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Ein bayerisches Dorf im Oberallgäu produziert mit den erneuerbaren Energien achtmal mehr Energie, als es selbst benötigt. Bild: imago images/ Alexander Rochau
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Grünes Vorzeigedorf: Hier ist die Energiewende schon gelungen

19.10.2022, 11:19

Ein bayerisches Dorf im Landkreis Oberallgäu ist Vorreiter bei der Energiewende: In Wildpoldsried wird mithilfe von Sonne, Wind, Biogas und Wasserkraft inzwischen mehr als achtmal so viel Strom produziert, wie das 2600-Einwohner-Dorf braucht.

Auch seine Wärmeversorgung kann der Ort zu etwa 60 Prozent durch erneuerbaren Energien decken. Die Heizung des Dorfes ist ein Nahwärmenetz, das von einer Pelletheizung und Biogas-Blockheizkraftwerken betrieben wird. Die Dorfheizung versorgt zehn Betriebe, 80 Gebäude und 170 Wohnungen mit Wärme und kann zusätzlich Strom erzeugen.

Bürger:innen haben sich Ziele für
erneuerbare Energie früh gesetzt

Schon vor 30 Jahren sorgten ein Landwirt und der langjährige Bürgermeister für den Grundstein des heutigen Erfolgs von Wildpoldsried: Sie trieben die Energiewende voran und überzeugten die anderen Einwohner:innen maßgeblich. An den neun Windkraftanlagen, die der Ort betreibt, sind etwa 400 Bürger:innen beteiligt. Viele Dächer im Ort verfügen zudem über Fotovoltaikanlagen. Die Bürger:innen haben sich früh hohe Ziele für die erneuerbaren Energien gesetzt und diese konsequent umgesetzt.

Großes Interesse am Vorzeige-Dorf

Seit Beginn der Gaskrise, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, ist der Ansturm durch Besuchergruppen deutlich gestiegen. Dabei hatten sich die Bewohner:innen nach den Lockdowns noch gesorgt, dass die Besucher:innen nicht mehr so zahlreich kommen würden.

Doch diese Sorge stellt sich als unbegründet heraus: Die Nachfrage nach Führungen ist mit Einsetzen der Gaskrise sogar deutlich gestiegen. Interessierte kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern, um sich das Vorzeige-Dorf anzusehen.

"Meine Erfahrung ist die: Jeder, der einmal hier war, der sieht die Machbarkeit. Wir geben ein Beispiel, dass das machbar und sinnvoll ist."
Thomas Pfluger

Noch Ausbaupotenzial vorhanden

Thomas Pfluger, Mitglied des Wildpoldsrieder Gemeinderates, freut sich über das große Interesse und ist sich sicher, dass jede:r Besucher:in etwas aus Wildpoldsried für sich mitnehmen kann.

Trotz aller Erfolge sei das Dorf noch immer ausbaufähig, wie Pfluger befindet. Man könne durchaus noch weitere Windräder oder Agro-PV-Anlagen für die Landwirtschaft gebrauchen. Pfluger betont dennoch die Wichtigkeit der Vorreiterrolle von Wildpoldsried: "Meine Erfahrung ist die: Jeder, der einmal hier war, der sieht die Machbarkeit. Wir geben ein Beispiel, dass das machbar und sinnvoll ist."

Veganer Braten zu Weihnachten: Start-up überrascht mit neuem Gericht

Insbesondere die Weihnachtszeit macht einem das Vegan-sein mitunter schwer: Wohin man auch schaut, in zahlreichen weihnachtlichen Leckereien sind von Butter über Eier bis hin zu Fleisch selbst diverse tierische Produkte enthalten. Das fängt beim Elchburger auf dem Weihnachtsmarkt an und hört bei Omas Plätzchen am Adventssonntag auf.

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