Flughafenangestellte berichten von Angriffen durch Passagiere.
Flughafenangestellte berichten von Angriffen durch Passagiere.picture alliance / AA | Mesut Zeyrek
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Personal angeblich mit Monitoren beworfen: Flughafen-Chaos artet aus

06.07.2022, 18:50

Das Chaos an den Flughäfen Deutschlands zieht immer weitere Kreise. Durch den Personalmangel entfallen und verspäten sich Tausende Flüge, zudem verpassen etliche Passagiere durch die langen Wartezeiten ihre Flüge. Besonders betroffen ist die Lufthansa, die für Juli und August schon 3100 Flüge streichen musste. Und auch kurzfristig fallen immer wieder Flüge aus, weshalb sowohl die Passagiere, als auch das Personal, nun auf die Barrikaden geht.

Dem Luftfahrtnachrichtenportal "Aero" liegt ein Brief vor, den die Mitarbeitervertretungen von Lufthansa nun an die Bosse des Unternehmens schickten. Sie werfen ihrem Arbeitgeber vor, das Chaos durch schlechte Organisation verursacht zu haben. So heißt es in dem Brief, dass der Konzernvorstand noch im Februar 2022 angedeutet hatte, bei der Lufthansa müsse Personal freigestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt sei "eine spürbare Buchungsnachfrage für die Sommermonate 2022" allerdings bereits erkennbar gewesen.

Personal soll unter Polizeischutz stehen

Zahlreiche Ausfälle und Personalmangel führen jedoch nicht nur zu einem stressigen Arbeitsalltag, sondern gefährden mittlerweile angeblich sogar das Personal vor Ort. In dem Schreiben schilderten die Mitarbeiter, welches Ausmaß die Wut der Fluggäste bereits angenommen hat:

"Am Flughafen werden Kolleg*innen mit Polizeischutz vom Gate geführt, ein Kollege wurde niedergeschlagen, Monitore werden herausgerissen und den Kolleg*innen nachgeworfen."

Sämtliche Mitarbeiter aus Flugsteuerung, Creweinsatz, Einsatzplanung und Verkehrszentrale würden "an der physischen und psychischen Grenze des Leistbaren" arbeiten. Der Grund dafür sei, dass die Lufthansa an zu vielen Stellen spare:

"Sparen um jeden Preis wird seit Jahren als Allheilmittel der Zukunftssicherung angesehen"

Erst vor knapp einem Jahr wurde dem Konzern ein Rettungspaket von 9 Milliarden Euro bewilligt, um Zehntausende der 138.000 Arbeitsplätze sichern zu können. Doch trotz des Geldes scheiterte der Plan: laut dem Statistischen Bundesamt Wiesbaden verzeichnet die Luftfahrt aktuell einen Personalrückgang von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In dem Schreiben heißt es weiter, dass das Personal sowie die Kunden des Unternehmens "völlig aus dem Blick" geraten seien. Das Verhältnis zwischen den Angestellten der Lufthansa und der Konzernspitze sei deshalb mittlerweile "nachhaltig beschädigt".

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, verkündete zuvor in einem Schreiben, dass die Situation sich "kurzfristig kaum verbessern" und wohl "erst im kommenden Winter" wieder stabilisieren werde.

(crl)

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