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Viele Studierende machen sich Sorgen, wie sie das kommende Semester finanzieren sollen.VBild: iStockphoto / Dejan_Dundjerski
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Keine Zeit für einen Nebenjob? Wie du dein Studium trotzdem finanzieren kannst

30.09.2022, 12:36

Finanziell sieht es für viele Menschen in Deutschland gerade schwierig aus. Laut dem Statistischen Bundesamt liegt die Inflationsrate derzeit bei 10 Prozent: Die Nahrungsmittelpreise sind um mehr als 16 Prozent gestiegen und die Energiepreise sind für die Verbraucher sogar 35 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Besonders betroffen von den steigenden Preisen sind Menschen mit ohnehin geringem Einkommen. Dazu zählen oftmals auch Studierende. Was können Student:innen also tun, wenn sie neben ihrem Studium nicht genug verdienen, um sich zum Beispiel die Miete in einer teuren Stadt leisten zu können?

Watson stellt drei Möglichkeiten vor, wie Studierende auch ohne einen Nebenjob an Geld kommen können.

Bafög

"Bafög" steht für Bundes­ausbildungs­förderungs­gesetz und ist der Klassiker unter den Finanzierungsmöglichkeiten für Schüler:innen und Student:innen. Rund 11 Prozent der Studierenden in Deutschland profitiert vom Bafög.

Die Bafög-Beträge unterscheiden sich in den einzelnen Fällen jedoch enorm. So ist das Bafög für manche zwar "nice to have", aber die ausgezahlte Summe reicht trotzdem nicht, um den Alltag zu finanzieren.

Deshalb sollen Bafög-Empfänger:innen und Azubis einen zweiten Heizkostenzuschuss erhalten. Dies hat die Bundesregierung am 28. September beschlossen. Alle Details dazu liest du hier:

Mithilfe eines Bafög-Rechners kannst du dir selbst ausrechnen, wie viel Geld dir zusteht. Dabei werden zahlreiche Faktoren berücksichtigt, zum Beispiel das Gehalt und die Beschäftigungsart der Eltern, die Anzahl der Geschwister und die individuelle Wohnsituation. Die monatliche Summe kann dann weniger als 100 Euro bis hin zum Höchstsatz von über 1000 Euro betragen.

Ein Vorteil des Bafög ist, dass man nur die Hälfte der geliehenen Summe und höchstens 10.000 Euro zurückzahlen muss. Der Anspruch auf Bafög kann jedoch auch verfallen, wenn beispielsweise das Masterstudium nicht direkt an das Bachelorstudium angeschlossen ist, oder, wenn man nach mehr als vier Semestern seinen Studiengang wechselt.

Für diesen Fall gibt es aber glücklicherweise noch andere Finanzierungsmodelle.

Studienkredit

Wenn man als Student:in schnell Geld benötigt, um sein Leben zu bestreiten, ist ein Studienkredit manchmal eine gute Lösung. Auch wenn es sich zunächst für viele abschreckend anhören mag, kann ein Studienkredit in bestimmten Situationen helfen.

Wie funktioniert das mit dem Studienkredit?

Ein Studienkredit funktioniert wie ein "normaler" Kredit. Man bekommt einen bestimmten Betrag und muss das Geld zu einem späteren Zeitpunkt in voller Höhe plus Zinsen an den Kreditgeber zurückzahlen. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Kredit bekommt man den Studienkredit in der Regel jedoch monatlich ausgezahlt, also ähnlich zum Bafög. Andere Modelle sind aber auch möglich.

Besonders kurz vor dem Abschluss des Studiums nehmen viele Studierende einen Kredit auf, da sie zu diesem Zeitpunkt wegen der vielen Prüfungen oft keine Zeit mehr für Nebenjobs haben. Ein weiterer Vorteil ist, dass man den Studienkredit relativ schnell ausgezahlt bekommt, meist noch im selben Monat der Antragsstellung.

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Viele Studierende sind aktuell verzweifelt, wenn sie beispielsweise auf die Heizkostenabrechnung blicken. Bild: iStockphoto / Pheelings Media

Wo beantrage ich den Studienkredit?

Ein viel genutzter Kreditgeber für Studienkredite ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Neben Studierenden können auch Schüler:innen und Fachkräfte eine Finanzierung erhalten. Bei einem Studienkredit der KfW muss man spätestens 18 Monate nach der letzten Kreditrate mit der Rückzahlung beginnen. Die Karenzzeiten unterscheiden sich jedoch von Institut zu Institut.

Weitere Institutionen, die Studienkredite anbieten, sind beispielsweise Sparkassen, Raiffeisen- und Volksbanken und das Studentenwerk.

Bevor man einen Kredit beantragt, sollten die eigenen monatlichen Ausgaben genau geprüft werden. Neben Fixkosten wie Miete, Essen oder Mobilität sollten auch möglicherweise nötige Investitionen wie Laptops bedacht werden. Durch das Kündigen ungenutzter Abos lässt sich Geld sparen, ebenso kann man checken, ob man bei Versicherungsbeiträgen noch etwas sparen kann. Bei der Kreditaufnahme sollte man außerdem nur so viel Geld leihen, wie unbedingt nötig.

Alternativen zum Studienkredit

Bevor man sich als Student:in um einen Kredit bemüht, hat man meist die Alternativen schon abgeklappert, aber trotzdem: Manchmal kann man auch Verwandte um Geld oder ein zinsloses Darlehen bitten, statt sich gleich an ein Kreditinstitut zu wenden.

Zwar kann die Überwindung hier besonders hoch sein. Doch nicht jeder Opa und jede Tante wissen zwangsläufig um die finanziellen Probleme und helfen möglicherweise gern. Der Vorteil hierbei ist, dass du (je nach Abmachung) keine Zinsen zurückzahlen musst.

Stipendium

Es ist zwar vielen schon länger bekannt, dass man heutzutage für ein Stipendium nicht mehr überdurchschnittlich gute Noten braucht. Trotzdem wird diese Möglichkeit von vielen noch nicht wahrgenommen. Dabei bieten viele Organisationen Stipendien an. Diese können privat sein, aber es existieren auch öffentliche Förderungen.

Deutschland-Stipendium

Eines der bekanntesten ist beispielsweise das Deutschland-Stipendium. Dabei werden "begabte und engagierte" Studierende an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen gefördert. Neben guten Noten wird demnach auch gesellschaftliches Engagement in die Bewertung mit aufgenommen. Monatlich erhalten die Studierenden dabei 300 Euro, die Hälfte kommt vom Bund und die andere Hälfte von privaten Stiftern.

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Mit einem guten Finanzierungsmodell kann man sich in Ruhe auf das Studium konzentrieren. Bild: iStockphoto / Jacob Ammentorp Lund

Aufstiegsstipendium

Eine weitere Möglichkeit der öffentlichen Förderung ist das Aufstiegsstipendium. Dieses Angebot richtet sich an Menschen, die bereits eine Berufsausbildung hinter sich und gegebenenfalls auch mehrere Jahre gearbeitet haben. Die monatliche Förderung beläuft sich auf bis zu 1014 Euro, pro Kind unter 14 Jahren kann es noch einen Zuschuss von 160 Euro geben. Für dieses Stipendium kann man sich bereits vor dem Studienbeginn bewerben.

Begabtenförderung

Ganz klassisch gibt es natürlich auch die Stipendien, die sich an Studierende mit besonders guten Noten richten. Bei der Begabtenförderung können Student:innen im Grundstudium bis zu 800 Euro erhalten, zusätzlich unter Umständen auch eine Kranken- und Pflegeversicherung. Im Fall eines Promotionsstudiums können Studierende bis zu 1350 Euro bekommen.

Von den Anforderungen eines Stipendiums sollte man sich vor seiner Bewerbung nicht abschrecken lassen. Für fast jede Spezialisierung gibt es ein Stipendium, es kann sich also lohnen, ein wenig zu recherchieren und sich dann zu bewerben. Neben den bekannten hier aufgelisteten Stipendien gibt es viele regionale Förderungsprogramme.

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