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Start-up entwickelt Superzug: Schwebende Bahn schafft 550 km/h

Die Magnetbahn könnte das Zugfahren revolutionieren.
Die Magnetbahn könnte das Zugfahren revolutionieren.bild: nevomo
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Start-up entwickelt Superzug: Schwebende Bahn schafft 550 km/h

18.09.2023, 15:08
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Das polnische Unternehmen Nevomo hat eigenen Angaben zufolge eine Technik getestet, die das Zugfahren revolutionieren könnte: Statt wie herkömmliche Züge bewegt sich das erfolgreich getestete Schienenfahrzeug schwebend auf herkömmlichen Schienen.

Bekannt ist das Konzept unter dem Namen "Magrail", einer Zusammensetzung aus den Wörtern "Magnet" und "Railway". Und was der Name schon andeutet, passiert hier tatsächlich: Die Hochgeschwindigkeitsbahn schwebt mithilfe von Elektromagneten über den bereits bestehenden Gleisen. Und das Beste daran: Die Magnetbahn soll bis zu 35 Prozent schneller fahren können, als die derzeitigen ICE-Züge der Deutschen Bahn.

Züge fahren selbst auf alten Gleisen 550 Kilometer pro Stunde

Dass die Züge der Deutschen Bahn vergleichsweise langsam fahren, hat allem voran damit zu tun, dass viele Gleisstrecken sanierungsbedürftig sind – und damit nur einen Bruchteil der gewünschten Geschwindigkeit erlauben.

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Das Start-up Nevomo zeigt, wie man selbst aus veralteter Infrastruktur um einiges mehr herausholen kann: Statt maximal 350 Kilometer pro Stunde legt der von ihnen entwickelte Prototyp bis zu 550 Kilometer pro Stunde zurück, wie "Focus Online" berichtete.

Bestehende Gleise müssen aufgerüstet werden – das wird teuer

Der Grund dafür, dass der "Magrail" so viel schneller auf den Schienen unterwegs ist, als herkömmliche Züge, ist der, dass die Magnetbahn nicht auf den Schienen fährt, sondern über ihnen schwebt. Die Folge: Die Reibung entfällt, was die Effizienz steigert und so eine deutlich höhere Geschwindigkeit zulässt. Dazu kommt noch, dass die Magnetschwebebahnen schneller beschleunigen können und ihre Geschwindigkeit so über einen längeren Zeitraum als normale ICE-Züge halten können.

Das Problem: Die benötigte Infrastruktur, die für die Superzüge vonnöten ist, auch wenn das bereits vorhandene Schienennetz dafür genutzt werden kann, ist kostspielig. Denn einfach auf die alten Schienen setzen könne man die Fahrzeuge von Nevomo nicht, wie das Online-Magazin "heise.de" berichtet.

Seitlich und mittig der Gleise müssen zunächst elektromagnetische Leitsysteme montiert werden. Diese sind dafür verantwortlich, die Züge in der Spur zu halten. Außerdem erzeugen sie magnetische Wellen, die sie in den schwebenden Zustand versetzen.

Was nach Zukunftsmusik klingt, könnte schon bald Realität sein: eine schwebende Magnetbahn.
Was nach Zukunftsmusik klingt, könnte schon bald Realität sein: eine schwebende Magnetbahn.bild: nevomo

Nevomo konzentriert sich daher auf die Integration der Magnetkomponenten in das Schienennetz, wie "Focus Online" weiter berichtet. Die ersten Versuche auf der Teststrecke in Polen verliefen bereits erfolgreich. Dem Unternehmen zufolge könnten dadurch Kosten in Höhe von fünf Millionen Euro pro Kilometer Schiene entstehen. Allerdings sollte im Zuge dieser Anpassung zeitgleich auch die in die Jahre gekommene Signaltechnik ausgewechselt werden.

Auch wenn die Anpassungen teuer sind, sind sie weitaus günstiger als der Aufbau eines neuen Infrastruktursystems. Ursprünglich hatte Nevomo an einem Hyperloop, also einem Vakuumtunnel nach Vorlage von Tesla, geforscht. Das allerdings hätte die Kosten derartig gesprengt, dass eine Umsetzung als wenig wahrscheinlich galt.

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