Nachhaltigkeit
Modern front garden with decorative gravel

Nicht so pflegeleicht wie sie aussehen: Schottergärten. Bild: iStockphoto / U. J. Alexander

Gute Nachricht

Mehr Platz für Bienen und Pflanzen: Gesetz verbietet Schottergärten

Für die einen sind Schottergärten eine praktische Lösung, um lästige Gartenarbeiten zu vermeiden, für die anderen sind sie ein Verbrechen fürs Auge. Über Praktikabilität und Schönheit von Schottergärten lässt sich streiten, dass es ganze Instagramchannels und Bildbände über die "Gärten des Grauens" gibt, spricht aber eine recht eindeutige Sprache. Während die Optik jedoch bekanntlich immer im Auge des Betrachters liegt, ist eine Sache unumstritten: Wer seinen Vorgarten statt mit Blumen und Sträuchern mit Schotter "bepflanzt", schadet der Umwelt.

Das Problem mit dem Schotter: Bei Starkregen kann das Regenwasser oft kaum versickern, weil unter dem Kies häufig eine Kunststoffplane liegt. An heißen Sommertagen dagegen heizt sich der Schotter auf bis zu 70 Grad auf, was sich negativ auf das allgemeine Stadtklima auswirkt.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) kritisiert außerdem, dass sich in der aufgeheizten Umgebung kaum Pflanzen halten können, die dann wiederum keine Staubpartikel aus der Luft filtern und diese abkühlen können. Für Insekten und Mikroorganismen ist ganz offensichtlich auch kein Platz. Und laut Nabu verstärkt der Schotter sogar den Autolärm.

Gärten müssen umgestaltet werden

In Baden-Württemberg will man deshalb jetzt gegen die "fürchterlichen" Schottergärten (Zitat Ministerpräsident Winfried Kretschmann) vorgehen. Mit einer neuen Gesetzesnovelle, mit der auch der Anteil an Ökolandbau erhöht und der Einsatz von Pestiziden gesenkt werden soll, sollen auch die Schottergärten verschwinden. Noch vor der Sommerpause will der Landtag das beschließen.

Dem SWR zufolge sind die Schottergärten eigentlich sowieso schon seit Mitte der 90er Jahre verboten – das wissen viele Häuslebauer allerdings gar nicht. Mit der neuen Gesetzesnovelle soll das Verbot jetzt aber endlich auch durchgesetzt werden. Der Bau von neuen Schottergärten soll dann endgültig vorbei sein, wer bereits eine Steinwüste vor der Haustüre hat, muss diese beseitigen oder umgestalten. Tut er das nicht, drohen Kontrollen und Anordnungen, zitiert der SWR einen Sprecher des Umweltministeriums.

Mehr Arbeit dürfte ein blühender Garten übrigens auch für eingefleischte Schottergarten-Besitzer nicht bedeuten. Denn auch die Steine müssen regelmäßig gereinigt werden, um nicht völlig zu verdrecken. Die Zeit kann dann ja künftig zum Rasenmähen genutzt werden.

(ftk)

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