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Kanntest du diese Besonderheit auf dem Kassenzettel von Aldi-Süd? Bild: imago

Warum Aldi Süd auf dem Kassenzettel das Rückgeld nicht angibt

Wer bei Aldi Süd einkauft und sich seinen Kassenbon mal genauer ansieht, stellt schnell fest: Hier fehlt doch irgendwas. Tatsächlich gibt der Discounter – anders als etwa Rewe, Edeka oder Lidl – auf dem Kassenzettel nicht an, wie viel Rückgeld der Kunde erhält.

Das bestätigt der Discounter auf Nachfrage von watson. Bleibt nur die Frage: Warum tut Aldi das?

Die Antwort: Dadurch möchte Aldi Süd eine "möglichst schnelle Abwicklung an der Kasse" erreichen, wie das Unternehmen mitteilt. Hierbei geht es um ein paar Sekunden Zeitersparnis pro Kunde, die am Ende viel ausmachen, zumindest, wenn man Aldi glaubt.

Aldi will Zeit an der Kasse sparen

Das Ganz ist etwas komplizierter: Wenn das Rückgeld auf dem Kassenbon stehen sollte, dann "müsste der Kassierer erst abwarten, mit welchem Betrag der Kunde seinen Einkauf bezahlen möchte, diesen in einem nächsten Schritt in das System eingeben und daraufhin würde erst der Kassenzettel gedruckt werden", so teilt Aldi Süd mit. Nachdem all das eingegeben wurde, müsste der Kassierer schließlich anfangen, das Rückgeld zusammenzusuchen.

Diesen Ablauf gibt es bei Aldi-Süd nicht. Denn die einzelnen Schritte würden zu viel Zeit kosten.

Wie also macht es Aldi beim Rückgeld-Errechnen dann?

Der Kassierer soll schon das Rückgeld zusammensuchen, bevor der Kunde überhaupt die Scheine zückt.

An einem Beispiel wird klar, wie das gehen soll. Wirklich rechnen muss der Kassierer dabei nicht, sondern eher aufrunden.

Aldi Süd nennt uns ein Beispiel:

"Der Einkauf kostet 15,83 Euro. Die Ausgabe des Wechselgeldes ist tatsächlich einfacher als gedacht. Ich runde immer auf den nächsthöheren Betrag auf. Das heißt konkret: Zuerst sieben Cent um auf 15,90 Euro zu kommen, dann zehn Cent um auf 16 Euro zu kommen und schließlich zwei Zwei-Euro-Münzen für einen Betrag von 20 Euro. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde mit 20 Euro zahlt ist in diesem Fall am größten. Selbst wenn der Kunde 16 Euro zahlen würde, hätte ich mit den Cent-Münzen bereits das passende Wechselgeld parat."

Das Ganze ist keine anstrengende Kopfrechenaufgabe. Man rundet immer auf den nächstmöglichen, höheren Betrag, mit dem der Kunde bezahlen könnte, auf. Den Unterschiedsbetrag bezahlt man dem Kunden aus.

Im Idealfall werden dabei pro Kassiervorgang wertvolle Sekunden gespart. Doch weil der Schritt ausgelassen wird, die vom Kunden gegebene Summe einzutippen, kann logischerweise auch auf dem Kassenzettel nicht angegeben werden, wie viel Rückgeld dem Kunden zusteht.

Wie kommt das bei den Kunden an?

Watson fragte Aldi Süd, inwiefern die Kunden immer mit einem richtig ausgegebenen Rückgeld rechnen können. Denn die Höhe des korrekten Rückgelds ist ja auf dem Kassenzettel nicht mehr zu finden.

Aldi Süd antwortet:

"Sollte es auf der Kundenseite einmal dazu kommen, dass die Rückgabe des Wechselgeldes nicht nachvollziehbar ist, stehen unsere Filialmitarbeiter an den Kassen selbstverständlich für Fragen zur Verfügung."

Nicht bei allen Aldi-Kunden kommt die Schnelligkeit gut an

Besonders unter einem Blogbeitrag auf der Seite von Aldi Süd kritisieren einige Kunden das Verfahren. Die Schnelligkeit, mit der sich Aldi Süd rühmt, kommt nicht bei jedem gut an.

Ein Kunde schreibt:

"Mir als Kunde sind die KassiererInnen viel zu schnell - so schnell kann ich gar nicht ordentlich (z.B. Zerbrechliches zuletzt in den Korb) einpacken!"

Holidro

"Die Schnelligkeit und Hektik an den Kassen ist kundenunfreundlich. Außerdem werden die Menschen nicht jünger, sondern älter und damit auch nicht schneller. Menschen mit Beeinträchtigungen haben es sehr schwer an ihren Kassen."

Doro

Aldi Süd selbst sagt über die Zufriedenheit der Kunden: "Die zügige Abwicklung an der Kasse kommt auch den Kunden zugute, was uns durch diese oft bestätigt wird."

(joey)

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