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Rappen, um der Konkurrenz eins auszuwischen und für die eigene Sache zu werben? Lidl kann beides. screenshot: youtube

Lidl feiert neue App mit Rap-Song – Star-Rapper hat mitgeholfen

Mit einem neuen Werbe-Rap will Lidl seine jungen Kunden erreichen – und neue Auszubildende gewinnen. Ein nach Lidl-Angaben 19-jähriger Mitarbeiter namens Tillmann rappt in einem Video über seinen Arbeitgeber – nicht ohne dabei sprachlich elegant gegen konkurrierende Discounter auszuteilen.

Der Song des nach Unternehmensangaben stellvertretenden Leiters einer Lidl-Filiale heißt "Tillmanns Traum" – er habe rappen wollen, und man habe an ihn geglaubt, so heißt es bei Youtube zum Video. Regie führte die Hiphop-Szenegröße Orkan Çe. Die Botschaft des Unternehmens ist offensichtlich: Wir unterstützen die Träume unserer jungen Mitarbeitenden, kommt und bewerbt euch.

"Mir sind AL(L) DI(E) anderen egal"

Thema des Songs ist vor allem, warum Tillmann Lidl besser als alle anderen Discounter findet, beworben wird auch die neue "Lidl Plus"-App ("Hab den Kassenbon verlor'n – egal, er ist auf meinem Handy"). Edeka stellt der 19-Jährige beispielsweise plakativ als zu teuer dar ("Willst du zu viel ausgeben, dann geh einfach zu Edeka"), Penny und Netto wirft er schlechte Qualität vor ("Du stehst auf schlechte Ware? Ja dann geh doch zu Netto!" und "Die Qualität der andern ist auch wirklich keinen Penny wert"). Aldi – seit dem Sommer sind die Discounter in eine Preisschlacht verwickelt – wird quasi mit Verachtung gestraft in der Zeile "Mir sind AL DI(E) anderen egal".

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Video: YouTube/Lidl

Mit dem Werbe-Rap ist Lidl die erste deutsche Supermarktkette, die seine jungen Kunden auf speziell diese Weise anspricht. Rap dominiert in Deutschland seit längerem die Charts und ist insbesondere bei sehr jungen Hörern beliebt. Deutsche Supermärkte indes haben ihre Werbestrategien längst ausgeweitet, um junge Zielgruppen anzusprechen. Aldi und Lidl haben beispielsweise eine eigene Mode-Kollektion auf den Markt gebracht.

Azad auf Lidl-Track

Dass HipHop zum Mainstream und somit auch für große Werbe-Kampagnen interessant geworden ist, sieht man auch daran, dass der Frankfurter Rap-Star Azad als Unterstützer an dem Song mitgewirkt hat. Er ist auch im Musikvideo zu sehen.

Außerhalb der Supermarkt-Landschaft hat es aber durchaus schon Unternehmen gegeben, die auf HipHop zu Werbezwecken gesetzt haben. Beispielsweise hat die Berliner Polizei in einer Image-Kampagne einen Rap-Song veröffentlicht. Auch McDonald's hat im Zuge einer Werbestrategie schon unter anderem mit Kay One und Cro zusammen gearbeitet.

(vdv)

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