Holiday decorations and tree ornimants. Feuerwehrauto weihnachtsbaum
Viele Feuerwehrleute müssen an Weihnachten arbeiten, statt bei ihren Angehörigen zu sein. Bild: iStockphoto / shades_of_light_and_life
Weihnachten

Weihnachten im Dienst: So verbringen Feuerwehrleute, Polizisten und Pfleger die Feiertage

24.12.2022, 15:07

An Weihnachten arbeiten müssen? Was für die meisten wie eine Horrornachricht klingt, ist für bestimmte Berufsgruppen normal. Denn auch an Weihnachten gibt es Verbrechen, Unfälle, Brände und auch die Nachrichten schlafen nie. Menschen in Pflege-, Obdachlosen- oder Kinderheimen müssen betreut werden.

Watson hat nachgefragt, wie diese Menschen die Schicht an Heiligabend verbringen und versuchen, sich trotzdem ein wenig in Weihnachtsstimmung zu versetzen.

Polizeieinsatz mit Weihnachtsmütze

Erwin ist Streifenpolizist in Nordrhein-Westfalen. Seine Kolleg:innen und er versuchen meist, sich an Weihnachten mit kleinen Späßen während der Arbeit aufzumuntern.

"Manchmal machen wir Blödsinn, wie die Aufnahme eines Verkehrsunfalls, konsequent mit Weihnachtsmütze aufzunehmen."
Polizist Erwin über Weihnachten im Dienst

"Theoretisch machen wir manchmal Blödsinn, zum Beispiel harmlose Einsätze wie die Aufnahme eines Verkehrsunfalls konsequent mit Weihnachtsmütze aufzunehmen. Und sich dabei nichts anmerken zu lassen, wenn Bürger drauf starren. Außerdem habe ich eine Discokugel, die ich bei Sonderrechte-Fahrten zusätzlich in die Frontscheibe stelle. In einem Jahr haben eine Kollegin und ich versucht, alle Einsätze an Heiligabend so zu beenden, dass sich alle Beteiligten am Ende die Hand geben und schöne Feiertage wünschen. Das war allerdings extrem herausfordernd.

Vor Corona haben wir auch immer ein kleines Weihnachtsessen auf der Wache veranstaltet und wir haben natürlich einen Weihnachtsbaum im Büro."

Feuerwehrmann Johannes plant ein Festessen mit den Kollegen

Deutlich entspannter läuft der Heiligabend bei Johannes auf der Hauptfeuerwache 1 München ab: Trotz der Rufbereitschaft machen er und sein Team es sich am Heiligabend in der Wache "fast so wie Zuhause" gemütlich: "Wir schmücken die Wache sogar mit einem kleinen Christbaum und decken auch die Tische schön und bei uns gibt's auch etwas Besonderes zu Essen – nur schenken tun wir uns nichts. Man kocht in der Regel miteinander und da entsteht auch immer gute Stimmung. Wenn dann plötzlich doch ein Notruf reinkommt, dann muss das Essen aber natürlich warten. Dann stehen wir auf und lassen alles stehen und liegen – wie sonst auch im Jahr – und fahren dann zum Einsatzort."

"Die Notfallsituation ist viel zu akut, als dass schöne Stimmung aufkommen kann."
Tobias, Pfleger in der Drogenentzugsstation

Pfleger Tobias betreut Notfälle auf der Drogenentzugsstation

Tobias, 30 Jahre alt, arbeitet über die Feiertage in der Patientenaufnahme der Drogenentzugsstation im Kbo-Isar-Amper-Klinikum bei München. "Bei uns kommen die Leute zwischen den Jahren stark alkoholisiert rein, sind selbstmordgefährdet oder höchst aggressiv. Da ist die Notfallsituation viel zu akut, als dass schöne Stimmung aufkommen kann." Er und sein Team geben sich trotzdem Mühe, vor allem die Eingangstür und Gänge mit Schneeflocken und Lametta freundlicher wirken zu lassen. Selbst einen kleinen Plastiktannenbaum haben sie aufgestellt und auch das Essen für die Patienten ist "fast was für Feinschmecker".

Nach seiner Schicht setzt sich Tobias oft noch mit ein paar Kollegen zusammen, um die zum Teil auch traurigen Eindrücke besser verarbeiten zu können. "Viele aus unserem Team brauchen diese Art der Psychohygiene, sonst würde man die ganzen Emotionen nur in sich hineinfressen."

Erzieherin Sabrina feiert im Kinderheim mit viel Limo und Geschenken

Sabrina ist Erzieherin in einem Kinderheim in Bayern und erklärt zu den Festtagen: "Wohngruppen feiern in der Regel Weihnachten. Oft sogar zweimal, also einmal vor und dann noch einmal an Weihnachten. Weil man immer Kinder und Jugendliche hat, die Zuhause überhaupt kein Weihnachten feiern oder wo es einfach nicht so wirklich gemacht wird. Wir schließen damit auch zyklisch das Jahr als Gemeinschaft ab. Das sind dann oft die Erfahrungen, die einen emotional zusammenbringen und schöne Erinnerungen schaffen. Wir versuchen, es so 'familiär' wie möglich zu machen: Das Haus wird geschmückt, es gibt einen Weihnachtsbaum und es wird richtig großzügig und schick aufgekocht. Die Kinder dürfen dann auch als Besonderheit viel Limo trinken.

"Es ist oft eine sehr persönliche Zeit, weil die Kinder, die nicht zu ihren Familien wollen oder dürfen, natürlich traurig sind – für sie ist das nicht einfach."
Erzieherin Sabrina über Weihnachten im Kinderheim

Für die Kids gibt es dann auch Geschenke, für die sie ganz klassisch vorher Wunschzettel schreiben. Wenn wir als Gruppe feiern, dann kommen auch alle Kollegen. Wir machen an dem Tag immer etwas Besonderes, gehen zum Beispiel in ein größeres Erlebnis- und Familienbad, in den Zoo oder ins Kino. Das sind so Dinge, die wir uns unter dem Jahr schwer leisten können und die Weihnachtszeit nochmal zu etwas Besonderen machen. Über Weihnachten fahren die Kids, die es können und deren Situation es zulässt, nach Hause zu ihren Familien. Heißt: Man hat oft nicht die volle Gruppe zu betreuen. So ist es an Weihnachten entspannter.

Dann versuchen wir, es uns mit gutem Essen schönzumachen und feiern mit den Kids. Es ist oft eine sehr persönliche Zeit, weil die Kinder, die nicht zu ihren Familien wollen oder dürfen, natürlich traurig sind – für sie ist das nicht einfach. Oft macht man dann einen Spieleabend und sieht sich Weihnachtsfilme an."

Postbank: Verbraucherzentrale warnt Kunden vor Betrugsversuch

Betrüger:innen versuchen immer wieder entweder an das Geld oder an sensible Daten von anderen Menschen zu gelangen. Um das zu erreichen, denken sie sich jedes Mal neue, häufig sehr perfide Maschen aus. Eine beliebte Methode ist das Versenden von sogenannten Phishing-Mails. Dabei handelt es sich um falsche E-Mails, die die Betrüger:innen in fremdem Namen, zum Beispiel eines Unternehmens, versenden.

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