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Gleich fünf Sorten einer Kult-Brauerei werden bald nicht mehr im Supermarkt erhältlich sein.Bild: imago images/Martin Wagner
Supermarkt

Supermarkt: Kult-Brauerei verbannt gleich mehrere Bier-Sorten

27.01.2023, 08:18

Pandemie, Inflation und Energiekrise haben so manchem Unternehmen in den letzten Monaten und Jahren geschadet. Viele Firmen sahen sich gezwungen, sich zu verkleinern und Kosten einzusparen – so auch die Oettinger Brauerei. Um sich über Wasser zu halten, musste sie in den letzten Monaten einige Maßnahmen ergreifen.

In den vergangenen Wochen wurde bereits bekannt, dass die Oettinger Brauerei ihre Standorte für Herstellung, Abfüllung und Logistik in Thüringen schließen wird. Obendrein wurde mit Beginn dieses Jahres eine Mehrweganlage in Mönchengladbach stillgelegt.

Außerdem verkündete das Unternehmen zuletzt, die bundesweite Lieferung einzustellen. So bestätigte Peter Böck, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing bei Oettinger, der "Lebensmittel Praxis", fortan nicht mehr die Postleitzahlengebiete 0, 1 und 2 zu beliefern. Norddeutsche Supermärkte müssen sich das Bier somit fortan selbst abholen, da die Brauerei die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten so "brutal zu spüren" bekomme.

Und jetzt ist auch das Sortiment direkt betroffen.

Fünf Biersorten fortan nicht mehr im Supermarkt

Das Unternehmen kündigte auf Instagram an, auch sein Sortiment zu verkleinern. Bislang waren 21 Biersorten der Oettinger Brauerei erhältlich, von nun an werden es nur noch 16 sein. Wegfallen werden demnach die "nur in kleinen Kreisen beliebten" fünf Sorten Weißbier 12, Bock, Urtyp, Schwarzbier und Winterbier. Laut des Postings stärke das Unternehmen damit sein "Kernsortiment".

Die Kundschaft reagierte darauf größtenteils empört und traurig. So schrieben viele Nutzer:innen unter den Instagrampost, eine oder mehrere der verbannten Sorten vermissen zu werden.

Eine Person berichtete sogar, sich das Weißbier 12 im Freundeskreis regelmäßig als Palette gekauft zu haben, da es so schwer zu bekommen war. Wenn es einmal im Supermarkt erhältlich war, sei es zudem sehr schnell ausverkauft gewesen. Die Oettinger Brauerei antwortete daraufhin, dass die Märkte meist keinen Platz für dieses Bier gefunden hätten und die Lage "verzwickt" sei.

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Mehrere Nutzer:innen trauerten in den Kommentaren auch um das Winterbier, das Schwarzbier oder das Bockbier. Andere bezeichneten das Aussortieren des Winterbiers hingegen als "längst überfällig". Wiederum andere wurden etwas persönlich:

"Finde ich nicht ok. Ich werde mir jetzt ein paar Flaschen holen, um die den Folgegenerationen zu vererben. Trotzdem eine enttäuschende Aktion von euch."

Fans setzten sich für ihr Lieblingsbier ein

Es gab jedoch auch Fans, die die Maßnahme als weniger schlimm empfanden und viel mehr prophylaktisch versuchten zu verhindern, dass etwa ihr Lieblingsbier auch aus dem Sortiment genommen wird. So setzten sich gleich mehrere Kund:innen für die Zukunft des Exportbiers in Supermarkt und Discounter ein:

"Solange Export bleibt, ist alles in Ordnung."

Außerdem nutzten erstaunlich viele Nutzer:innen den Moment und äußerten Kritik an dem Design der Sorte "Helles", dessen Farbe 2019 von rot auf blau geändert worden war. Da das dunkelrote Bockbier nun nicht mehr im Sortiment sein wird, erhoffen sich wohl viele Nutzer:innen ein Comeback des roten Hellen im alten Stil.

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Swen ist Chefredakteur von watson. Er findet seinen Job so gut, dass er jetzt auch noch eine Kolumne über ihn schreibt. Hier berichtet er von schönen, traurigen und kuriosen Erlebnissen. Denn man mag es kaum glauben: Auch Führungskräfte machen sich Gedanken. Und haben manchmal Gefühle.

Als Rob mich um ein spontanes Gespräch bat, hatte ich zuerst an etwas Harmloses gedacht. Vielleicht ein spontaner Urlaubswunsch oder eine neue Idee für ein Format. Ich sollte mich täuschen.

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