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Lidl teilt in genialer Netflix-Parodie gegen Aldi, Edeka und Penny aus

26.09.2019, 17:23

Nein, man muss sich Betriebswirt sein, um folgende Rechnung aufzustellen: Bei 82 Millionen Menschen in Deutschland, die alle eins gemeinsam haben – nämlich, Nahrung zu sich nehmen zu müssen – lohnt es sich, Lebensmittel zu verkaufen.

Und so tobt hierzulande der Konkurrenzkampf der Discounter und Supermärkte. Lidl, Aldi, Rewe, Netto, Edeka und wie sie alle heißen liefern sich seit geraumer Zeit auch ein ziemlich Wettrüsten in Sachen Werbung.

Angefangen hatte alles einst mit dem "Supergeil"-Werbespot von Edeka, an die sich vermutlich noch jeder erinnern kann. Doch auch der Discounter Aldi, der lange überhaupt nicht auf Werbung gesetzt hatte, sorgte Anfang August für Aufsehen: In einem zweiminütigen Musikvideo namens "Zum Aldipreis" feierte Rapper Daniel Hernandez "die Erfinder von günstig" und rappte über Aldi-Produkte. Mehr als drei Millionen Menschen haben das Video auf Youtube bisher aufgerufen.

Lidl – mit Discounter-Kontrahent Aldi im besonders harten Preiskampf – hatte schon kurz darauf mit einem Video via Facebook darauf geantwortet. Und das ging so:

  • "Bist du nicht der Typ aus dem Aldi-Rap-Video?"
  • "Pff, soviel Kohle geht nicht auf meinen Nacken. Ich muss noch auf die Preise achten. Und hier gibt's die besten Produkte zum Lidl-Preis."

Lidl holt jetzt zum nächsten Schlag gegen Aldi aus

In einem neuen (ziemlich genialen) Werbespot, den Lidl nun auf Youtube veröffentlicht hat, ist erneut Aldi der Hauptgegner. Aber auch die anderen Gegner im Bereich Lebensmittelmarkt knöpft sich Lidl vor.

Der fast zweiminütige Werbespot ist in Manier eines Netflix-Trailers produziert und steht dem in Professionalität in nichts nach. Es geht um eine Undercover-Agentin, die von einer Gruppe bestehend aus allen großen Lidl-Konkurrenten (Aldi, Edeka, Penny) damit beauftragt wird, das Lidl-Geheimnis zu entschlüsseln: Wie zur Hölle könne Lidl nur derart frische Ware zum besten Preis am Markt anbieten?

Zu beginn des Videos sitzen Vertreter von Aldi, Edeka und Penny zusammen. Sie alle ärgern sich, weil Lidl so viel doller ist. Das Gespräch, das Lidl in dem Werbespot, inszeniert:

  • Aldi: "Ich verstehe das nicht. Sie sind verdammt günstig und gleichzeitig so unfassbar frisch."
  • Penny: "Außerdem ständig Testsieger..."
  • Aldi: "Wir haben es letztens mit einem Hip Hop-Video versucht. Ich meine: HIP HOP! Das ist ja wohl hip. Und die Leute hassen es trotzdem."
  • Edeka: "Ja, ich fand es auch irgendwie nicht so supergeil."
  • Aldi: "Was?!"

Daraufhin wird die Undercover-Agentin in eine Lidl-Filiale geschickt. "Halte die Augen offen. Irgendwo muss der Haken sein", so lautet ihr Auftrag. Doch im Lidl-Markt angekommen merkt die Undercover-Agentin schnell: "Es gibt keinen Haken." Sie beschließt, dem Aldi-Edeka-Penny-Konglomerat den Rücken zuzukehren.

Das ist die Lidl-Netflix-Parodie in voller Länge:

So viel subtiler Diss in nur zwei Minuten ist tatsächlich herrlich mit anzusehen. Übrigens: Der Aldi-Vertreter der Runde sieht dem Ex-Daimler-Chef auffällig ähnlich, Dieter Zetsche (der mit dem Schnurbart, und nein, nicht Horst Lichter). Zetsche ist seit August Mitglied des Beirats von Aldi Süd.

Die Dieter-Zetsche-Kopie aka: Aldi-Mann
Die Dieter-Zetsche-Kopie aka: Aldi-Mannscreenshot lidl/youtube

Edeka-Mitarbeiter reagiert

Eine offizielle Reaktion der Lidl-Konkurrenten steht übrigens noch aus. Aber dafür hat sich nun ein Edeka-Mitarbeiter zu Wort gemeldet. Er schrieb auf Facebook unter das Lidl-Video: "Arbeite zwar bei Edeka, würde aber zur Arbeit die Lidl-Schuhe tragen 💛💙 Geiler Werbespot. Da merkt man, dass sich Leute noch Gedanken machen. Ich habe mich köstlich amüsiert." Na hoffentlich liest Edeka das nicht...

Der Lidl-Spot beinhaltet allerlei Netflix-Anspielungen:

  • Am Anfang des Trailers wird in der typischen roten Netflix-Schrift der Name "NetfLIDLix" eingeblendet.
  • Der Werbespot lautet "Haus des kleinen Geldes" – in Anspielung auf die erfolgreichste nicht-englischsprachige Netflix-Serie "Haus des Geldes".
  • Auch die Masken aus "Haus des Geldes" sind zu sehen
  • Der Edeka-Vertreter aus der Gruppe trägt eine gelbe Jacke und versucht, in eine Zeit zurückzureisen, "in der es den Lidl-Preis noch nicht gab". Fans der deutschen Netflix-Serie "Dark" erkennen die Ähnlichkeiten sofort.
  • Ein Mädchen, das Elfi aus "Stranger Things" auffällig ähnlich sieht, lobt die Lidl-Waffeln. Im Hintergrund: "Stranger Things"-Musik.
  • Am Ende rudert die Penny-Vertreterin der Gruppe in "Bird Box"-Manier mit verbundenen Augen durch einen See, "weil ich den Lidl-Preis nicht mehr ertragen kann".

Der Spot hat mittlerweile mehr als 3,5 Millionen Aufrufe auf Youtube und 2,8 Millionen auf Facebook.

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