handelte sich um eine Maskenlieferung !! ) . Oder die schreckliche Schlauchbootparty in Berlin ( die keinerlei Auswirkung hatte ) . Oder der Corona-Ausbruch im Altenheim Niederkrüchten wo der Heimleiter selbst in der RP sagte das es in seiner Einrichtung keine Erhöhung der Todeszahlen gäbe . Hauptsache Quoten , egal ob wahr oder nicht.
    • Cassie 16.07.2020 20:37
      Highlight Highlight Nicht zu vergessen die Pfleger in Kurzarbeit weil der Corona Patientenansturm ausblieb,aber uns ständig im TV nur Bilder gezeigt wurden von hetzenden,völlig erschöpften nach mehr Gehalt schreienden Krankenhausangestellten.Das sie aber nur ihren gewählten Beruf ausüben und vielleicht mal mehr Arbeit hatten mit ihren Patienten gehört zum ganz normalen Berufsalltag.

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