Wer oft bei Aldi einkauft, dem ist es schon aufgefallen. Die Angestellten an der Kasse haben meistens ein enormes Tempo drauf beim Kassieren. Oft sind sie so schnell, dass man als Kunde gar nicht mit Einpacken der Waren hinterherkommt.
Aldi Nord und Süd haben den Ruf, die schnellsten Kassen in Deutschland anzubieten. Diesen Ruf pflegen die Discounter auch selbst – wobei zumindest Aldi Süd sich offenbar sogar für weltweit führend hält. "Wer bei Aldi Süd an der Kasse sitzt, muss vor allem eines sein: Flink und Multi-Tasking-fähig. Denn nicht umsonst hat der Kassiervorgang bei Aldi Süd den Ruf, der schnellste der Welt zu sein", heißt es in einem Blog-Beitrag von Aldi Süd aus dem Jahr 2016.
Und es bleibt nicht beim Ruf: Eine Studie des Marktforschungsunternehmen Ematrix hat bereits 2009 ergeben, dass ein Kassenvorgang bei Aldi im Durchschnitt zwischen 20 und 25 Sekunden dauert. Damit war Aldi um durchschnittlich 17 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte.
Aldi ist also wirklich schnell. Doch woran liegt das? Zufall ist es wohl kaum. In einer Reportage von "Focus" aus dem Jahr 2018 berichtete eine Aldi-Mitarbeitern, die Kassiererinnen seien dazu angehalten, 3400 bis 3500 Artikel am Tag zu scannen. Das wären etwa 55 Artikel pro Minute oder knapp ein Artikel pro Sekunde.
Immer wieder machen Gerüchte die Runde, es gebe bei dem Discounter sehr exakte Vorgaben an die Kassiererinnen.
"Grundsätzlich haben wir den Anspruch, die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen", sagt eine Pressesprecherin von Aldi Süd. Dazu gehöre für viele Kunden auch eine schnelle Abwicklung an den Kassen.
Große Strichcodes auf den Verpackungen der Aldi-Eigenmarken stellten zudem sicher, dass die Artikel immer schnell vom Lesesystem erkannt würden. Aldi Nord antwortet auf unsere Anfrage übrigens mit dem exakt gleichen Statement.
Einen weiteren wichtigen Aspekt erwähnen beide allerdings nicht: Um den Bezahlvorgang zu verkürzen, wendet Aldi Süd seit Kurzem einen Trick an. Auf den Kassenzetteln wird nicht mehr angegeben, wie viel Bargeld der Kunde gegeben hat und wie viel Rückgeld er bekommen hat. Weil die Kassierer diese Zahlen nicht mehr in die Kasse eingeben müssen, bringt das tatsächlich einige Sekunden Zeitersparnis. Es bedeutet aber auch, dass der Kunde selbst Kopfrechnen muss, um zu überprüfen, ob das zurückgegebene Wechselgeld stimmt.
Geschwindigkeit sei aber nicht alles, betont die Aldi-Sprecherin. Wem es an der Kasse zu schnell gehe, der könne gerne den Kassierer darauf hinweisen:
Schnell ja, aber keine Hektik also. Wir hoffen trotzdem, dass in deutschen Supermärkten bald mehr Self-Checkout-Kassen zur Verfügung stehen.
(om)