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Party, Bar, Kneipe: Feiern geht auch anders – bei diesen kuriosen Events

Chinese DJ doing record scratching in nightclub Beijing China Copyright: xLanexOateyx bji02830159
Wer Lust hat auszugehen, muss nicht immer in den gleichen Club oder in die gleiche Kneipe – es gibt auch frische und andere Möglichkeiten.Bild: imago images / Blue Jean Images
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Party, Bar, Kneipe: Feiern geht auch anders – bei diesen kuriosen Events

07.07.2023, 08:08
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Ein Grund zum Ausgehen ist bei Feierlaune schnell gefunden. Ob Techno-Rave, 90er-Party oder doch eher eine Standard-Tanzveranstaltung: Besonders in Städten ist die Auswahl am Wochenende groß. Und dann gibt es ja auch noch Bars und Kneipen.

Single- oder Ü-30-Partys gehören in der Feier-Szene längst zum Alltag. Da muss Abwechslung her. An Ideen mangelt es nicht. Kreative Köpfe lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um Menschen zusammenzubringen – immer mit der Devise: Alle sollen sich wohlfühlen.

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"Mama geht tanzen"

Party machen mit Kleinkind zu Hause? Ist für viele Mütter schwierig. Anna Schumacher und Andrea Rücker, beide Mütter von zwei Mädchen, haben sich deshalb etwas überlegt. Seit Anfang des Jahres machen die beiden Frauen mit ihrer Party-Idee "Mama geht tanzen" auf sich aufmerksam.

"Wir haben uns gedacht, dass wir gerne mal wieder feiern gehen möchten", sagt Andrea Rücker gegenüber watson. "Mit zwei kleinen Kindern ist es aber nicht so realistisch, solange zu warten, bis die meisten Clubs aufmachen." Dass die meisten erst nach 23 Uhr öffnen, macht das Ausgehen für Mütter schwieriger. Das ist der Grundgedanke hinter ihrem Party-Konzept "Mama geht tanzen".

Los geht es damit schon gegen 20 Uhr – eben dann, wenn die meisten Kinder in ihrer ersten Schlafphase sind. 180 Minuten lang wird dann getanzt, je nach Location oder DJ zu unterschiedlicher Musik. Schluss mit Feiern ist dann schon um 23 Uhr.

Inzwischen gibt es das Event in Essen, Bochum, Wuppertal und Stuttgart. Schon nach den ersten Veranstaltungen hätten viele Mütter den beiden Veranstalterinnen dafür gedankt. Und: "Weil es ein richtiges Ende der Veranstaltung gibt, wurde auch geklatscht", erinnert sich Rücker.

Gut zu wissen: Die Party richtet sich zwar explizit an Mütter. Willkommen sind aber trotzdem alle. "Wir checken ja nicht am Eingang, ob eine Frau Kinder hat", sagt Rücker. Auch Paare seien schon gemeinsam gekommen. Inzwischen bekommen Rücker und Schumacher viele Anfragen von anderen Müttern, die das Konzept in ihren Städten übernehmen wollen.

Ausgehen mit Gleichgesinnten

Ob auf der Party, in einer Bar oder in der Kneipe – generell sollte sich jede:r in einer Gruppe beim Ausgehen wohlfühlen. Damit das auch für überdurchschnittlich große Menschen möglich ist, hat sich vor 70 Jahren der "Klub langer Menschen" (kurz KLM) gegründet. Er ist ein Beispiel dafür, dass es schön sein kann, mit Menschen Zeit zu verbringen, mit denen man etwas gemeinsam hat.

"Miteinander etwas auf Augenhöhe machen, etwas auf Augenhöhe zu erleben."
Wolfgang Schnieder, Vorsitzender des KLM Deutschland

Aufnahmekriterium für den Club: Als Frau musst du mindestens 1,80 Meter groß sein, als Mann mindestens 1,90 Meter. Zum Vergleich: Eine deutsche Durchschnittsfrau ist 1,66 Meter groß, ein Durchschnittsmann 1,79. Aber: Gäste, die kleiner sind als die Mindestgröße, sind auch willkommen.

Ein Grund, warum es den Club gibt, sei die Geselligkeit, sagt Wolfgang Schnieder, Vorsitzender des KLM Deutschland, gegenüber watson. Also: "Miteinander etwas auf Augenhöhe machen, etwas auf Augenhöhe zu erleben." Das gilt also nicht nur fürs Feiern, sondern auch für alles, was man sonst so in der Freizeit machen kann. Beispielsweise gemeinsam zu Kulturveranstaltungen zu gehen oder in eine Kneipe. Die meisten Mitglieder seien zwischen 35 und 60 Jahre alt, Jüngere sind aber auch immer willkommen.

Wenn es ums Feiern geht, steht beim KLM das Tanzen im Mittelpunkt, vor allem Gesellschaftstanz, Standard, Latein. "Gerade für große Frauen ist es schwer, mit kleineren Männern zu tanzen", beschreibt Schnieder das Problem. Ganz zufällig kam es übrigens dazu, dass der Club gegründet wurde – und der Ort ist auch speziell: eine Straßenbahn. Dort kamen 1953 große Menschen durch den Schaffner, der ebenfalls lang war, ins Gespräch. "Sie haben sich über lange Themen ausgetauscht und sich dann außerhalb der Straßenbahn getroffen", erzählt Schnieder. Inzwischen gibt es in ganz Deutschland Bezirksgruppen.

Lust zu kuscheln?

Viele Menschen fühlen sich allein und einsam. Natürlich kann da eine Umarmung nicht alle negativen Gefühle verschwinden lassen. Trotzdem macht regelmäßiges Kuscheln nachweislich gesünder und glücklicher. Wer also etwas Nähe braucht, könnte mal eine Kuschelparty ausprobieren.

Wichtig: Dort geht es nicht um Sex. Es geht ums Umarmen, Streicheln, Festhalten, Kraulen. Natürlich muss jede:r damit einverstanden sein, angefasst zu werden.

Diese Regeln gelten auf allen Kuschelpartys. Meistens wird darauf geachtet, dass sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen dabei sind. Je nach Party geht es auch nicht direkt los mit dem Kuscheln. Viele geben den Raum für ein erstes Kennenlernen der Gäste.

Ausgehen ohne Alkohol

Party machen oder in eine Bar gehen bedeutet für viele Menschen, auch Alkohol zu trinken. Der Gedanke: Ohne geht's nicht, sonst ist der Abend nur halb so gut. Auch Gruppenzwang spielt dabei eine Rolle.

Doch es gibt auch Partys, die dem Alkohol keine Tanzfläche bieten – und das sind nicht nur die für 12- bis 16-Jährige. Das Angebot an Veranstaltungen, bei denen statt Cocktails die alkoholfreien Mocktails ausgeschenkt werden, steigt. Dahinter steckt der Trend "Sober Curiosity". Menschen verzichten für einen gesunden Lifestyle auf Alkohol. In Berlin gibt es beispielsweise schon seit 2016 die "Sober Sensation", bei der das Partykonzept ohne Alkohol und andere Drogen funktioniert.

Dort sind immer rund 200 Gäste dabei. "Es gibt aber auf jeden Fall eine höhere Nachfrage", sagt "Sober Sensation"-Gründer Gideon Bellin im Gespräch mit watson. Und wie unterscheiden sich Events mit und ohne Alkohol? Durch die Gäste, sagt Bellin. Viele, die zu den Events kommen, bräuchten keinen Alkohol (mehr) auf Partys. Manche wollen demnach aber auch aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen auf Alkohol verzichten.

"Wir versuchen, alle Sinne anzusprechen. Die Leute sollen in einen natürlichen Rausch kommen."
"Sober Sensation"-Gründer Gideon Bellin

Die erste Stunde gestalte sich meistens etwas schwierig, "weil es oft noch nicht so voll ist und die Leute erstmal ankommen müssen." Auch falle ja das Vortrinken weg. "Wenn aber die Stimmung erreicht ist, dann sind alle auf der Tanzfläche und feiern ausgelassen." Die Atmosphäre sei dann natürlicher und dynamischer.

Der Veranstalter setzt auch auf verschiedene Effekte: "Beispielsweise auf Nebel oder Trockeneis. Wir versuchen, alle Sinne anzusprechen", sagt der Party-Gastgeber. Am Ende soll das "Natural High" eintreten: "Die Leute sollen in einen natürlichen Rausch kommen."

Wie die Feiern von "Mama geht tanzen" startet auch "Sober Sensation" früher, und zwar um 18 Uhr. Außerdem finden die Events meistens unter der Woche statt am Wochenende statt. "Solche Partys wie unsere sind wichtig, weil viele Leute noch gar nicht glauben, dass Party ohne Alkohol funktioniert", sagt Bellin. Seit zwei Jahren gibt es sogar schon das passende Festival dazu: das "Natural High Festival". Ende August findet es in Berlin statt.

Inklusive Partys

Feiern, tanzen, etwas trinken – und zwar in bunter Gesellschaft. Bei inklusiven Partys ist das möglich, denn willkommen sind Menschen mit und ohne Behinderungen. Vereinzelt gibt es dazu schon Initiativen in Deutschland. Die Lebenshilfe Berlin sticht hier besonders hervor. Sie hat die neuen Disco-Programme für das Jahr 2023 veröffentlicht. Zweimal in diesem Jahr wurde schon im Berliner Club "Mensch Meier" inklusiv gefeiert, bei der sogenannten Spaceship-Party.

Silent Disco und Mobile Clubbing

Menschen, die sich rhythmisch bewegen, aber keine Musik ist zu hören: ein kurioses Bild. Bei der sogenannten Silent Disco oder beim Mobile Clubbing hört jede:r für sich und mit Kopfhörern die Musik der DJs. Neu ist die Idee nicht. Das stille Party-Angebot gibt es schon seit fast 20 Jahren.

Das Positive daran: Wer mal eine Pause vom Tanzen braucht und mit anderen Partygänger:innen plaudern will, muss nicht gegen dröhnende Boxen anschreien.

Und Anwohner:innen werden von der Clubmusik auch nicht belästigt. Allerdings ist es vermutlich auch nicht so leicht, wild zu Techno abzufeiern, während sich die Feiernden um einen herum für ein anderes Genre entschieden haben und sich etwa zu sanftem Indie-Pop bewegen.

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Brachte man Deutschland im Ausland bisher vor allem mit Bier und Lederhosen in Verbindung, begeistert aktuell vor allem das neue Cannabis-Gesetz die junge Generation aus anderen europäischen Nationen. Für viele scheint Berlin plötzlich zum neuen Amsterdam zu werden, vor allem in Grenzregionen befürchten auch Politiker:innen einen entsprechenden Cannabis-Tourismus.

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