Nachhaltigkeit
Der Hamburger Jungfernstieg soll autofrei werden, auf diese Weise sollen Spaziergänger:innen und die Umwelt entlastet werden.

Ab dem 17. Oktober dürfen nur noch Busse, Taxen, Radfahrer und Fußgängerinnen und Fußgänger auf den Hamburger Jungfernstieg. Bild: The Image Bank / J.P. Nodier

Gute Nachricht

Verkehrswende: Hamburger Jungfernstieg wird für Autos gesperrt

Spazieren gehen, Shoppen und an der Binnenalster ein Eis schlecken: All das wird bald noch entspannter sein. Denn Hamburgs Herzstück, die Flaniermeile Jungfernstieg, bildet den Startschuss für die angestrebte Mobilitätswende in der Hamburger Innenstadt und soll innerhalb von zwei Wochen weitestgehend autofrei werden. Die Bauarbeiten haben am Montag begonnen.

"Es ist einer der schönsten Orte in dieser Stadt – und wir wollen ihn noch schöner zum Flanieren machen. Wir wollen, dass die Hamburgerinnen und Hamburger diesen Ort nochmal auf eine andere Art und Weise sinnlich erfahren können", sagte Verkehrsminister Anjes Tjarks von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Zahlreiche Fußgängerinnen und Fußgänger und Radfahrer kamen sich auf dem Radweg an der Wasserseite des Jungfernstiegs regelmäßig in die Quere – bis jetzt.

Wenn Hamburgs Shoppingmeile am 17. Oktober für den privaten Autoverkehr gesperrt wird, wird der Fahrradweg auf die breite Straße verlegt, die sich dann Radfahrende, Busse und Taxen teilen. Lieferverkehr ist von abends 21 Uhr bis elf Uhr morgens zugelassen – für alle gilt das Tempolimit 30. Ab Herbst 2021 soll dann der endgültige Umbau des Jungfernstiegs beginnen. Dabei soll es neben viel Grün auch drei barrierefreie Möglichkeiten der Fahrbahnüberquerung geben.

Corona-Krise: Unterstützung für den Einzelhandel

Wie überall in Deutschland waren im Frühjahr 2020 auch am Jungfernstieg etliche Geschäfte und Boutiquen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen worden. Die fehlenden Umsätze sind für viele Einzelhändler kaum wieder aufzuholen – umfangreiche Bauarbeiten auf der Einkaufsmeile würden ihnen dieses Vorhaben zusätzlich erschweren. Der Umbau des Jungfernstiegs soll deswegen mit temporären Lösungen durchgesetzt werden, ohne größere Baustellen. Von dem Endergebnis, einem autofreien und somit ruhigeren Jungfernstieg, werde der Einzelhandel jedoch profitieren, so Tjarks.

Nicht nur am Jungfernstieg will der Verkehrssenator die Autos verschwinden lassen: Auch der Neue Jungfernstieg, die Bergstraße, die Mönckebergstraße, die Kaiser-Wilhelm- und die ABC-Straße sollen umgestaltet werden. Tjarks erhofft sich von den autofreien Zonen mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm und Abgase: "Dadurch erhöhen wir insgesamt die Aufenthaltsqualität und machen die Innenstadt zu einem lebendigeren und attraktiveren Ort der Begegnung, der alle Hamburgerinnen und Hamburger anspricht. So verbindet sich die Mobilitätswende ganz praktisch und erlebbar mit Umweltaspekten und stadträumlichen Qualitäten."

(sb)

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