Bild
Bild: TVNOW / Frank W. Hempel
TV

"Jungs, wir leben in 2019!": Löwen kritisieren Gründer für frauenfeindliche Werbung

02.10.2019, 04:4702.10.2019, 12:24

Modern will jedes Startup sein, bloß nicht altbacken wirken. Doch in der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" scheiterte ein Gründer-Team am Dienstagabend nicht nur an der Ablehnung der Investoren – sondern auch am Zeitgeist.

  • Simon Freutel und Ralf Winkelmann wollten mit ihrem "Camping Butler" gewissermaßen aus Sch*** Gold machen.
  • Ihr Apparat reinigt nämlich die Sammelbehälter von Campingwagen-Toiletten. Bisher musste jeder Camper diese Reinigung nämlich von selbst erledigen – ein Prozess, bei dem auch der entspannteste Camper die Nase rümpfen muss.

Für die Gründer aus Mönchengladbach war klar: "In der heutigen Zeit kann es nicht sein, dass man die Fäkalien von Hand ausschütten muss." Die Erfinder sehen in Deutschland einen großen Markt, rund 3000 Campingplätze gibt es hierzulande.

Dort wollen Freutel und Winkelmann ihren "Camping Butler" platzieren – eine Nutzungsgebühr von zwei Euro soll Gewinne sprudeln lassen. Doch die Idee der beiden ging in der Vox-Sendung in die Hose: Die Investoren Frank Thelen und Judith Williams lehnten den "Camping Butler" nicht nur ab – sie kritisierten auch die Aufmachung des Produkts als frauenfeindlich.

Thelen sagte den Kandidaten freundlich: "Euer Design mit einer attraktiven blonden Frau in einem attraktiven, engen, schwarzen Kleid – das ist 80er. Bitte lasst das sein. Ich glaube, da sind wir drüber hinweg, dass blonde Frauen in engen schwarzen Kleidern sowas machen."

Und auch die Investorin Williams riet höflich den Gründern, die ihr ganzes Erspartes in das Projekt gesteckt hatten: "Jungs, wir leben in 2019! Wir Frauen sind nicht nur für das Badezimmer oder die Küche verantwortlich."

Google vergisst nicht. Auf einer mittlerweile gelöschten Seite von "Camping Butler" war dieses Foto noch zu sehen.
Google vergisst nicht. Auf einer mittlerweile gelöschten Seite von "Camping Butler" war dieses Foto noch zu sehen.screenshot

Aber auch die Präsentation überzeugte die Juroren einfach nicht. Carsten Maschmeyer befand: "Die Idee finde ich toll. Ihr Team ist aber nicht komplett." Es fehle etwa jemand fürs Marketing. "Komplementieren Sie Ihr Team. So reicht das nicht", stellte Maschmeyer fest.

Jurorin Williams kritisierte am Ende noch einmal: Die beiden würden ihren Markt zu wenig kennen und hätten zu wenig konkrete Zahlen geliefert.

Die beiden Gründer zogen ohne Deal von dannen. Wer sich die Website der beiden heute, wohl mehrere Wochen nach der Aufzeichnung, anschaut, der stellt fest: Der Rat der Löwen hat Wirkung gezeigt. Frauen in engen Kleidern finden sich auf der Website "Camping Butler" nicht mehr – dafür nun ein Butler in Piktogramm-Optik.

Daran kann nun wirklich niemand Anstoß nehmen.

(pb)

Themen

Die Geschichte des Bundestages in 17 Daten

1 / 19
Die Geschichte des Bundestages in 17 Daten
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Ab jetzt AfD-Osten? So ein Quatsch!

Supermarkt: Rewe sorgt mit fragwürdiger Werbeaktion für Spott – "so ein Quatsch"

Die wohl meistgestellte Frage im Supermarkt ist jene der Kassierer:innen nach dem Kassenbon. So wandern zahlreiche Zettel täglich in den Händen der Kundschaft oder im Müll. Doch einige Supermärkte wie Lidl, Kaufland und Edeka bieten inzwischen eine digitale Alternative an. So wollen sie Papier sparen.

Zur Story