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Die Rückkehr der Wildrinder: Zehntausende Bisons leben wieder in den USA

Bisons sind äußerst wichtig: Nicht nur für die Natur, sondern auch für die Ureinwohner:innen Amerikas.
Bisons sind äußerst wichtig: Nicht nur für die Natur, sondern auch für die Ureinwohner:innen Amerikas. Bild: iStockphoto / Banu R
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Die Rückkehr der Wildrinder: Zehntausende Bisons leben wieder in den USA

16.10.2023, 14:1516.10.2023, 14:36
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Vor ungefähr 150 Jahren durchstreiften über 60 Millionen Bisons die weiten Prärien Amerikas. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie systematisch von weißen Siedler:innen ausgelöscht, um den Ureinwohner:innen ihre Lebensgrundlage zu entziehen. Im Jahr 1902 waren angeblich nur noch 23 Exemplare der Wildrinder übrig. Die Bisons standen kurz vor dem Aussterben.

Dank rigoroser Schutzmaßnahmen konnten sich die Bisonbestände in Amerika nun erholen, wie der SWR berichtete. Heutzutage leben Zehntausende Bisons in Nationalparks, Naturschutzgebieten und Reservaten, einschließlich des Reservates der Indian People im Nordosten von Montana, das auch für den Tourismus geöffnet ist. Auch dank der Gründung des berühmten Yellowstone-Nationalparks im Jahr 1872 sowie des Wood-Buffalo-Nationalparks im Jahr 1922 erhielten die Bisons noch rechtzeitig Rückzugsgebiete, um zu überleben.

Viele Menschen kämpfen für den Fortbestand der Bisons

Die American Prairie Foundation ist eine der Umweltschutzorganisationen, die für diesen Erfolg verantwortlich ist. Sie widmet sich dem Schutz und Fortbestand der Bisons. Zu diesem Zweck erwarb die Foundation in Zentral-Montana ganze 12.000 Quadratkilometer abgelegene Landflächen, um den Lebensraum der Wildrinder wiederherzustellen.

Heutzutage wird die Gesamtpopulation der Bisons, die in freier Wildbahn leben, auf über 30.000 Tiere geschätzt. Die Art gilt jedoch weiterhin als "potenziell gefährdet", da sie immer noch auf Schutzmaßnahmen angewiesen ist und nur in begrenzter Anzahl in Einzelpopulationen existiert.

Von Vorteil ist hier, dass der Erhalt der Bisons von nationalem Interesse ist: Im Mai 2016 verabschiedete der damalige US-Präsident Barack Obama den National Bison Legacy Act, der die Amerikanischen Bisons neben dem Weißkopfseeadler zum nationalen Symbol der Vereinigten Staaten von Amerika erklärte.

Aber auch die Ureinwohner:innen Amerikas spielen eine wichtige Rolle beim Schutz der Bisons: Seit den 1970er Jahren besitzen die Mitglieder vom Stamm der Aaniiih and Nakoda wieder Wildrinder. Ihr Fleisch stellt seit jeher einen großen Bestandteil in ihren religiösen Zeremonien und ihrer Kultur dar. Junge Bisons werden außerdem verkauft und dienen somit als Einkommensquelle für die Indigenen. So dient die Haltung der Bisons gleichzeitig dem Erhalt der Indianerstämme in Amerika.

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Rinderzüchter kämpfen gegen die Bisons

Jedoch begrüßen nicht alle Einheimischen in Amerika die Bemühungen zum Schutz der Bisons.

Viele Rinderzüchter in Montana sind skeptisch gegenüber der Rückkehr der Bisons. Einige sorgen sich um eine mögliche Übertragung von Krankheiten, wie etwa der Rinderbrucellose. Dies ist eine Zoonose, also eine durch die Bakterienart Brucella abortus verursachte Erkrankung, die auf Menschen übertragen werden kann.

Wieder andere Rancher sorgen sich um ihre Existenz. Sie befürchten, dass durch die Bisons ihr Weideland knapp wird. Außerdem würde ihre Haltung die Kultur und die Art ihrer Viehzucht verändern. Die Rinderzüchter:innen sehen sich derzeit großen Herausforderungen im Geschäft gegenüber: Sie müssen gegen sinkende Fleischpreise, eine immer teurere Pacht für das Weideland sowie Nachwuchsprobleme kämpfen, da viele junge Leute in die Städte abwandern.

Bisons sind gut für das Klima

Die Rinderzüchter:innen wollten somit nicht, dass weiterhin Weideland für die Bisons unter Schutz gestellt wird. Die Tatsache, dass Graslandschaften eine wichtige Rolle beim Speichern von CO2 spielen und damit eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen, steht für sie nicht an erster Stelle.

Doch intakte Graslandschaften sind notwendig, um schädliche Treibhausgase zu absorbieren. Bisons sind dabei ein integraler Bestandteil eines gesunden Ökosystems.

(JJ)

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