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Royal Wedding - Windsor Stock Souvenirs celebrating the upcoming wedding of Prince Harry and Meghan Markle, in shops in Windsor, Berkshire. Picture date: Thursday April 5th, 2018. Photo credit should read: Matt Crossick/ EMPICS Entertainment. NONE PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMattxCrossickx 35847865

Bild: imago stock&people

Monarchie und Feminismus? Warum immer mehr junge Frauen Royal-Fans sind

Das britische Königshaus verbinden viele erst einmal mit alteingesessener Tradition. Die Royals sind für das 21. Jahrhundert noch ungewohnt konservativ und gerade für Deutsche wirken die strengen Regelungen des Königshauses oft befremdlich, da wir doch seit über 100 Jahren ohne König und Kaiser auskommen.

Und trotzdem scheint sich in den vergangenen Jahren einiges getan zu haben.

Immer wieder beobachte ich im Freundeskreis, wie selbst die größten "#MeToo"-Verfechterinnen, die sonst "GNTM" nicht einmal ironisch ansehen würden, sich reg am Klatsch und Tratsch über die Royals beteiligen. Ein Themenbereich, in dem auch einmal über angemessene Rocklängen und Strumpfhosen diskutiert wird, als ob wir zurück im 18. Jahrhundert wären.

Die Royals sind plötzlich fast so cool wie Billie Eilish oder Ariana Grandé.

Aber wie kommt es, dass sich ausgerechnet junge, starke und emanzipierte Frauen für royale Hochzeiten und das erwartete Baby von Herzogin Meghan und Prinz Harry interessieren?

Passt Feminismus auf der einen und das Feiern des konservativen, britischen Königshauses auf der anderen Seite überhaupt zusammen?

Ich habe mich auf Instagram bei meinen Followern umgehört und war überrascht, wie viele junge Frauen zwischen 18 und 30 Jahren sich bei mir meldeten und sagten, dass sie richtige Fans der royalen Familie seien. Woran liegt das? Ich habe 5 Gründe gefunden, die immer wieder genannt wurden.

FILE PHOTO: Britain's Prince Harry gestures next to his wife Meghan as they ride a horse-drawn carriage after their wedding ceremony at St George's Chapel in Windsor Castle in Windsor, Britain, May 19, 2018. REUTERS/Damir Sagolj/File Photo

Wie aus dem Märchen: Prinz Harry und Meghan bei ihrer Hochzeit Bild: X90027

Der Traum vom Prinzessinnen sein und der perfekten Hochzeit

Tatsächlich bestätigten viele der Frauen, mit denen ich über das Thema gesprochen habe, das Klischee des Wunsches nach Märchen und einer wortwörtlichen Prinzessinnen-Hochzeit.

Anna ist beispielsweise 23 Jahre alt und antwortet mir offen auf die Frage, was sie an den Royals so fasziniere:

"Weil ich gerne selbst eine Prinzessin wäre. Ich habe schon als Kind immer die schönen Kleider mit meiner Mama angeschaut und auch alle Hochzeiten verfolgt – nicht nur die aus dem britischen Königshaus!"

Die Anglistik-Studentin ist nicht die Einzige, die der "Märchenaspekt" der Royals fasziniert:

Auch Marika, 23, hat vorwiegend eine emotionale Bindung zur britischen Monarchie. Sie erzählt mir, dass sie Prinzessinnen einfach schon immer toll gefunden habe und sie bei den Royals zum "typischen Mädchen" werde. Da trägt auch die Faszination für Hochzeiten viel bei.

Die Royals sind die "besseren" Promis

Sophie ist 22 Jahre alt und bezeichnet ihr Fan-Sein hingegen als "Überbleibsel“ aus ihrer Jugendzeit. Zu ihrem Geburtstag schenkten ihr ihre Freunde sogar einen Prinz-Harry-Pappaufsteller.

"Während andere Tokio-Hotel-Fans waren, fand ich die Royals super."

Sophie, 22, Royals-Fan

Die 22-jährige Donata und Selina, 19, erzählen mir, dass sie sich im Allgemeinen mehr für Neuigkeiten rund um die Königsfamilie interessierten, da diese meistens positiv oder belanglos seien und sie gerade die Tradition der Familie schätzten. Außerdem könnten sie über die Royals, anders als über andere Prominente, auch mit ihren Großeltern sprechen. "Die Royals vereinen so Generationen," erklären sie mir.

Herzogin Meghans Herkunft macht sie zum unkonventionellen und nahbaren Royal

Zugleich sind alle Frauen, die ich befragt habe, jung, selbstständig, emanzipiert, weltoffen und würden sich größtenteils als Feministinnen bezeichnen.

Das alles sind Attribute, die man vielleicht nicht sofort mit dem Königtum verbinden würde. Ein Widerspruch?

Nicht mehr.

Meghan Markle in Suits (2011) USA Network PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xUSAxNetworkx 33482_005THA The Hollywood Archive

Meghan wurde mit ihrer Rolle als starke Powerfrau Rachel bekannt. Bild: imago stock&people

Denn spätestens seit Herzogin Meghans Eintritt in die britische Königsfamilie hat sich im Königshaus viel getan. Sie ist der Grund, warum wieder mehr junge Frauen weltweit eine Faszination für Royals entwickelt haben. Und das nicht nur, weil die meisten Meghan bereits als "Suits"-Schauspielerin und Hollywoodstar kannten.

Herzogin Meghan ist fernab des britischen Adels aufgewachsen.

Die 37-Jährige wuchs als Tochter einer Afro-Amerikanerin und eines hellhäutigen Vaters in Los Angeles auf. Ihre Kindheit war von Rassismus und Geldsorgen geprägt, schrieb sie im Jahr 2015 für die amerikanische Modezeitschrift "Elle".

Seit ihrer Karriere als Schauspielerin machte sich Markle für Frauen aller Altersklassen und Herkünfte stark. Sie trat im Namen der UNO für Frauenrechte ein, machte sich für eine Kampagne für sauberes Wasser für die Hilfsorganisation World Vision stark und reiste dafür nach Ruanda oder beriet die Hilfsorganisation "One Young World". Meghan war also bereits vor ihrer Zeit als Royal ein Vorbild für junge, starke, emanzipierte Frauen.

Meghan bringt die Monarchie ins 21. Jahrhundert

Sie war und ist also genau das, was die britische Monarchie braucht, um aus dem viktorianischen Zeitalter ins 21. Jahrhundert zu schreiten.

Royal-Fan Nicole ist 25 Jahre alt und erklärt sich den neuen Hype um die Royals und Meghan so:

"Man muss sich das doch auch einfach mal vorstellen: Innerhalb von zwei Jahren hat sie ihr Leben nach London verfrachtet, einen Prinzen geheiratet, ist jetzt schwanger… sie hat einfach das Unmögliche möglich gemacht. Ich glaube, das ist auch genau das, was die Menschen so sehr an Meghan reizt. Für mich ist sie ein kleines Phänomen und auch eine kleine Sensation. (...) Ich glaube, dadurch bewegt sich die Monarchie einfach in eine ganz andere und sehr gute Richtung. Und deswegen ist die Monarchie auch beliebter denn je. Die ganze Welt interessiert sich plötzlich für sie, und das liegt alles an Meghan."

Nicole, 25, Royal-Fan

Das beweisen auch die Zahlen.

Herzogin Meghan und Prinz Harry sind mittlerweile echte Instagram-Stars. Der Account der beiden hat 5,2 Million Follower, dabei ist ihr Account @sussexroyal gerade einmal wenige Wochen alt. Nur nach der Bekanntgabe des Accounts drückten mehrere Millionen Menschen den "Folgen"-Button, noch bevor wirklich etwas passiert war. Der Reiz, einen Blick in das Leben von Harry und Meghan zu bekommen, ist und bleibt für die Fans gigantisch.

Meghan bricht mit Hochzeit und Baby weiter mit der Tradition

Die Hochzeit zwischen Harry und Meghan verfolgten weltweit rund zwei Milliarden Menschen. Allein in den USA sahen 29 Million zu, wie sie sich das Ja-Wort gaben. Zum Vergleich: Die erste Folge der finalen Staffel von "Game of Thrones" sahen 17,4 Million Menschen, wohl gemerkt so viele wie bei keiner anderen Folge der Show.

Auch die Geburt des Babys und die Erziehung des Nachwuchs-Royals trägt zur stetig wachsenden Beliebtheit der Royals bei.

FILE PHOTO: Britain's Meghan, Duchess of Sussex and Prince Harry the Duke of Sussex visit the Andalusian Gardens in Rabat, Morocco February 25, 2019. Facundo Arrizabalaga/Pool via REUTERS/File Photo

Auch während der Schwangerschaft wurde Meghan auf Schritt und Tritt verfolgt Bild: X80003

Monate, Wochen und Tage lang bangt die Welt nun schon um das Baby von Herzogin Meghan und Prinz Harrys.

Und auch in diesem Moment plant Meghan laut Gerüchten, mit Traditionen zu brechen. Sie wolle das royale Baby vegan ernähren und geschlechtsneutral erziehen, heißt es. Andere Medien munkeln, dass sie das Baby nach der Geburt erst einmal von der Öffentlichkeit verstecken wolle und es somit vielleicht kein Bild der kleinen Familie kurz nach der Entbindung geben werde.

Wieder einmal wäre das ein Bruch mit der Tradition.

Fest steht zumindest: Selten wurde die Geburt eines Babys von so vielen Menschen rund um die Welt so heiß ersehnt, wie der neue Royals-Nachwuchs. Der Hype um die britische Krone findet mit der Geburt des Kindes ganz sicher noch nicht sein Ende.

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